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Februar 2012
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Archiv der Kategorie Kirchenkonzerte und Kutlur in der Klosterkirche

Sommerliches Konzert am 15. August in Oberelchingen

Das Konzert für den Maria-Himmelfahrtsabend am 15. August hat mittlerweile ein Gesicht bekommen und Gestalt angenommen: wir dürfen Marianne Altstetter-Ederle (Sopran) und Tobias Herkommer (Orgel und Piano) mit einem sommerlichen Programm rund um Maria, Blumen und Kräuter – passend zum Tag – in der Klosterkirche und bei günstiger Witterung im Klostergarten erleben!

 

Ein sommerlicher Abend mit Musik in

Klosterkirche und –garten Oberelchingen

Montag, 15. August 19.30h

 

Kirche

An der Chororgel:

Concerto g-moll Allegro (Anonymus). Largo aus der Oper“Xerxes“ (F. Händel). Ave Maria (Camille Saint-Saens). Partite diverse sopra l`aria dette la Todesca (Johann Speth)

 

-Text-

An der Steinmeyer-Orgel

„Nun beut die Flur“ aus der Schöpfung (Joseph Haydn). The Lord bless you and keep you (John Rutter). Carillon (Herbert Murrill)

 

Garten

Come and trip it (Georg Friedrich Händel). Es muss ein Wunderbares sein (Franz Liszt). Nacht (Richard Strauss). Quando men vo (Giacomo Puccini). Sure on this shining night (Samuel Barber). How high the moon (Morgan Lewis). Summertime (George Gershwin)

 

 

Marianne Altstetter-Ederle wuchs in einer musikalischen Familie zusammen mit drei Geschwistern in Höselhurst (Landkreis Günzburg) auf.  Während ihrer Gymnasialzeit erhielt Marianne Altstetter neben dem Instrumentalunterricht bereits mit knapp 15 Jahren Stimmbildungs- und Gesangsunterricht bei Kammersänger Paul Kuen. Dieses Privatstudium bei ihrem „Singevater“ erstreckte sich bis zum Abitur 1986.

Vom Bayerischen Musikrat erhielt sie eine Begabtenförderung. So folgte ein Studium bei Frau Prof. Erika Valentin an der BFS für Musik in Krumbach. Hier erwarb sie auch die Qualifikation zur Stimmbildnerin, Singschullehrerin , sowie Chor- und Ensembleleiterin. Es schloss sich ein Gesangstudium bei Siglinde Damisch–Kusterer in Augsburg an.

Die Sopranistin nahm mit großem Erfolg an verschiedenen Wettbewerben und Meisterkursen teil. Sie absolvierte die Meisterklasse bei Astrid Varnay an der Bayerischen Theaterakademie in München.

Marianne Altstetter – Ederle ist vornehmlich als Sopransolistin im Konzertbereich zu hören. Ihre besondere Liebe gilt dem Lied. Ihr Repertoire erstreckt sich dabei von den Werken alter Musik bis hin zur Moderne (z.B. „Jaala “ in „Jephta “ von Wolfgang Stockmeier, Uraufführungen von Werken Werner Wolf Glasers im Feb. 2001…). Konzertreisen führten sie nach Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien, Belgien, Niederlande, Norwegen, Japan und die Slowakei.

Marianne Altstetter – Ederle ist als Gesangslehrerin und Stimmbildnerin in Zusammenarbeit mit dem Ringeisen Gymnasium (Ursberg) und am Nikolaus Kopernikus Gymnasium (Weißenhorn) tätig, sowie als Gesangsdozentin bei Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland gefragt.

Zahlreiche ihrer Schülerinnen und Schüler gewannen Preise und Auszeichnungen bei Wettbewerben wie z. B. „Jugend musiziert“ (Erster Preis im Bundeswettbewerb 2007) und dem „Bundeswettbewerb Gesang Berlin“. Sie leitet derzeit zwei Chöre sowie ein Projektensemble. Außerdem ist sie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kirchenmusik der Diözese Augsburg in der Weiterbildung der Chorleiter tätig. Im Juli 2007 erhielt sie die

 „Schwäbische Nachtigall“ als Auszeichnung vom Bezirk Schwaben für besondere Verdienste um die Volksmusik. Zusammen mit Ehemann und zwei Söhnen lebt sie in Wattenweiler (LK Günzburg).

