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Archiv der Kategorie c Fundgrube Textschätze

Engel können fliegen…

…weil sie sich nicht so (ge)wichtig nehmen.

Gebete

In den Tiefen, die keinen Trost erreicht,/lass doch Deine Treue mich erreichen.

In den Nächten, da der Glaube weicht,/ lass nicht Deine Gnade von mir weichen.

Auf dem Weg, den keiner mit mir geht,/ wenn zum Beten, die Gedanken schwinden,

wenn die Finsternis mich kalt umweht,/ wollest Du in meiner Not mich finden.

Wenn die Seele wie ein irres Licht, flackert zwieschen Werden und Vergehen,/

wenn des Geistes Kraft zu nichts zerbricht,/ wollest Du an meiner Seite stehen.

Wenn ich Deine Hand nicht fassen kann,/ nimm die meine doch in Deine Hände.

Nimm Dich meiner Seele gnädig an!/ Führe mich zu einem guten Ende.

Amen

* * *

Am Abend

dieses langen Tages

lege ich ab

Stiefel

vollgestopftes Terminbuch

Jeans

Hemd

Emails

Briefe

Akten

Rechner

und schließe das Auto und die Tür.

Am Abend

dieses langen Tages

lege ich auf Dich

Mühen

Sorgen

Worte voll Lächerlichkeit

Gesten des Spotts

schmerzende Zweifel

Trauer

Sehnsucht

Schuld

und meine Angst.

Am Ende

dieses langen Tages

lege ich mich

ganz und gar

still und geborgen

Gott,

in Deinen Schutz und Frieden.

Ratschläge an Geistliche - und eigentlich an alle Menschen

Fünf Prioritäten (Nach P. Franz Jalics soll man diese fünf Prioritäten setzen, und zwar in der angegebenen Reihenfolge:

1. Schlafen und träumen. 2. Körper, Bewegung, Esskultur. 3. Beten. 4. Freundschaft, Gemeinschaft. 5. Arbeit.

Kriterien des priesterlichen Dienstes (Von dem Aachener Bischof Klaus Hemmerle +1994 stammt diese Liste, mit der man sein Leben ausrichten kann)

1. Wichtiger ist, wie ich als Priester lebe, als was ich als Priester tue. 2. Wichtiger ist, was in mir Christus tut, als was ich selber tue. 3. Wichtiger ist, dass ich die Einheit im Presbyterium lebe, als dass ich in meiner Aufgabe allein aufgehe. 4. Wichtiger ist der Dienst des Gebets und des Wortes, als der Dienst an den Tischen. 5. Wichtiger ist, die Mitarbeiter geistlich zu begleiten, als möglichst viele Aufgaben selbst und allein zu tun. 6. Wichitger ist, an wenigen Punkten ganz und ausstrahlend zu sein, als an allen Punkten eilig und halb. 7. Wichtiger ist Handeln in Einheit, als noch so perfektes handeln in der Isolation. 8. Wichtiger, weil fruchtbarer, ist das Kreuz, als die Effektivität. 9. Wichtiger ist die Offenheit fürs Ganze, als das noch so wichtige partikuläre Interesse. 10. Wichtiger ist, dass allen der Glaube bezeugt wird, als dass alle herkömmlichen Ansprüche befriedigt werden.

