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Josefsbote III - Zukunft gestalten

(Den Ursberger Josefsboten können Sie beziehen unter: Ursberger Josefsbote. Klosterhof 2. 86513 Ursberg. Tel: 08281/920)

  

Zukunft. Gestalten!

„Ich will. Du willst. Er will, sie will auch. Was wir wollen geschieht! – was aber geschieht will keiner von uns.“1

Warum ist das so?

Ernst Bloch, einer der großen Philosophen des 20. Jahrhunderts, hat diese Frage zum Mittelpunkt seines Denkens gemacht. Man muss vorwegschicken, dass er von den Kirchen wenig hielt, aber dennoch die Bibel die eigentliche Quelle seiner Inspiration war. Aus dieser sehr spannenden Beziehung mit den Wurzeln unserer Kultur sind einige wunderbare Impulse entstanden. Wären wir Menschen in den Kirchen in der Lage diese Impulse umzusetzen, die Kirche und die Welt säe anders aus. Denn ich will. Du und Sie wollen doch auch? Geschieht denn nicht was wir wollen? Wollen wir aber was geschieht? Selten. Und noch weniger wollen wir damit zu tun haben und verantwortlich dafür sein… 

Ernst Bloch beschäftigt sich in seinem vielzitierten Hauptwerk „das Prinzip Hoffnung“ mit Heimat. Heimat, so kommt er zum Schluss, ist nichts aus was wir kommen, sondern etwas in was wir gehen; etwas, was wir erst schaffen müssen. Wenn wir Heimat sagen, meinen wir sehr vieles.

Aber sind nicht alle diese Heimaten Orte die uns von anderen zur Heimat gemacht werden und wurden? Eltern, Familie, Freunde, Tiere… Überall wo wir Beziehung hin haben, kann für uns Heimat sein – kann für uns Heimat entstehen. Und ist es ein Tier das auf uns wartet – so ist dort Heimat.

Alle diese Heimaten aber sind vergänglich, so vergänglich wie die Beziehungen die diese Heimat ausmachen. Was ist ein Stück Erde, ein Haus, ein Ortsnamen, wenn mein Name dort fremd geworden ist? Wenn mich dort niemand mehr erwartet? Wenn ich auf einmal „Sie“ zum Boden sage?

Heimat, so sagt Bloch, muss ständig neu geschaffen werden. Beginnen müssen aber nicht die andern, sondern ich. Und wenn ich Heimat für andere schaffe, dann steckt das andere an und aus dem einzelnen Ich werden viele, werden Wir. Ich kann andere dazu mahnen, aber verantwortlich bin ich für mein eigenes Tun und ich habe nur das Recht von anderen etwas zu erwarten, wenn ich es selbst auch tue.

Wo ist jetzt der Unterschied zum Einleitungssatz? Was wir wollen geschieht – aber was geschieht will keiner? Der Unterschied ist das Ziel. Es geht hier nämlich nicht um Selbstverwirklichung, sondern um das gemeinsame Streben nach einem höheren Ziel. Und es geht um ein hohes Ziel, ein hohes Gut. Vielleicht um das Höchste: Heimat.

Bloch bezeichnet es als die eigentliche Ursünde des Menschen, wenn er nicht den Auftrag Gottes in der Schöpfungserzählung erfüllt. „Er schuf den Menschen nach seinem Bilde“ und „macht euch die Erde untertan!“ deutet Bloch als Auftrag zur aktiven Gestaltung und Formung der Welt und besonders der Gesellschaft. Der große Kreator (Schöpfer) möchte dass seine Kreatur (Geschöpf und Abbild) in seinem Auftrag schafft und wirkt. Bereits in der Schöpfung hat der Mensch die Mission zur weiteren Gestaltung der Welt bekommen – im Sinne Gottes sollen wir die Welt beeinflussen. Wir sollen mit der Welt umgehen wie der Schöpfer selbst. Das Buch der Weisheit schreibt: „Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehaßt, so hättest du es nicht geschaffen […] Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens“ (Weish 11,24-12,1). „Herrschen“ heißt verantwortlich sein und Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zum Durchbruch zu verhelfen. Der Evangelist Johannes faßt das zusammen im Wort Liebe. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben gibt für seine Freunde.“ (Joh 15,13) 

Hier sind wir an einer Wende, die Bloch ohne Kirche nicht schafft, nicht schaffen kann. Es ist nämlich nicht nur der Auftrag und nicht nur das Ziel, das das Tun veredelt, sondern auch die Absicht und die Befähigung. Das was Bloch Heimat nennt, nennt das Evangelium das Reich Gottes – etwas, das bereits da ist, aber durch uns sichtbar werden muss. Was Jesus Christus uns vorgelebt hat, ist Hingabe für die anderen, für uns, für alle. „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Nicht nur die Feier des Brotbrechens sollen wir tun, sondern auch die Tat die es bezeichnet: wir sollen unser ganzes Leben einsetzen, damit das Reich Gottes in uns und in der Welt um uns herum sichtbar wird – damit diese Welt zur Heimat für alle wird!  Das muss die Absicht sein.

„Christus hat kein Hände, nur unsere Hände um seine Arbeit zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen…“ Dieser Text löst in mir ein gewisses Unbehagen aus, so oft ich ihn lese. Ja, er stimmt insofern, als dass sich Gott unserer bedienen will, als Werkzeug, dass er uns brauchen will. Es ist etwas herrliches gebraucht zu werden! Aber genausogut, hat das Böse, der Teufel keine anderen Hände als unsere, keine anderen Füße als unsre und auch nur unsere Augen und Lippen… Auch dessen müssen wir uns bewußt sein.