 

Dominik Herkommer  wurde 1990 in Ulm geboren und ist in Breitenthal aufgewachsen. Er begann bereits während seiner Grundschulzeit autodidaktisch mit dem Orgelspielen. Von 2002 bis 2007 hatte er Klavierunterricht hat bei Christa Hartmann. Seit 2002 erhält er Orgelunterricht bei P. Stefan U. Kling in Roggenburg und ist als nebenberuflicher Kirchenmusiker tätig (C-Kirchenmusikprüfung 2008).

Seit dem Abitur im Mai 2009 absolvierte er seinen Zivildienst und befindet sich nun in einer wirtschaftlichen Ausbildung. Gleichzeitig bereitet er sich auf das Musikstudium vor.

Marianne Altstetter–Ederle entdeckte in ihrem Gesangsschüler (Unterricht seit 2008) einen begabten Begleiter. Dominik Herkommer kann bereits einige erfolgreiche Konzertauftritte sowohl als Organist als auch als Begleiter verzeichnen. Sein besonderes Interesse gilt nicht nur der Klavierbegleitung sondern auch vornehmlich der Orgelimprovisation.

Die Werke der Spätromantik, insbesondere von Widor, Faure, Vierne usw. zählen zu seinen Lieblingsstücken.

Er ist zudem auch von Zeit zu Zeit am Carillon zu hören.

Orgelkonzert 10. Juli 2011, 18.00 Uhr - Marc Vonau an der Steinmeyer-Orgel Oberelchingen

Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Musik in der Klosterkirche wird gebeten. 

 

P r ä d l u d i e n   u n d   F u g e n

 

Drei Präludien und Fugen
Opus 37 F.Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) 24’00

Prélude, Fugue et Variation
Opus 18 C.Franck (1822-1890) 12’00

Präludium und Fuge in e-moll
BWV 548 J.S.Bach (1685-1750) 14’00

Fuge N°6 über den Namen BACH
Opus 60.6 R.Schumann (1810-1856) 9’00

 

Marc Vonau erhielt seine künstlerische Ausbildung am „Conservatoire national“ in Straßburg, als Schüler in der Orgelklasse von Prof. Daniel Maurer und von Prof. Francis Jacob (Basso continuo), ergänzt durch Studien in Tonsatz, Analyse, Musikgeschichte und Chorleitung. Während dieser Zeit ist er an mehreren großen Chorprojekten beteiligt („Lukaspassion“ unter der Leitung von Krzysztof Penderecki, „VII. Symphonie“ von Gustav Mahler…)

Seit Erlangung des Orgeldiploms und des Abschlusses in Musikwissenschaften wirkt er als Dozent für Orgel an der Protestantischen Orgelschule von Straßburg („Aforgep“). Er ist außerdem Organist an der Predigerkirche in Zürich und in der dortigen Mission Catholique de Langue Française.

Sein breitgefächertes musikalisches Repertoire führt ihn auf ausgedehnte Konzertreisen nach Frankreich, Deutschland, Österreich, Belgien und in die Schweiz. U.a. hat er am Festival „Toulouse les Orgues“ im Oktober 2005 mitgewirkt, außerdem an der Einweihung der Späth-Orgel in Soest (Westfalen) im Februar 2007 und am „Festival de Musique Sacrée  in Saint-Malo im Juli desselben Jahres.

Seit einer ersten Begegnung im Mai 2007 im Rahmen des Festivals protestantischer Musik in Elsass und Lothringen „En mai, joue et chante“ ist Marc Vonau ein häufiger Begleiter des Ensembles „Doux regard“. Mit dem „Chœur de Chambre de Strasbourg“ (Leitung Catherine Bolzinger) wirkte er im Sommer 2007 am Abschlusskonzert des „Festival de Musique d’ensemble“ in Pommiers-en-Forez mit. An der Seite der Pianistin Lara Erbes übernimmt er in Rossinis „Petite Messe solennelle“ die Harmoniumpartie an einem jüngst restaurierten historischen Instrument (Harmonium Debain, 1878).

Im Zusammenhang vertiefender Studien am Straßburger Konservatorium ist er dort regelmäßig im Rahmen der „Vendredis de l’orgue“ zu hören, einer Konzertreihe an der 2006 erbauten Mühleisen-Orgel.