Hungertuch

Solange der “Schmachtlappen” hing, dauerte die Fastenzeit

Schon die “Consuetudines” von Farfa erwähnen um 1000 den Brauch, in der Fastenzeit vor dem Altar ein Velum, das Fastenvelum aufzuhängen (velum quadragesimale, Fastentuch; Fastenlaken, aber auch: Hungertuch - der Name “Hungerdoek” ist in Münster 1306 erstmals belegt -, Kummertuch, Schmachtlappen; ursprünglich einfarbig schwarz oder violett). In einem meist rasterförmigen Bildaufbau wurde die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Weltende erzählt oder aber Tier-, Pflanzen- oder andere Motive dargestellt. In einer alten Handschrift aus Augsburg heißt es über das Hungertuch: “Darin [in der Fastenzeit] eszen sie 40 tag kein fleisch, auch nit milch, kesz, ayr, schmalz, dann vom remischen stuel erkaufft. Da verhüllt man die altar und hayligen mit einem tuech und last ein hungertuech herab, daz die syndige leut die götz nit ansehen”. Die Hungertücher sind Objekte eines mittelalterlichen Fastenbrauches, der Verhüllung des Altars durch das Fastenvelum, das später zum Symbol für Fasten und Buße wurde. So heißt es etwa in den Predigten Geilers von Kayserberg über das “Narrenschiff”: “Dich soll leren das Hungertuch, so man ufspannt, Abstinenz und Fasten.”
Aufgehangen wurde das Fastentuch zu Fastenbeginn am Aschermittwoch. Es hing im Chorbogen der Kirche vor dem Hauptaltar, verhüllte den Altar und konnte, da meist zweigeteilt, zur Seite gezogen werden. Das Fastentuch blieb hängen bis zur Komplet am Karmittwoch. Wenn aus der Passion zitiert wurde: “et velum templi scissimum est medium” (und der Vorhang des Tempels riß mitten durch), wurde das Tuch herabgelassen. Die dadurch begründete Redensart: “Das Fastentuch ist gefallen” bezeichnete - direkt und indirekt - das Ende der Fastenzeit.
Hungertücher zur Altarverhüllung verweisen auf die religiösen Verhüllungs- und Sichtbarkeitsriten. Sie finden sich nicht nur im Kult der Ostkirche, der Ikonostase; die Altarverhüllung der Westkirche steht in enger Verbindung mit der seit frühchristlichen Tagen bekannten Verhüllung des Kreuzes, der Bilder und Reliquiare während der Passionszeit. Die Westkirche hat eine Vorliebe für die Schaubarkeit kultischer Mysterien entwickelt, so dass sie keine ständige Verhüllung, sondern bloß eine zeitweilige kennt. Die Altarverhüllung in der Fastenzeit galt als Bußübung der Gläubigen in der Fastenzeit. An den Sonntagen der Fastenzeit wurde das Fastentuch vor dem Hauptalter geöffnet, nicht aber die Fastentücher vor den Seitenaltären. An Wochentagen wurde das Fastentuch auch vor dem Hauptaltar nicht zurückgezogen. Als Gründe für dieses Fastenbrauchtum werden angeführt: die so auch äußerlich sichtbare Unwürdigkeit der Gläubigen während der Bußzeit, die Verhüllung der Gottheit Christi während seiner Passion, die Parallelität des velum templi zum velum quadragesimale, wobei das Zerreißen des ersteren den Opfertod Christi anzeigte, das “Herabfallen” des letzteren auf die bevorstehende Auferstehung verwies. Die Entfernung des Fastentuchs vor der Osternacht verdeutlichte, dass Christus wieder unverhüllt in göttlicher Herrlichkeit vor den Menschen steht, dass er den Himmel geöffnet hat und dass er die Blindheit des Herzen weggenommen hat, die hinderte, das Geheimnis seines Leidens zu verstehen. Der - allerdings keineswegs entwicklungsmäßig einheitliche - Gebrauch des Fastentuches änderte sich mit den theologischen Auffassungen. Als in der Gotik ein “Sichtbarkeitskult” das “Sehenwollen” des Mysteriums und damit des Altarsakramentes forderte, entstanden nicht nur Monstranzen für die Eucharistie und Ostensorien oder Reliquiare für die Reliquien: Die Lettner in den Kirchen, die sich dort befanden, wo später die Kommunionbank stand, und die somit den Blick in den Chorraum der Kirche einschränkten, fielen dem neuen Bedürfnis ebenso zum Opfer wie die Fastentücher. Sie erhielten nun kleinere Ausmaße und wurden so hoch in den Chorbogen gehangen, dass der Blick auf das Altarsakrament nicht versperrt wurde. Dadurch änderte sich die Funktion der Fastentücher: Ihr Aushängen bezeichnete nun die Buß- und Fastenzeit.
Ihre Hochblüte erlebten die Hungertücher im 14./15. Jahrhundert in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und England. Dieser Fastenbrauch scheint von den Klöstern, wahrscheinlich den Nonnenklöstern, ausgegangen zu sein und hat sich über die Stifts- und Kathedralkirchen in die Pfarrkirchen ausgebreitet. Mit Beginn der Neuzeit verflüchtigte sich auch dieser, hielt sich nur noch in Westfalen und im Münster zu Freiburg. Im Westfälischen erlebte das Hungertuch im 16. und 17. Jahrhundert einen erneuten Auftrieb. Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde der Brauch durch die Bischöfliche Aktion “Misereor” 1976 neu belebt: Alle zwei Jahre erstellt ein Künstler ein neues Hungertuch, das in Kopie in vielen Kirchen aufgehangen wird und die Fastenzeit kennzeichnet, in der das Ersparte den Armen zukommen soll.
Herausragende Beispiele der Hungertücher sind in zwei geschlossenen Gruppen erhalten: in Westfalen und in Kärnten. Ansonsten haben sich nur Einzelstücke erhalten, die - wie im Falle von Gurk, Bedburdyck und Korschenbroich nachweisbar - mit Westfalen in Verbindung stehen. Das Hungertuch aus dem Dom von Gurk stammt aus dem Jahr 1458 und mißt 8,90 m x 8,87 m, das Virgener Fastentuch von 1598 mißt 5 m x 8 m. Das größte erhaltene Fastentuch in Deutschland stammt aus dem Jahr 1612 und gehört dem Freiburger Münster (12,25 m x 10 m). Einen hohen künstlerischen Wert hat das kürzlich renovierte Fastentuch von Zittau/Sachsen aus dem Jahr 1472 (8,6 m x 6,8 m). Das älteste bekannte Fastentuch besaß Sankt Aposteln in Köln, wo es 1875 verbrannte. Die Fastentücher bestanden meist aus Leinen, manchmal auch aus Seide. Die Tücher wurden bestickt, bedruckt oder bemalt. Unsere Redewendung, “am Hungertuch nagen”, geht auf diese Fastentücher zurück und meint: hungern, darben, ärmlich leben, kümmerlich vegetieren. Ursprünglich hieß es wohl: am Hungertuch “naejen” = nähen, d.h. ärmlich, kümmerlich leben. In diesem Sinn auch: “Ich web’ euch nur ein Hungertuch” in Freiligraths Gedicht “Aus dem Schlesischen Gebirge” von 1844. (PEK)