Die Sorge ob unser Tun mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ob wir nicht unseren Willen und unsere Meinung zum Willen Gottes machen, sollten wir in uns wach halten. Das fordert eine große Demut und Einsicht, dass es nämlich nicht ich bin, der macht und schafft, sondern dass es Christus ist, dem ich mich als Werkzeug in die Hand gebe. „Ohne dich (Gott) vermag ich nichts. Mit dir alles.“ sagt Meister Eckhart und Ignatius stimmt ihm in seinen Exerzitien zu. Und ganz unerwartet tönt es ganz eckhardisch und ignatianisch aus einem modernen Lied von Paul van Dyk wieder „I have nothing. But I have everything when I have you.“

Zukunft gestalten, das ist unser Auftrag als Geschöpf. Gott hat die Zukunft von Welt und Kirche in unsere Hände gelegt, er vertraut uns. Mit seiner Hilfe können wir hier das schon sichtbar machen, was er für alle Geschöpfe will: Heimat. Heimat die verweist auf die Heimat, die er selbst für uns alle bereitet hat.  

© Ralf Gührer

1 Seinerzeit Spruch auf dem Mäppchen eines Klassenkameraden.

Ursberger Josefsbote II/09

Wer nur den lieben Gott läßt walten…

Im Kirchturm meiner Heimatgemeinde befindet sich noch das alte Uhrwerk, das früher die Turmuhr und den Glockenschlag angetrieben hat. Zu meiner Ministrantenzeit ging sie noch, auch wenn sie keine Funktion mehr hatte, da eine neue, funkgesteuerte Uhr ihre Aufgaben übernommen hat. Es war jedesmal ein Ereignis, wenn die fast Zimmergroße, mechanische Uhr für wenige Momente in Gang gebracht wurde. Dann schwang der riesige Pendel durch das gesamte darunterliegende Stockwerk, die Gewichte hingen schwer an den Ketten und ein undurchschaubares Räderwerk kam in Gang. Da gab es ganz kleine Zahnräder und ganz große, eines Trieb das andere an, manchmal wurde etwas ausgelöst, was früher einmal die Zeiger weiterbewegte oder dem Glockenhammer das Schlagen befahl.

Diese alte Kirchturmuhr wurde mir zum Lebensgleichnis: so undurchschaubar für mich das Rädergewirr war, in dem es sich immerzu bewegte, klackte und tickte -, so wenig nachvollziehbar, wozu dieses oder jenes einzelne Teil im Uhrwerk war, so undurchschaubar und so wenig nachvollziehbar schien und scheint mir zuweilen mein Leben und meine Aufgabe in der Welt.
Das Ergebnis der Räderwerksarbeit war sichtbar - wie es dazu kommt blieb mir verschlossen. Im Rückblick auf das bisherige Leben macht manches Sinn, was zur konkreten Zeit größte Ratlosigkeit ausgelöst hat.

Wie sinnlos erscheint oft der Alltag, die immer gleiche Mühe (Rasenmähen, Fensterputzen, Unkrautjäten,…) der Trott der Arbeit, das Lernen und Studieren. Wie schwer fällt es gerade Dinge zu tun, deren Ertrag wir nicht sofort wahrnehmen, oder auf den wir scheinbar vergeblich warten. Wie ein Rädchen im Uhrwerk. Immer rund herum, angetrieben von langsamen Großen oder emsigen Kleinen. Das Rädchen kann den Zusammenhang gar nicht verstehen, wie soll es auch – warum auch?

Das Rädchen hat seine Aufgabe. Eine Aufgabe, die ihm vom Meister aufgegeben ist. Ohne dieses Rädchen würde die Uhr ins Leere laufen, sie würde nicht funktionieren. Das große Ganze würde massiv gestört sein.

So mache ich mir immer wieder gegenwärtig, dass ich ein kleines Rad bin, das sich in einem Zusammenhang dreht den ich niemals verstehen werde. Ich vertraue aber dem Meister dieses Werkes und versuche treu meinen Dienst zu tun, dort wo er mich hinstellt. Manchmal ist es schwer das anzunehmen, aber wenn ich daran glaube, dass es keinen Zufall gibt, dann geht es besser.
„Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken,
wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand.
Käme ich bis zum Ende,
wäre ich noch immer bei dir.“ (Ps 139,17f)

Wenn ich mir bewußt mache wie begrenzt ich und meine Möglichkeiten sind, bleibt mir das mich-Ergeben im Vertrauen auf Gottes unergründliche Weisheit. In diesem Augenblick fällt aber auch viel Last von mir ab. Denn niemand außer ich selbst verlangt von mir, das Leben und die Weisheit Gottes zu verstehen. Rainer Maria Rilke vertieft diesen Gedanken und weist einen Weg ins Glück, wenn er schreibt:
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

In dieser Haltung schrieb Georg Neumark in den letzten Jahren des 30jährigen Krieges das Lied Wer nur den lieben Gott läßt walten. Er war unterwegs um in Königsberg das Studium aufzunehmen, doch wurde er und seine Reisegesellschaft unterwegs überfallen und ausgeraubt. Er stand vor dem Nichts. Nach langem Suchen in mehreren Städten, fand er endlich eine kleine und bescheidene Anstellung als Hauslehrer in Kiel. Noch am ersten Abend schrieb er dieses Lied.