 

Hungertuch

Solange der “Schmachtlappen” hing, dauerte die Fastenzeit

Schon die “Consuetudines” von Farfa erwähnen um 1000 den Brauch, in der Fastenzeit vor dem Altar ein Velum, das Fastenvelum aufzuhängen (velum quadragesimale, Fastentuch; Fastenlaken, aber auch: Hungertuch - der Name “Hungerdoek” ist in Münster 1306 erstmals belegt -, Kummertuch, Schmachtlappen; ursprünglich einfarbig schwarz oder violett). In einem meist rasterförmigen Bildaufbau wurde die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Weltende erzählt oder aber Tier-, Pflanzen- oder andere Motive dargestellt. In einer alten Handschrift aus Augsburg heißt es über das Hungertuch: “Darin [in der Fastenzeit] eszen sie 40 tag kein fleisch, auch nit milch, kesz, ayr, schmalz, dann vom remischen stuel erkaufft. Da verhüllt man die altar und hayligen mit einem tuech und last ein hungertuech herab, daz die syndige leut die götz nit ansehen”. Die Hungertücher sind Objekte eines mittelalterlichen Fastenbrauches, der Verhüllung des Altars durch das Fastenvelum, das später zum Symbol für Fasten und Buße wurde. So heißt es etwa in den Predigten Geilers von Kayserberg über das “Narrenschiff”: “Dich soll leren das Hungertuch, so man ufspannt, Abstinenz und Fasten.”
Aufgehangen wurde das Fastentuch zu Fastenbeginn am Aschermittwoch. Es hing im Chorbogen der Kirche vor dem Hauptaltar, verhüllte den Altar und konnte, da meist zweigeteilt, zur Seite gezogen werden. Das Fastentuch blieb hängen bis zur Komplet am Karmittwoch. Wenn aus der Passion zitiert wurde: “et velum templi scissimum est medium” (und der Vorhang des Tempels riß mitten durch), wurde das Tuch herabgelassen. Die dadurch begründete Redensart: “Das Fastentuch ist gefallen” bezeichnete - direkt und indirekt - das Ende der Fastenzeit.
Hungertücher zur Altarverhüllung verweisen auf die religiösen Verhüllungs- und Sichtbarkeitsriten. Sie finden sich nicht nur im Kult der Ostkirche, der Ikonostase; die Altarverhüllung der Westkirche steht in enger Verbindung mit der seit frühchristlichen Tagen bekannten Verhüllung des Kreuzes, der Bilder und Reliquiare während der Passionszeit. Die Westkirche hat eine Vorliebe für die Schaubarkeit kultischer Mysterien entwickelt, so dass sie keine ständige Verhüllung, sondern bloß eine zeitweilige kennt. Die Altarverhüllung in der Fastenzeit galt als Bußübung der Gläubigen in der Fastenzeit. An den Sonntagen der Fastenzeit wurde das Fastentuch vor dem Hauptalter geöffnet, nicht aber die Fastentücher vor den Seitenaltären. An Wochentagen wurde das Fastentuch auch vor dem Hauptaltar nicht zurückgezogen. Als Gründe für dieses Fastenbrauchtum werden angeführt: die so auch äußerlich sichtbare Unwürdigkeit der Gläubigen während der Bußzeit, die Verhüllung der Gottheit Christi während seiner Passion, die Parallelität des velum templi zum velum quadragesimale, wobei das Zerreißen des ersteren den Opfertod Christi anzeigte, das “Herabfallen” des letzteren auf die bevorstehende Auferstehung verwies. Die Entfernung des Fastentuchs vor der Osternacht verdeutlichte, dass Christus wieder