Auf: www.erzbistum-koeln.de:  http://www.erzbistum-koeln.de/themen/kirchenjahr/karneval_und_fastenzeit/hungertuch.html (10.3.2011)

Bernhard an Eugen III.

Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153) schreibt an Papst Eugen III., der früher sein Schüler gewesen war: “Wo soll ich anfangen? Am besten bei deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir.

Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem Du nicht landen willst.

Du fragst an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz anfängt, hart zu werden. Frage nicht weiter, was damit gemeint sei: wenn Du jetzt nicht erschrickst, ist Dein Herz schon so weit.

Das harte Herz ist allein; es ist sich selbst nicht zuwider, weil es sich selbst nicht spürt. Was fragst Du mich? Keiner mit hartem Herzen hat jemals das Heil erlangt, es sei denn, Gott habe sich seiner erbarmt und ihm, wie der Prophet sagt, sein Herz aus Stein weggenommen und ihm ein Herz aus Fleisch gegeben. Wenn Du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für Besinnung vorsiehst, soll ich Dich da loben?

Darin lobe ich Dich nicht. Ich glaube, niemand wird Dich loben, der das Wort Salomons kennt: “Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit” (Sir 28,25). Und bestimmt ist es der Tätigkeit selbst nicht förderlich, wenn ihr nicht die Besinnung vorausgeht.

Wenn Du ganz und gar für alle da sein willst, nach dem Beispiel dessen, der allen alles geworden ist (1.Kor 9,22), lobe ich Deine Menschlichkeit - aber nur, wenn sie voll und echt ist. Wie kannst Du aber voll und echt sein, wenn Du Dich selber verloren hast? Auch Du bist ein Mensch. Damit Deine Menschlichkeit allumfassend und vollkommen sein kann, musst Du also nicht nur für alle anderen, sondern auch für Dich selbst ein aufmerksames Herz haben.