1. Wer nur den lieben Gott läßt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott dem Allerhöchsten traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, daß wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

(5.) Denk nicht in deiner Drangsalshitze
Daß du von Gott verlassen seist
Und daß Gott der im Schoße sitze
Der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
Und setzet Jeglichem sein Ziel.

3. (7.) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verläßt er nicht.

Das Original hat sieben Strophen, die in modifizierter Weise noch im Evangelischen Gesangbuch vorkommen (EG, Nr. 369), das Gotteslob (Nr. 295) kürzt das Lied auf drei Strophen zusammen

Für ihn beinhaltete es sein ganzes Schicksal und schließlich den Trost, der ihm an jenem Tag widerfahren ist. Das Lied ist so komponiert, dass Text und Melodie sich gegenseitig interpretieren. Die Pausen sind so gesetzt, dass Fragen aufkommen. Die Pausen nach jeder Zeile erzwingen einen Moment des Unbeantworteten. Was ist mit dem, der nur den lieben Gott läßt walten? Was ist mit dem, der auf ihn allezeit seine Hoffnung setzt? Die Melodie beginnt in Moll und endet dann in Dur. Die Setzung in Dur bekräftigt die jeweilige Aussage: Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut!

Das Lied beinhaltet mein Gefühl vom Uhrwerk. Aber es weitet gleichzeitig das starre und mechanische Bild in dem ich als Rädchen eingezwängt und vielleicht unfrei bin. Wer nur den lieben Gott läßt wallten weitet den Blick in ein dynamisches Vertrauen, das sich nicht still in und um sich selbst dreht. Das Lied kann auch nach fast vierhundert Jahren noch Trost, Zuversicht und Gottvertrauen spenden. „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht.“

©Ralf Gührer

privates: hallo…

…allerseits! es geht mir übrigens recht gut. wie immer viel los und wenig zeit für privates. wie immer also. ausser vielleicht: man ist halt keine 20 mehr. keine sorge. danke. rg. ps. demnächst gibt es wieder mehr einträge, aber jetzt hat anderes vorrang.

haben wollen

canadische indianer fangen bären mit einem simplen trick: ein mit honig eingeschmierter stein hängt an einem baum. der bär will den honig haben und fährt mit der tatze über den stein. der stein beginnt zu schwingen. der bär schlägt immer heftiger zu, weil er den honig haben will und der stein schwingt immer heftiger zurück und trifft den bären mit immer größerer wucht am kopf - bis der bär k.o. geht.

in indonesien (?) fängt man affen so: in einem kleinen käfig dessen gitterstäbe recht eng angeordnet sind, befinden sich nüsse. affen können durch die stäbe mit der hand hineinfassen. sobald sie aber die nuss in der faust haben, kommen sie nicht mehr heraus. ein affe lässt die nuss nicht mehr los, wenn er sie einmal hat. die falle ist das habenwollen und für den jäger ist es ein leichtes den affen jetzt zu fangen.

die geistliche armut (sich der dinge freuen ohne sie besitzen zu wollen - lieber verzichten, als dass das objekt der begierde einen selbst in besitz nimmt - …) will nichts anderes als uns vor dem schicksal des canadischen bären und des indonesischen affen bewahren. wer sie als freud- und lustloses diktat wahrnimmt, hat sie (noch) nicht verstanden.


Killers: Human
Ich hab mein Bestes gegeben,
hab aufgepasst als der Aufruf kam
um auf die Bühne der Unterwerfung zu treten.
Ich wurde dorthin gebracht, aber ich war zahm.
Nur manchmal werde ich nervös
wenn ich eine offene Tür sehe.

Schließ die Augen, mach dein Herz frei.

Schneid die Fäden durch.

Sind wir Menschen oder tanzende Marionetten?
Meine Lebenszeichen sind da, aber meine Hände sind kalt.
Und ich falle auf meine Knie
(Marionetten fallen auf die Knie wenn die Fäden durchtrennt werden),
suche nach der Antwort
Sind wir Menschen oder tanzende Marionetten?

Meine Hochachtung an Anmut und Tugend,
dem Guten mein Mitgefühl!
Grüße die Seele und die Liebe!
Sie haben immer ihr Bestes gegeben.
Lebewohl der Hingabe!
Du hast mir alles beigebracht, was ich weiß.
Wink mir zum Abschied und wünsch mir alles Gute.

Du musst mich gehen lassen……

Wird deine Methode funktionieren
wenn du heute Abend von zuhause träumst?
Wir können nichts mehr empfangen,
aber
Lass mich wissen, ob dein Herz noch klopft.

Sind wir Menschen oder tanzende Marionetten?

blick in die diss

köln. man kann sich fragen, warum köln? vor dem dom-massiv tummeln sich immer leute. die kirche ist in köln sehr präsent. nicht nur durch den dom. man bekommt den eindruck, das einzige, was vom alten köln übrig ist (wieder aufgerichtet wurde) sind die kirchen. alles andere hat den charme von “mal schnell hingestellt”. das versunkene stadtarchiv gibt zudem das gefühl, dass der rest von köln eher provisorisch, bzw. als vorläufig geplant war/ist. aber die kirchen stehen fest und scheinen jahrhunderte alt zu sein.