unverhüllt in göttlicher Herrlichkeit vor den Menschen steht, dass er den Himmel geöffnet hat und dass er die Blindheit des Herzen weggenommen hat, die hinderte, das Geheimnis seines Leidens zu verstehen. Der - allerdings keineswegs entwicklungsmäßig einheitliche - Gebrauch des Fastentuches änderte sich mit den theologischen Auffassungen. Als in der Gotik ein “Sichtbarkeitskult” das “Sehenwollen” des Mysteriums und damit des Altarsakramentes forderte, entstanden nicht nur Monstranzen für die Eucharistie und Ostensorien oder Reliquiare für die Reliquien: Die Lettner in den Kirchen, die sich dort befanden, wo später die Kommunionbank stand, und die somit den Blick in den Chorraum der Kirche einschränkten, fielen dem neuen Bedürfnis ebenso zum Opfer wie die Fastentücher. Sie erhielten nun kleinere Ausmaße und wurden so hoch in den Chorbogen gehangen, dass der Blick auf das Altarsakrament nicht versperrt wurde. Dadurch änderte sich die Funktion der Fastentücher: Ihr Aushängen bezeichnete nun die Buß- und Fastenzeit.
Ihre Hochblüte erlebten die Hungertücher im 14./15. Jahrhundert in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und England. Dieser Fastenbrauch scheint von den Klöstern, wahrscheinlich den Nonnenklöstern, ausgegangen zu sein und hat sich über die Stifts- und Kathedralkirchen in die Pfarrkirchen ausgebreitet. Mit Beginn der Neuzeit verflüchtigte sich auch dieser, hielt sich nur noch in Westfalen und im Münster zu Freiburg. Im Westfälischen erlebte das Hungertuch im 16. und 17. Jahrhundert einen erneuten Auftrieb. Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde der Brauch durch die Bischöfliche Aktion “Misereor” 1976 neu belebt: Alle zwei Jahre erstellt ein Künstler ein neues Hungertuch, das in Kopie in vielen Kirchen aufgehangen wird und die Fastenzeit kennzeichnet, in der das Ersparte den Armen zukommen soll.
Herausragende Beispiele der Hungertücher sind in zwei geschlossenen Gruppen erhalten: in Westfalen und in Kärnten. Ansonsten haben sich nur Einzelstücke erhalten, die - wie im Falle von Gurk, Bedburdyck und Korschenbroich nachweisbar - mit Westfalen in Verbindung stehen. Das Hungertuch aus dem Dom von Gurk stammt aus dem Jahr 1458 und mißt 8,90 m x 8,87 m, das Virgener Fastentuch von 1598 mißt 5 m x 8 m. Das größte erhaltene Fastentuch in Deutschland stammt aus dem Jahr 1612 und gehört dem Freiburger Münster (12,25 m x 10 m). Einen hohen künstlerischen Wert hat das kürzlich renovierte Fastentuch von Zittau/Sachsen aus dem Jahr 1472 (8,6 m x 6,8 m). Das älteste bekannte Fastentuch besaß Sankt Aposteln in Köln, wo es 1875 verbrannte. Die Fastentücher bestanden meist aus Leinen, manchmal auch aus Seide. Die Tücher wurden bestickt, bedruckt oder bemalt. Unsere Redewendung, “am Hungertuch nagen”, geht auf diese Fastentücher zurück und meint: hungern, darben, ärmlich leben, kümmerlich vegetieren. Ursprünglich hieß es wohl: am Hungertuch “naejen” = nähen, d.h. ärmlich, kümmerlich leben. In diesem Sinn auch: “Ich web’ euch nur ein Hungertuch” in Freiligraths Gedicht “Aus dem Schlesischen Gebirge” von 1844. (PEK)