Denn, was würde es Dir nützen, wenn Du - nach dem Wort des Herrn (Mt 16,26) - alle gewinnen, aber als einzigen Dich selbst verlieren würdest? Wenn also alle Menschen ein Recht auf Dich haben, dann sei auch Du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig Du selbst nicht von Dir alles haben? Wie lange bist Du noch ein Geist, der auszieht und nie wieder heimkehrt (Ps 78,39)? Wie lange noch schenkst Du allen anderen Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber? Ja, wer mit sich schlecht umgeht, wem kann der gut sein?

Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.”

Grübelsätze

Alles auf der Welt ist ein Ausdruck von Liebe oder ein Ruf nach Liebe.

gescheiterte kommen auf den scheiterhaufen

Leute, die scheitern, gibt’s ein´ ganzen Haufen. Früher kamen die auf den Scheiterhaufen.

– Heute kommen sie in die Presse. Man kann dann ihrem Leiden viel länger zuschauen als früher.

Aus: Reuschs Wochenrückblick 26.02.2010

Wit and wisdom of Ireland

1. May you live as long as you want - and never want as long as you live

2 As you slide down the Bannisters of life may the splinters never point the wrong way.

3. May you be in Heaven half an hour before the devil knows your dead.

4. Do not resent growing old, many are denied the privilege.

5. Get on your knees and thank the Lord you´re on your feet.

6. Dance as if no one were watching.

7. Tell the truth - there´s less to remember.

8. Remember - No Rain - No Rainbow.

Gebet von Edith Stein

Lass blind mich, Herr, die Wege gehen, die Deine sind.

Will Deine Führung nicht verstehen,

bin ja Dein Kind.

Bist Vater der Weisheit - auch Vater von mir;

Führst durch Nacht auch, führst doch zu Dir!

Herr, lass geschehen, was Du willst: Ich bin bereit!

Auch wenn Du nie mein Leben stillst

in dieser Zeit.

Bist ja der Herr der Zeit: Das Wann ist Dein.

Dein ew´ges Jetzt, einst wird es mein!

Mach alles wahr, wie Du es planst

in Deinem Rat.

Wenn still Du dann zum Opfer mahnst,

hilf auch zur Tat.

 

Edith Stein

Gebet: Segen eines alten Menschen

Segen eines alten Menschen

 

Gesegnet seien, die verstehen,

dass meine Füße nicht mehr gut gehen können

und meine Hände zittrig geworden sind.

Gesegnet seien, die begreifen, dass ich schlecht höre,

und die sich bemühen, laut und deutlich zu sprechen.

Gesegnet seien, die wissen,

dass meine Augen nicht mehr viel sehen

und dass ich nicht gleich alles mitbekomme.

 

Gesegnet seien, die nicht schimpfen,

wenn ich etwas verschütte, wenn ich etwas umstoße oder fallen lasse.

Gesegnet seien, die mir helfen, meine Sachen zu finden,

weil ich nicht mehr weiß, wo ich sie hingelegt habe.

Gesegnet seinen, die mich anlachen und mit mir reden.

Gesegnet seien, die mir zuhören, wenn ich von früher erzähle.

 

Gesegnet seien, die meine Schmerzen lindern.

Gesegnet seien, die mich fühlen lassen, dass ich geliebt werde,

und die mich freundlich behandeln.

Gesegnet seien, die mir den Gang in die Ewigkeit leicht machen.

Gesegnet seien alle die gut zu mir sind und die mich dadurch an den guten Gott denken lassen.

Wenn ich einmal bei Gott bin, werde ich auch bestimmt an sie denken.