köln der dom es ist eine mächtige, alte und vor allem potente diözese. köln kann sich leisten, wovon andere nur träumen können. dadurch hat das erzbistum aber auch die verantwortung, stellvertretend für andere - vielleicht sogar für mehr als man denkt - eine rolle zu übernehmen, die sonst keiner vermag. vielleicht nicht einmal rom… köln (in diesem fall ist der kardinal gemeint) denkt institutionell. ohne dieses denken wäre ein museumsbau wie kolumba undenkbar gewesen.

kolumba die ausgrabung und das mauerwerk von peter zumtor und ganz unbescheiden wird peter zumthor als baumeister gewählt. er schafft einen bau, räume und orte, die mehr sind als ausstellungshallen.

kolumba von aussen   kolumba der garten   kolumba-mai-09-102.JPG

kolumba-mai-09-081.JPG orte nicht räume  kolumba-mai-09-084.JPG dazu die kunst. alte schätze aus der über hundertfünfzigjährigen geschichte und die moderne. hochkarätige künstler des 20. jahrhunderts und lebende kölner künstler.    kolumba-mai-09-078.JPG  

kolumba-mai-09-072.JPG paul thek. die welt. auf zeitungspapier 

kolumba-mai-09-066.JPG   kolumba-mai-09-042.JPG   kolumba-mai-09-028.JPG  

kolumba-mai-09-039.JPG alt und neu zusammen, nebeneinander. fremd, befremdlich. assoziationszwang. “hemmungslos subjektiv”.  kolumba-mai-09-025.JPG   kolumba-mai-09-017.JPG  

kolumba-mai-09-015.JPG alt und neu. ein buch über das sterben und bilder vom sterben. abstrakt und rätselhaft, doch mit wenigem hinsehen auch wieder schnell begreifbar, schnell klar, schnell kongruent zur eigenen erfahrung. kolumba-mai-09-006.JPG   kolumba-mai-09-005.JPG und dann die treppen. himmelsleitern. wege ins nichts. ins dunkel, ins licht. schwebend und doch aus stein. dieses museum muss man allein für die treppen und schwellen besuchen!

es ist eine schwelle ins andere, eine treppe, die einen hebt und verändert. die einen reflektieren lässt und nachdenken über das eigene.

nachtrag le barroux

le-barroux-6mai-abend-031.JPG   le-barroux-6mai-021.JPG   le-barroux-6mai-abend-068.JPG   le-barroux-6mai-abend-016.JPG   le-barroux-6mai-031.JPG   le-barroux-6mai-abend-021.JPG   le-barroux-6mai-abend-003.JPG   le-barroux-6mai-abend-042.JPG impressionen aus le barroux

Le Barroux

Le Barroux

Es war höchste Zeit. Der Zeitplan war perfekt - nach der weitgehenden Wiederherstellung des Körpers und einer verordneten „Bekehrung“, was das Achten auf sich selbst angeht.
Ich fand mich im Kloster wieder.

Am Samstag zuvor feierte ich mit den Kursbrüdern noch den 5. Weihtag. Damals (vor fünf Jahren) musste ich vor der Primizwoche noch eine Woche pausieren (eine andere ökum. Großveranstaltung hatte Vorrang) und verbrachte meine „Weiheflitterwoche“ ebenfalls in Frankreich. Jeder Kilometer auf der Autobahn tat gut, weil ich mir mehr und mehr durch den Abstand klar wurde, was da am 2. Mai 2004 geschehen ist. Die Distanz, das Alleinsein und die Freiheit waren dabei meine Lehrmeister. Es waren tiefe Erlebnisse in der inneren Stille dieser Woche. Am 3. Mai 2009 fühlte ich dieses Gefühl wieder in mir: jeder Kilometer tat gut und klärte.
Der Abend der Ankunft war fremd. Ich war fremd, fühlte mich im Refektorium ausgesetzt, eingesperrt, unwohl. Das Zimmer war eine Zelle. In etwa so, wie ich es mir vorstellte und erwartet hatte. Die Nacht kalt, der Morgen früh. Mich irritierten die wachen Augen der Mönche. Irritierten… Faszinierten, stellten mir Fragen. Ich begann erst mit der Laudes um 6.00 Uhr, die Mönche waren schon um 3.30 Uhr zur Matutin aufgestanden.

An diesem Morgen nach meiner Messe war ich aber angekommen.
An den folgenden Tagen wurde es zuerst immer unruhiger in mir (während mein Körper sich sehr schnell an die festen Zeiten gewöhnte und sie genoß) – ich war in mir beunruhigt durch die Ruhe, die die Mönche im Chorgebet ausstrahlten.
Das singen der Psalmen war eine Katharsis. Es brannte, war bisweilen schwer auszuhalten – und doch war es wie ein ruhiger, starker Strom, der reinigt und einen langsam löst und mitnimmt. Ich konnte mich fallen lassen, treiben lassen. Vergessen.

Das Chorgebet war wie das Meer. Es rauscht in immer wiederkehrendem Rhythmus und mit jeder Welle klären sich die Zeichnungen im Strand. Jede Welle bringt neues zu Tage und nimmt anderes mit.

Und dann die Fragen. Da waren so viele Fragen in mir. Ich hatte mich sehr vernachlässigt. Ich – mein Inneres, meine Mitte. „Da dachte ich: ´Hätte ich doch Flügel wie eine Taube, dann könnte ich fliehen, die Nach verbringen in der Wüste. An einen sicheren Ort möchte ich eilen vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.“ (Ps 55,7ff) Aber ich war ja schon geflohen, war ja schon in der Wüste.

