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Februar 2012
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Archiv der Kategorie f Stoff

italienische seide und irischer tweed

http://www.anticosetificiofiorentino.com/

http://www.seteriabianchi.com/en/

http://www.trionadesign.com/

messgewänder. kunst und design

“die gestaltung von paramenten, besonders von caseln, ist mehr etwas für designer als für künstler - zu dieser einsicht bin ich nach vielen jahren der beschäftigung gekommen. in der liturgie darf nichts sich selber feiern: weder das gewand, noch die musik, schon gar nicht der priester oder andere beteiligten. alles muss zusammenspielen und im einen kulminieren.”

“die casel muss richtig sitzen. die modernen kragenformen sollen den dürftigen “unterbau” kaschieren - doch die kragenlose, ursprüngliche form ist unübertroffen. ein messgewand über albe und  talar sitzt einfach am besten. ursprünglich war das gewand ein umhang, ein mantel im alten rom. notfalls konnte man diesen mantel aufspannen zum zelt. es war ein grosses stück stoff mit loch für den kopf - die glocke (messgewandform). dann wurde immer mehr an der seite, den ärmeln abgeschnitten. letztlich blieb nur noch der latz übrig.”  

friedhelm mennekes im gespräch über die te-deum casel. februar 2008

pluviale

sicher waren da 30 gewänder. museum im schatzkammerstil. vollgestopft und an die vitrinenwände geklebt. fülle!

aber die rauchmäntel - so viele es auch waren - hatten alle nur diesen schild. diesen klassischen aten schild. so alt sie auch waren, keiner hatte auch nur die andeutung der ursprünglichen mütze. und doch war es einmal soetwas wie eine mütze!

 vielleicht war es aber auch nur sowas wie der kragen der matrosen heute noch. ein latz, den man aufstellen konnte und der dann wie eine aufgeschnittene röhre vor dem pfeifenden wind schützt. heute mit einem reißverschluss kann man aus so einem rückenlatz auch leicht eine mütze machen. mütze und schild - bei den matrosen noch sichtbar.

bei einem rauchmantel kann man allerdings keine mütze aus den schildern machen.

ad fontes!

zuerst einmal die mütze. dann im nächsten schnitt wird darauf das schild mit reißverschluss. mal sehn, ob man einen pfarrer davon überzeugen kann…

es denkt. es arbeitet. es treibt vorwärts und vorwärts.

enthüllen

welcher text ist passend für ein gewand? was überhaupt darf auf ein liturgisches gewand?

 ein priester ist keine reklamesäule. alles was ablenkt und nicht auf das tun im mysterium deutet, ist fehl am platz. reduzierte symbole und ornamente müssen hinführen zum liturgischen dienst und dürfen nicht sich selbst zelebrieren.

text als ornament halte ich für vertretbar. deutend.

das christentum ist eine schriftreligion. das wort wurde schrift und durch die schrift wurde uns das wort überliefert. die schrift besteht aus abstakten zeichen. bilder wurden abstrahiert und zu zeichen. der buchtabe ist ein geheimnisvolles bild, das heute als laut gedeuted wird. der buchstabe ist also bild und musik - und ist doch beides nicht. ist abstrakt.

wenn ich nun einen text als ornament auf einem liturgischen gewand verwenden will, welcher heilige text ist der geeignetste?

das vater unser? das gebet, dass der herr selbst lehrte? “so sollt ihr beten…”

das credo? zusammenfassung unseres glaubens. zeichen der einheit weit über den katholischen binnenraum hinaus?

ein psalm? “wer das ziehen zum hause des herrn?” wortgewordene liturgie.

in welcher liturgie wird die kasel getragen… eucharistie. was geschieht in der eucharistie? menschwerdung, tod und auferstehung. erlösung. gott wird mensch. der mensch vereint sich mit gott. gott mit dem menschen. kommen, erhoben werden. sendung “ite missa est”. es geschieht offenbarung.

“en archä an logos” im/am anfang war das wort. johannes 1,1

enthüllung. offenbarung.

enthüllung hat mit “stoff” zu tun. die decke des rätsels liegt auf dieser welt. revelation. das velum wird gehoben und der mensch sieht soviel wahrheit wie er kann.

der text ist gefunden.

kasel. die liturgischen gewänder verhüllen zunächst. sie verhüllen den menschen (drevermann hat da hervorragendes geschrieben (der kleriker). ich weiss es ist nich wirklich oportun im jahre 3 B XVI zu sagen, dass da was gutes steht, aber auch das ist wahrheit). paramente verhüllen den menschen. sie verhüllen, um gott zu enthüllen.

 im anfang war das wort und das wort war bei gott und gott war das wort. alles ging durch das wort hervor. ohne das wort wurde nichts was geworden ist. in ihm war das leben. und das leben war das licht der menschen. und das licht schien in der finsternis und die finsternis fasste es nicht.

ein neues design ist gezeugt!

eröffnung

mit der seide und den gewändern mit dem titel “te deum” ist ein sehr grosser prozess abgeschlossen worden und gleichzeitig eine tür zu einer neuen welt geöffnet worden. viele grundlegende gedanken, gespräche und reflexionen passierten dadurch angeregt in den letzten monaten. mit dieser neuen kategorie “stoff” möchte ich eine kleine stoffsammlung und gedankenfixierung erreichen.

die mehrdeutigkeit des wortes “stoff” erheitert oft. wenn stoff zu euphorischen stimmungen anregt, fesselt, berauscht, u.v.m., dann muss es sich nicht zwangsläufig um eine illegale droge handeln - rot seide beispielsweise kann von gleicher wirkung sein!

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