Auf: www.erzbistum-koeln.de:  http://www.erzbistum-koeln.de/themen/kirchenjahr/karneval_und_fastenzeit/hungertuch.html (10.3.2011)

Konzert zum Sonntag Laetare


Festliches Konzert am Sonntag Laetare mit Trompete und Orgel

Dieses Jahr lädt das Duo Michael Bischof, Trompete und Thomas Bodenmüller, Orgel zu einem Konzert mit festlichen Trompeten- und Orgelklängen in die Klosterkirche St. Peter und Paul  nach Oberelchingen  ein.

Die beiden jungen Musiker konzertieren am Sonntag 3. April 2011, um 18 Uhr mit glanzvollen Trompetenkonzerten von Humphries und Viviani. Mit dem „Pie Jesu Domine“ aus dem Requiem von Gabriel Fauré kommt ein meditatives, ruhiges  Werk für die beliebte Instrumentenkombination zu Gehör. Beim  Concerto in Es-Dur von Christoph Förster kommt das Corno da Caccia mit seinem warmen, dunklen Ton zum Einsatz.  Außerdem kommen als Orgelwerke ein Choralvorspiel von Bach sowie die berühmten Flötenuhrstücke von Haydn zur Aufführung.

 

Der in der Region inzwischen renommierte Trompeter Michael Bischof wirkt nach Studien in München und Stuttgart derzeit als hauptamtliche Lehrkraft für Trompete an der städtischen Bruno-Frey-Musikschule in Biberach.

Thomas Bodenmüller ist hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Heilig-Geist-Kirche in Günzburg. Daneben wirkt er als Klavierlehrer und Chorleiter mehrerer Chöre.

So dürfen die Zuhörer auch heuer wieder auf ein besonderes Konzerterlebnis mit den königlichen Instrumenten Trompete und Orgel gespannt sein. 

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

Wiederherstellung des Raumes

Theologie der Architektur

Bemerkungen zur ehem. Klosterkirche Oberelchingen

 

Die vergangenen 50 Jahre – „Liturgie als Bauherr“(1)

Das 20. Jahrhundert war von großen Veränderungen im Leben der Menschen geprägt und dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren eher noch beschleunigt. Das Ringen um eine authentische Feier der Liturgie geht mit dieser Beobachtung einher. Authentisch Gottesdienst feiern meint zum Einen, treu den Auftrag Christi zu erfüllen, wenn er sagt „tut dies zu meinem Gedächtnis“(2), zum anderen heißt authentisch ebenso, dass wir, die Gemeinde – sein mystischer Leib – unser Leben und unsere Welt wirklich und glaubwürdig in die Feier der Liturgie mit einbringen, ja einbringen müssen! Wir feiern nichts Abstraktes und Fernes, sondern seine Gegenwart in unserer Welt, in unserem Leben, hier und heute.

Spätestens mit der Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde dieses Bemühen durch Umbauten im Kirchenraum sichtbar. Mit viel Überlegung, Mut und Experimentierfreude wurden damals in fast allen Kirchen der Altar, die Sedilien (Priester- und Ministrantensitze), der Ambo und auch das Kirchengestühl neu konzipiert und platziert. Die Gottesdienstgemeinde sollte mehr in das Geschehen am Altar einbezogen werden, was auch durch die Stellung der einzelnen liturgischen Orte im Raum zueinander umgesetzt werden sollte.

In den mehr als 40 Jahren seit der Liturgiereform mussten sich die neuen Objekte und Orte bewähren. Das vergangene Jahrzehnt wurde deshalb geprägt von vielen Altarweihen, nachdem die mehr oder weniger provisorisch aufgestellten Holzaltäre durch den Richtlinien entsprechende Steinaltäre ersetzt(3) und deren Position noch einmal überprüft worden war (z.B. in Unterelchingen).

 

Grundsätzliche Fragestellungen und Probleme

Seit sich der christliche Gottesdienst aus den Wohnhäusern der Urgemeinde hinein in größere Räume und Gebäude verabschiedet hat, gibt es Unstimmigkeiten im Zueinander von Liturgie, Gemeinde, Zelebrant und Mitfeiernden. Dies kristallisiert sich an den Brennpunkten Altar (und dessen Ausrichtung), Tabernakel, Sedilien, Ambo und dem Zelebrationskreuz besonders heraus. An die ursprüngliche Stelle der Sedilien, rückte ab dem Mittelalter der Altar und in der frühen Neuzeit erst der Tabernakel, der sich vorher auf der Seite, in einer Kapelle oder noch früher hängend, etwa in Form einer Taube, über dem Altar befand. Spätestens beim Altarkreuz wird deutlich, dass es nicht gleichzeitig vom Priester und der Gemeinde angesehen werden kann – außer bei der Zelebration „versum dei“ (mit dem Rücken zur Gemeinde), die aber das Zueinander von Gemeinde und Zelebrant weitgehend negiert.

Kurzum: die Entwicklung der Liturgie und der historisch dafür gebauten Räume produzierte ein paar unlösbare Probleme, welche bei jeder Gestaltung liturgischer Orte im Auge behalten werden müssen, um sich schließlich nicht als Störfaktoren entwickeln zu können.