Und die Fragen die diese Mönche an mich stellten: warum sind die hier? „Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in saecula saeculorum“. Ich würde vor all dem Zeug fliehen, das mich zumüllt. Vielleicht sogar vor der Welt, (ich weiß, dass das keine Gründe für so eine Entscheidung sein dürfen – ich bin ja auch wieder zurück) nur noch in diesem Strom fließen wollen… „Amen.“ Aber die? Kennen die die Welt überhaupt? Welcher Neid kommt in mir auf! Und doch ist es nicht meines – und meines nicht ihres.

Nebenzu, fast ungewollt konfrontierte ich mich durch Le Barroux auch mit dem außerordentlichen Messritus. Vor allem die Nachsicht, die mir als Novus Ordo Priester hier entgegengebracht wurde, heilte viele Wunden, die Protestraditionalisten schlugen. Ich begann mehr zu verstehen, wie weh die Lieb-, Ehrfurchts- und Gedankenlosigkeit vieler Zelebranten den Menschen tut, die (noch) ein Gespür dafür haben. Über die Ursachen kann man Diskutieren und über die Lösungsmöglichkeiten noch mehr, aber das Faktum ist offensichtlich.
Le Barroux tut gut, weil hier nicht protestiert, angeklagt und verurteilt wird. Hier wird eine Haltung gelebt und Vorbild gegeben. Das am meisten beeindruckende was ich hier fand (und wonach ich innerlich am meisten suchte) war die Authentizität.

Authentizität bei allen Fragen die bleiben, die gestellt sind. Gnoti sauton – erkenne dich selbst.

ich hab nicht nachgerechnet, aber selbst wenn eine dezimalstelle nicht stimmen würde, ist es immer noch erschreckend

Übersetzung aus dem Spanischen vom 15. 3. 2009  

Eine einfache Rechnung und ein eindrucksvolles Ergebnis Eine Überlegung und eine einfache Kalkulation, gesandt von einem spanischen Fernsehzuschauer an CCN.Der Plan zur Rettung der Banken mit dem Geld der Steuerzahler, der zurzeit im Amerikanischen Kongress diskutiert wird, wird die unvorstellbare Summe von 700 Milliarden Dollar kosten, obwohl man den Banken bereits 500 Milliarden Dollar übergab und die europäischen Regierungen ihrerseits Milliarden an die von der Krise betroffenen Banken übergeben werden.  

Um sich die Dimension dieser Ziffern überhaupt vorstellen zu können, machte ein spanischer Fernsehzuseher folgende Kalkulation:  

Auf dem Planet Erde leben derzeit 6,7 Milliarden Einwohner. Wenn man “nur” die 700 Milliarden (amerikanischen) Dollar durch die 6,7 Milliarden Bewohner der Erde teilt, bedeutet dies, dass jeder einzelne Bewohner der Erde 104 Millionen Dollar erhalten würde. Mit dieser Summe könnte man nicht nur sofort die gesamte, weltweite Armut ausmerzen, sondern es würde jeder Erdenbewohner automatisch zum Millionär werden.Der Fernsehzuseher, kommt zu dem Schluss: “Es scheint allerdings, dass es ein kleines Problem mit der Verteilung des Reichtums geben wird.” Machen wir eine kleine Rechnung, viel einfacher und näher liegender, - also von den Spaniern. Der spanische Staat unterstützt die Banken derzeit mit 30 Milliarden Euros, die aus den Geldbörsen der Spanier stammen.  

Der Staat wird 30 Milliarden Euros Schulden den Banken abnehmen, um deren finanziellen Kollaps zu vermeiden. Spanien hat nach der aktuellen Einwohnerliste von 2008 46.063.511 Einwohner. 

Machen wir also folgende Rechnung: 30.000.000.000,– von Euritos !!!!!!!!!! - geteilt durch 46.063.511 Einwohner ergibt 652,18 Millionen Euros für jeden Spanier! Unter der Annahme, dass im Durchschnitt jede Familie aus 4 Personen besteht,würde auf jede Familie 2.608,72 Millionen Euros entfallen. Schau mal, mit dieser Summe könnten wir doch locker unsere Hypothekenbezahlen. Das ist die Krise. Es zahlt sich aus, uns für dumm anzusehen. Sowohl die Regierung als auch die Opposition lachen über uns. Und wir? Machen wir gar nichts?

wenn das samenkorn nicht in die erde fällt

und stirbt, bleibt es allein. wenn es aber stirbt, bringt es reiche frucht.

es geht um das sich-verschenken, loslassen, hergeben, nicht an den dingen und sich selber hängen.

jedes loslassen ist ein kleiner tod. ich gebe etwas von dem was ich habe, das aber nach dem hergeben mir nicht mehr zur verfügung steht - für mich “tot” ist. alles was ich hergebe ist wie ein tod, alles was ich verschenke ist nicht mehr zu meiner verfügung: ich habe darüber keine macht mehr. jeder gruss, jeder händedruck, jede freundschaftliche geste, jede speise und jeder trank den ich teile, habe ich nicht für mich allein. jede münze die ich verschenke ist für mich wertlos (im sinne von besitz, haben, nutzen, …). aber nutzen, haben und besitzen ist etwas, was ich FÜR MICH tue. ich beziehe dabei alles auf mich - auf mich allein.

wenn ich nicht hergeben kann, nicht teilen kann, nicht loslassen kann, dann bleibt zwar alles MIR, ich aber bleibe allein. das samenkorn bleibt allein, wenn es sich nicht hergibt. je mehr ich von mir hergebe, desto mehr kommt für mich zurück - anders als haben. je mehr ich loslassen kann, deste größer ist die frucht.

das größte hergeben und loslassen begegnet uns im loslassen des lebens. wenn ich mein leben in die hände gottes hergeben, loslassen kann, dann bekomme ich für dieses leben, das ewige.