Gebet: Make Strong, o Lord

Make strong, o Lord,The hands,held out to receive your gifts.May the feet, that have walked in your House,always walk in the light.May the tongues, that have sung your praise,always speak the truth.May the ears, that have heard your word,always be closed to clamour and dispute.May the eyes, that see you now in faith,behold you one day face to face.May the bodies that today are refreshed with your Sacred Bodybe renewed one day in the fullness of eternal life.Amen 

Mach stark, o Gott

 

Mach stark, o Gott

Die Hände die ausgestreckt sind um Deine Gaben zu empfangen.

Mögen die Füße, die in deinem Haus gegangen sind

immer im Licht wandeln.

Mögen die Zungen, die Dein Lob gesungen haben

immer die Wahrheit sagen.

Mögen die Ohren, die Dein Wort gehört haben

sich dem Lästern und Streit verschließen.

Mögen die Augen, die im Glauben Dich jetzt gesehen haben

einst Dich schauen von Angesicht zu Angesicht.

Möge der Leib der jetzt gestärkt ist durch den Empfang Deines heiligen Leibes

in der Fülle des ewigen Lebens eines Tages erneuert sein.

kalenderspruch

wenn man zu lange ein auge zudrückt, tut man es am ende nur noch um zu zielen.

universum. uni - vers - um

alles kehrt in eins

alles wendet sich in eins

mädchen im atelier

eine mutter nimmt ihre kleine tochter mit ins atelier einer befreundeten bildhauerin. diese arbeitet gerade an einem grossen steinblock und hat die ersten trümmer abgehauen. fasziniert schaut die kleine besucherin den groben block an.

nach drei wochen darf sie wieder mit ihrer mutter die künstlerin besuchen. diese hat ihr werk nun vollendet und vor den besuchern steht ein anmutiger löwe aus stein.

da fragt die kleine die bildhauerin erstaunt: WOHER WUSSTEST DU, DASS ER DA DRINNEN WAR?

gedanken zum leid (fest der 7schmerzen)

“`1968 starb in einer Pariser Klinik der französische Kardinal Pierre Veuillot, Erzbischof von Paris, im Alter von 55 Jahren. Veuillots Agonie war lang und furchtbar, sie dauerte drei Monate. Sterbend hat Veuillot - gleichsam als Testament - seinem Freund dem Bischof Lallier, folgendes anvertraut: ” Wir verstehen es meisterhaft, schöne Sätze über das Leiden zu machen. Auch ich habe übers Leiden in ergreifenden Worten gepredigt. Sagen Sie den Priestern, sie sollen lieber schweigen; wir wissen nämlich nicht, was Leiden heißt. Als ich dies einsehen musste, habe ich nur noch geweint.´

Diese Mahnung des sterbenden Kardinals vor Augen fordert P. Johannes `die Gesunden und Glücklichen´ auf, über das Leiden nachzudenken. `Dieses Nachdenken über das Leiden, solange wir gesund und glücklich sind, ist nicht unwichtig. Es kann uns in der Nacht des existentiellen Leidens eine Hilfe werden, unser Leiden aufzuarbeiten und in unser Leben zu integrieren; mag dann auch bei diesem schmerzlichen Lebensprozess manches von unserem scheinbar so sicheren theologischen Wissen über das Leiden sich als unbrauchbar erweisen´.

P. Johannes zitiert hierzu den Psychotherapeuten und Theologen Eilbach: `Es ist eine sattsam bekannte Tatsache, dass in Krisenzeiten kaum neue Inhalte erlernt werden können, sondern dasss das trägt, was im Leben angeeignet wurde und sich auch dort schon als lebensbestimmendes Wort bewährt hat.´

Am 14. September gedenkt die Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes unseres Erlösers, einen Tag darauf, dem 15. September der Schmerzen Mariens. Beide Tage können Anlass sein, als `Gesunde und Glückliche´ das Leiden und das Leidvolle unsers Lebens in den Blick zu nehmen. Sich die Frage zu stellen, was könnte es wohl sein, das mir das Kraft spendende, das Tragende sein könnte, das Untragbare und Unerträgliche des Leidens zu ertragen.”

(Aus dem Sommerbrief des MC-Präses Msgr. Gerstlacher. Er zitiert aus dem Buch von P. Johannes B. Brantschen O. Pream.: Warum lässt der gute Gott uns leiden?)