 

Die ehem. Klosterkirche

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Oberelchingen gehört zu den herausragenden Baudenkmälern der Diözese Augsburg, darin sind sich Kunsthistoriker, sowie kirchliche und weltliche Sachverständige einig.

Die ehemalige Klosterkirche in Oberelchingen ist das Resultat aus fast 900 jähriger Baugeschichte. Grundriss und sogar einige noch gut sichtbare Bauelemente kann man auch in der jetzigen Kirche der romanischen Epoche zuordnen. Mehrere Bauphasen übersetzen den Sakralraum in die künstlerische Sprache der jeweiligen Zeit. Die letzte große Gesamtgestaltung erfuhr die Kirche nach dem Brand und Wiederaufbau 1773 – 1784. Der Bau des Kirchenschiffs blieb dabei weitgehend unverändert. Bereits Gotik und Barock hatten dort die Fenster vergrößert. Im Chorraum, der vom Brand am meisten beschädigt wurde, fanden die größten Veränderungen statt: die Wände wurden zugunsten großer dreiteiliger Fenster durchbrochen, die den Altarraum mit Licht durchfluten. Das feine Dekor der Kirche in Weiß und Gold trägt zudem dazu bei, dass der Raum freundlich, festlich und leicht wirkt und dem Betrachter auf den ersten Blick als Einheit erscheint.

 

Dem Baumeister des späten 18. Jahrhunderts gelang es durch die meisterliche Verwendung der Lichtführung, dem Raum Sakralität zu verleihen. Der Raum an sich hat eine theologische Aussage und „predigt“. Allein das natürliche Licht in der Oberelchinger Kirche erzählt dem Kirchenbesucher unbewusst von Gott und Mensch: Wir Menschen reagieren auf Licht. Unser Auge – und nicht nur das – wird angezogen vom Licht. Licht bedeutet Leben, Freiheit, Sicherheit. Das griechisch/lateinische Wort Theos/Deus für Gott, leitet sich ab vom Wort für Licht.

 

Doch kommen wir zurück zum Grundmotiv der Kirche von 1784, den Raum wie wir ihn heute betreten. In Oberelchingen betritt man die Kirche durch den Eingang im Westen. Man kommt aus der Richtung der untergehenden Sonne – der Nacht – und nach dem Eintritt in die Kirche befindet man sich am dunkelsten Ort des Gotteshauses: direkt unter der Empore, die nur gemalten Fenster auf der rechten Seite, an die sich vor dem Abbruch des Klosters durch die Säkularisation die Konventgebäude angeschlossen haben und die Fenster auf der Nordseite geben dem Ort hinter der Kirchentüre nur wenig Licht. Der Chorraum mit dem Hochaltar und dem Tabernakel steht hell und klar von den großen Fenstern beleuchtet im Licht. Automatisch zieht es den Besucher nach vorn, als würde eine unsichtbare Macht zum Eintretenden sagen: „Komm!“

 

Mit diesem Impuls, mit diesem Drang hin zum Heiligen wurde durch das Kirchenjahr hindurch gearbeitet und „gespielt“. Die grazile Kommunionbank wurde in der Mitte mal geöffnet mal geschlossen, der Kreuzaltar mitten auf den Stufen war nicht Trennung sondern Meilenstein: Christus am Kreuz hat den Weg ins Paradies wieder aufgetan. Um dorthin zu gelangen führt der Weg jeden vorbei am Kreuz. Links und rechts war der Chorraum durch das Gitter abgesperrt. Zwei Tore jeweils neben dem Kreuzaltar erlaubten einen Durchlass. In der Advents- und Fastenzeit waren schwere Vorhänge an den Gittern angebracht und verbargen den lichten Raum. Alle diese Sichtschranken waren aber nicht so massiv und störend im Raum der Oberelchinger Kirche, wie der Mittelblock, der heute dort steht und sich Auge und Geist in den Weg stellt.