“wenn das samenkorn nicht in die erde fällt und stirbt, bleibt es allein.” hilf uns loslassen!

Halleluja in Moll

Beim Propheten Jeremia begegnet in der jüdisch-christlichen Geistesgeschichte schon eine Persönlichkeit, die fundamental mit ihrer Existenz hadert. Kohelet, der Prediger, erlebt das Leben trotz vieler Annehmlichkeiten, die er sich erlauben kann, als belastend und er nimmt das Ergebnis all seines Denkens und Forschens gleich vorweg: alles ist nur Windhauch.

Während Jeremia bemerkt, dass er nicht anders kann und seinem Lebensschicksal nicht auskommt, versucht Kohelet das nichtige Leben mit dem Jetzt zu (er-)füllen.

Beide vermitteln ein Gottesbild, das schwer zu fassen ist, da ER beide weder durch seinen Auftrag, noch durch Erkenntnis (Gottes), noch durch seine Gegenwart mit Glück oder Zufriedenheit bedenkt. “Deine Hand lastet schwer auf mir”. Ihre Existenz ist belastet durch Gott. Sie erleben durch seinen Auftrag, bzw. Berufung keine Erlösung.

Ganz in dieser biblischen Tradition steht Soeren Kierkegaard, der dänische Philosoph. Vor allem der letzte Eintrag in sein Tagebuch (25. September 1855), wenige Tage vor seinem Zusammenbruch und Tod geschrieben, bringt die Extreme von existenziellem Leid und der Liebe Gottes, die absoluten Frieden und Glück schenkt, zusammen. Auch dieser Gott (der hier beschriebene Gott, die hier beschrieben Seite Gottes…) bleibt für die meisten Menschen ein fremder, ein unaktzeptabler Gott, der nicht in das Bild des “lieben Gottes” hineinpasst. Aber welcher Mensch erlebt sein Leben schon als ”glatt und rund”? Wie viele Gründe und wieviele Geschehnisse im Leben gibt es, den allmächtigen, barmherzigen, allwissenden, liebenden und mitfühlenden Gott in den Kirchen und Kapellen zurückzulassen? Sehr viele, manchmal und manchem zu viele.

Er ist der Immer-Andere. Anders ist auch der Gott Kierkegaards…

“Das Ziel des Lebens aus christlicher Sicht

Unser Ziel in diesem Leben ist es, bis zum höchsten Punkt des Lebensüberdrusses gebracht zu werden.

Der, der zu diesem Punkt getrieben wurde, stellt fest, das Gott ihn dorthin gebracht hat - aus Liebe -, und er hat die Prüfung des Lebens damit bestanden und ist reif für die Ewigkeit.

(…) Nur diejenigen, die zu diesem äussersten Punkt des Lebensüberdrusses gelangt sind und - mit der Hilfe der Gnade - dennoch davon überzeugt sind, dass Gott das aus Liebe tut - und die darüber keinen Funken Zweifel in ihrer Seele haben, nicht einmal im entferntesten Winkel ihrer Seele daran Zweifeln, dass Gott Liebe ist! - nur die sind reif für die Ewigkeit.

Und Gott empfängt sie in der Ewigkeit. Was will Gott denn? Er möchte Seelen die preisen können, anbeten und verehren, und ihm danken - das ist der Dienst der Engel. Darum ist Gott umgeben von Engeln (…). Die Engel gefallen ihm. Was ihm aber noch mehr gefällt als der Lobpreis der Engel ist ein menschliches Wesen, das im Leben bis ans äusserste gelangt ist, dem Gott schier reine Grausamkeit geworden ist und dem er die grausamste Last auferlegt hat um ihn jeder Lebensfreude zu berauben und dieser Mensch bleibt trotzdem dabei, dass Gott die Liebe ist und das er das alles aus Liebe tut. So ein Mensch wird ein Engel. Und im Himmel kann dieser Gott sehr wohl loben; aber die schlimmste Zeit ist immer die Zeit des Lernens, die Zeit der Schule.

Wie jemand, der die Idee hat die ganze Welt zu bereisen nur um einen Sänger mit der vollendeten Stimme zu hören, so sitzt Gott im Himmel und horcht. Und immer, wenn er jemanden hört, den er zum äussersten Lebensüberdruss gebracht hat und der ihn (trotzdem) lobt, sagt Gott bei sich: hier ist die Stimme! (Hier ist der perfekte Ton!) Hier ist es, sagt er, als ob er eine Endeckung macht; aber er wusste es schon, denn er selbst war immer mit diesem Menschen und half ihm so gut Gott es eben kann, bei dem, was einzig die Freiheit vermag. Nur die Freiheit vermag so etwas. Aber die Überraschung fähig zu sein dieses Lob aus sich selbst heraus auszusprechen - ganz so als ob Gott selbst es wäre, der es ausspricht - und in seiner Freude darüber zu diesem Lob fähig zu sein, ist er so glücklich, dass er nichts hört; nicht hört, dass er es selber war, der dieses Lob aussprach, und alles dankbar Gott aufopfert und Gott lobt damit es weiter Gott ist, der es tut, weil er es sich selbst nicht zutraut, aber ganz auf Gott vertraut.”

Soeren Kierkegaard ist hier kein Masochist, Gott ist auch kein Sadist. Das Leid, das Leiden ist Notwendig um zur Vollkommenheit zu gelangen. Gott gefällt das Leid nicht! Und der Mensch der hier gemeint ist, erlebt die Grausamkeit wirklich, es ist weder ein pastellfarbenes Gefühl der Romantik, noch ein durch die Pharmazie dosiertes und gedrosseltes Leid. Es ist die nackte Wahrheit menschlichen Seins, so wie viele es erleben. Die Frage ist lediglich, ob es nicht irgend einen anderen Weg gäbe?

Wie klingt jetzt aber diese Stimme, dieser Ton, dieses Lob eines Menschen, dem Gott (und das Leben) “zur reinen Grausamkeit” geworden ist?

Wenn ich Kompositionen von Sir John Taverner höre, kommt mir oft Kierkegaards Tagebucheintrag in den Sinn. Fragments of a Prayer oder Song for Athene sind zwei Stücke, die beide das Halleluja (bzw. Alliluia) beinhalten. Halleluja ist der Lobgesang an Gott. Aber bei Taverner kommt das Hallel aus einem gequälten und verzweifeltem, einem ringenden und flehenden Herzen. Aber es ist ein Halleluja!

Gott kann man loben auch aus dem eigenen Elend heraus. Man muss sich nicht verstellen, man muss nicht Dur anstimmen. Aus meiner ganzen menschlich-irdenen Realität empor kann ich mich vor ihm verneigen - und weiss nicht wie der Friede geschieht, der dabei mich umfängt.

            

 

THIS LIFE’S DESTINY IN CHRISTIAN EYES

Our destiny in this life is to be brought to the highest pitch of world-weariness.

He who when brought to that point can insist that it is God who has brought him there, out of love, has passed life’s examination and is ripe for eternity.

It was through a crime that I came into the world, I came against God’s will. The offence, which even though it makes me a criminal in God’s eyes is in a sense not mine, is to give life. The punishment fits the crime: to be bereft of all lust for life, to be led to the extremity of world-weariness. Man would try his bungling hand at God’s handiwork, if not create man, at least give life. ‘You’ll pay for this all right, for only by my grace is the destiny of this life world-weariness, only to you who are saved do I show this favour of leading you to the highest pitch of world-weariness.’ Most people these days are so spiritless, so deserted by grace, that the punishment simply isn’t used on them. Lost in this life they cling to this life, out of nothing they become nothing, their life is a waste.

Those who have a little more spirit, and are not overlooked by grace, are led to the point where life reaches the highest pitch of world-weariness. But they cannot come to terms with it, they rebel against God, etc.

Only those who, when brought to this point of world-weariness could continue to insist with the help of grace that it is out of love that God does this, so they do not hide any doubt in their soul, not in the deepest cranny of their soul, that God is love—only they are ripe for eternity.

And God receives them in eternity. What then does God want? He wants souls who could praise, adore, worship, and thank him—the business of angels. That is why God is surrounded by angels, for the kind of beings of which there are legions in ‘Christendom’, who for ten rigsdaler could bawl and trumpet to God’s praise and glory, these do not find favour with him. No, the angels please him, and what pleases him even more than the praises of the angels is a human being who, on life’s final lap, when God is transformed as if into sheer cruelty, and does everything with the most cruelly contrived callousness to deprive him of all lust for life, nevertheless continues to believe that God is love, and that it is from love that God does this. A man like that then becomes an angel. And in heaven, there he can very well praise God; but the hardest time is always the time of learning, of schooling. Like someone who got the idea of travelling all over the world to hear a singer with perfect voice, God sits in heaven listening. And every time he hears someone praise him, someone he brings to the extremity of world-weariness, God says to himself: Here is the voice. Here it is, he says, as if he were making a discovery; but he was prepared all the same, for he was himself present with that man and helped him as much as God can in what only freedom can do. Only freedom can do it. But the surprise at being able to express oneself by thanking God as if it were God who did it, and in his joy at being able to do this he is so happy that he will hear nothing, nothing, about he himself having done it but refers everything gratefully to God, and prays God that it will continue to be God who does it, for he does not trust himself but trusts God (XI 2 A 439).

lieben heisst lassen

margarete porete und andere in ähnlicher weise haben von der “vernichteten seele” geschrieben, die zur vollkommensten begegnung mit gott gelangt ist. dabei ist das leben ein ständiges abschied nehmen und fahren lassen, ein zurückbleiben und zurücklassen. die höchste form des leben lebens ist das lieben. so heisst lieben in besonderer weise  l a s s e n, abschied nehmehn.

anders gewendet

ich revidiere alles und behaupte das gegenteil von davor. (dieser eintrag ist uralt und der bezug fehlt hier, aber das grundthema ist nach wie vor gültig. anm. d. v.) und wieder umgekehrt…
will man alles bedenken und erwägen und ergründen und in die zukunft blicken um ja nichts verkehrt zu denken, sagen und tun… man würde gar nichts mehr tun.
also: mut zum imperfekten. denn das perfekt liegt in der vergangenheit und somit lernen wir aus der grammatik: alles perfekte ist bereits tot. das wollen wir aber nicht sein - darum begegen wir eben weiter imperfekte fehler.

jedenfalls möchte ich nicht in adornos kulturkritik einsteigen. es gibt dinge, da hatte er nicht recht. und es gibt auch bei mrr dinge, die sind ebenso nicht vollendet und einwandfrei. aber er hat sich zu wort gemeldet (grund: was auch immer, das spielt hier keine rolle) und eine durchaus bedenkenswerte frage gestellt. in dieser an-frage an den ein oder anderen (…) gebe ich ihm recht. mehr muss nicht sein.

das kölner domfenster

Das Domfenster. Den Erstkontakt hatte ich leider durch die Presse und über die gefilterten und vorinterpretierten Nachrichten von Äußerungen dieses und jenes Menschen, für und wider, hin und her hatten durchaus ihren Einfluss auf meine Meinung. Zunächst. Die noch frischen Impulse aus meinem Studium aber prägten schließlich am meisten mein Bild vom Bild das sich mir bot als ich den Dom zum ersten Mal per Zufall durch den Südeingang von Bahnhof her betrat. Erst konnte ich es nicht lesen. Meine Begeisterung war schlicht die Begeisterung, dass überhaupt etwas geschieht und getan wird, was über Restaurierung hinaus geht. Es war die Freude am Neuen, das es sich zuerst anzueignen gilt. Wie ein neues Handy z.B. einen zuerst erfreut, weil es einfach neu und aufregend ist, aber es macht noch Mühe. Mühe beim Gebrauch. Ein Domfenster ist aber kein Gebrauchsgegenstand. Nein, man braucht es nicht; zumindest nicht unbedingt. Oder doch? Eine gotische Kathedrale braucht sehr wohl die Fenster, denn diese Kirchen sind eigentlich aus Glas gebaut, eine Suggestion des Neuen Jerusalems aus der Offenbarung, ein Ort, eine Stadt ganz aus Edelsteinen. Jede gotische Kirche, die nicht diese dunkel bunten Fenster hat, ist unvollendet oder verstümmelt. In Köln wäre eine historisierende Version durchaus legitim gewesen, um zumindest ein Trugbild der ursprünglichen Absicht der Bauherren vorzugeben. Aber die Kirche hat gut getan das Jetzt in die Kathedrale einzubringen. Bei aller Größe bleibt das das Fenster nur ein Detail des immensen Gebäudes. Wenn eine Kirche aus Stein tatsächlich ein Sinnbild für die lebendigen Steine, die aktuelle Gemeinde ist, so ist die Fläche des Fensters immer noch zu klein.

Irgendwann einmal beim Betrachten und Meditieren des Fensters verlor ich die bunten Quadrate aus den Augen und entdeckte das Maßwerk. Es bildet den Rahmen, besser DIE Rahmen für das Fenster. Das Maßwerk bringt (neben der verborgenen Ordnung innerhalb Richters Werk) Ordnung und Ruhe in das bunte, scheinbare Gewirr. Und die Quadrate ordnen sich ein, ordnen sich unter diesen altehrwürdigen Rahmen. So unterschiedlich die sperrigen Gläschen von weniger als einem Quadratdezimeter zu dem für unsere Augen harmonisch wirkenden Maßwerk auch sind, so groß der scheinbare Kontrast, so sehr passen beide auch zusammen, so sehr sind beide zusammen ein meisterliches Bild für Kirche. Das Fenster ist im Ganzen ein modernes Bild für den Leib Christi, der aus vielen, sehr unterschiedlichen Gliedern besteht, aber zusammen ein Ganzes bildet. Es ist ein Sinnbild für die Gemeinschaft von Individuen, die mit ihren Ecken und Kanten sich einfügen in ein großes Ganzes und so Gemeinde bilden.

Gestern fiel am Abend viel Licht durch das Fenster – und auch durch die anderen Fenster der Nordseite. Dort wo das bunte Licht auf die Steine traf wurde es bunt. Es war kein Unterschied zu sehen zwischen dem neuen und den alten Fenstern, das Licht das hindurchglitt malte hier wie dort abstrakte Farbkleckse auf Wände, Pfeiler, den Boden und die Menschen die im Dom umhergingen.

Der Geist weht wo er will.  

nischen und winkel

ecken, winkel, säulenvorsprünge und nischen sind grossartige architektonische gebilde. gerne verkrieche ich mich in sie, verstecke mich und werde so unsichtbar. das alles sind wohl rudimente einer höhle, die mir eine ahnung von sicher- und geborgenheit schenken.

die ecke und der winkel sind aber nicht einfach rückzugsorte, sie sind in wirklichkeit der ursprung und das zentrum des raumes. von einer ecke gehen die koordinaten aus, die den raum definieren. zwar ist die definierte mitte anderswo, aber nirgendwo sonst habe ich den ganzen raum vor mir - in mir.

sitze ich in der mitte, die alle für die mitte halten, so bin ich dem raum ausgeliefert. sitze ich in  m e i n e r  mitte, so ist der raum mir ausgeliefert. sitze ich also in der ecke, in der nische, im winkel, so bin ich in meiner mitte. sitze ich in der mitte, so verliere ich mich.

Josefsbote

Die St. Josefskongregation Ursberg gibt vierteljährlich eine Zeitschrift heraus: den Josefsboten. Die Kongregation bat mich die Nachfolge von Pfarrer Heidingsfelder in der Redaktion zu übernehmen. Mit der kommenden Ausgabe gibt es jetzt jeweils ein geistliches Wort unter einer neuen Überschrift: Mit auf dem Weg.

Wer den Josefsboten beziehen will:

Ursberger Josefsbote - Klosterhof 2 - 86513 Ursberg