 

Der Impuls, der ihn dorthin gebracht hat ist trotz des grundsätzlich negativen Befundes ein sehr guter gewesen. Die Initiatoren von damals wollten eine größere Nähe der Gemeinde zum Altar (4) und die Aufhebung der Geschlechtertrennung in der Kirche. Zudem war geplant das alte Taufbecken wieder zu benutzen. Diese drei Hoffnungen gehen aus einem Pfarrbrief hervor, der zur Inbetriebnahme des Mittelblocks erschienen war. Fakt ist, dass sich auch 20 Jahre später die Kirche immer noch großteils von hinten füllt; dass von vielen der Mittelblock „irgendwie“ mit den Kinderbänken assoziiert wird; dass das Taufbecken bis vor einem Jahr zugeschraubt war und auch durch den schmalen Gang schwer benutzbar ist. Vor allem aber, ist das theologische Konzept des gesamten Kirchenraumes „vom Dunkel ins Licht“ durch den Mittelblock gestört. Auch die Verwendung von hellem Holz wirkt in unserer Kirche wie ein weiterer Fremdkörper.

 

Hinzu kommt die Behinderung im Vollzug der Liturgie. Der Mittelblock negiert das Konzept der Prozessionskirche. Alte Elchinger wissen noch die Wege, die am Bruderschaftssonntag und anderen Festtagen gegangen wurden. Ein ordentlicher „großer Einzug“ ist zu den Feiertagen und besonders am Karfreitag ebenso wenig möglich, wie ein gebührender Ein- und Auszug bei Hochzeiten oder Beerdigungen.

 

Nicht umsonst nennt der Kunstreferent unserer Diözese die Pläne zur Schaffung eines Mittelganges eine „Beseitigung eines Missstandes“ und auch das staatliche Denkmalamt stimmt dem zu. Bei einem Hausbesuch an Weihnachten meinte eine gehbehinderte Frau zu mir: „Wenn sie den Mittelblock raustun, dann helf´ ich ihnen sägen!“

 

Der Mittelblock war eine gute Idee, doch die Realität entpuppte ihn als Störfaktor in mehrfacher Hinsicht inmitten der feinsinnigen Bau- und Theologiekonzepte der Kirche und der liturgischen Praxis der Pfarr- und Wallfahrtskirche.

 

Eine Kirche ist nie „fertig“

Wie die Gemeinde in ihr, so lebt auch eine Kirche. Alte Aufnahmen und Dokumente zeigen, dass sich auch in den letzten beiden Jahrhunderten die Kirche von Oberelchingen immer wieder verändert hat. In den ersten Jahren nach der Säkularisation wurde von Pfarrer und ehem. Pater Edelmann der Kreuzweg und die Bilder der Sieben-Schmerzen-Mariens an Konrad Huber in Auftrag gegeben. Es folgte die Herz-Jesu-Statue mit dem dazugehörigen Altar. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Assistenzfiguren (Maria und Johannes unterm Kreuz) des alten Kreuzaltares in weiß und gold gefasst. Die Tafeln an der Innenseite der Pfeiler wurden bis in die 1940er Jahre entfernt und es folgte in den 60er Jahren die Verlegung des Kreuzaltares in die „Kerkerkapelle“(5), wobei die Chorschranken (Gitter) entfernt, bzw. neu platziert wurden. Es folgten schlichte Bänke vor dem alten, manieristischen Kirchengestühl, die derzeit teils noch vor der Gnadenkapelle stehen. Der heutige Volksaltar mit seinen blauen Füßen, ist bereits der zweite an dieser Stelle, aber noch immer ein Holztisch, bzw. ein „Edelmöbel, aber kein Altar“, wie sich vor einiger Zeit ein Sachverständiger geäußert hat.

Diese Aufzählung soll zeigen, dass jede Generation, jede Zeit das Ihre zur Ausstattung der Oberelchinger Kirche beigetragen hat. Vieles fügt sich heute so perfekt in den Gesamtbau, dass wir es gar nicht als später hinzugekommenen Teil empfinden.

 

Mittelgang und neues Gestühl

Unsere Vorbereitungen zur Wiederherstellung des Mittelganges sind mittlerweile schon weit gediehen. Kostenvoranschläge und Gutachten sind eingeholt, die zuständigen Behörden und Ämter auf staatlicher wie auf kirchlicher Seite kontaktiert worden. Zur Zeit wird über Skizzen für die neuen Stuhlwangen beratschlagt und für eine Probebank ausgesucht. Die neuen Bänke sollen mobil, bequem und behindertengerecht sein und vielleicht näher an den Altarstufen beginnen, als der jetzige Mittelblock. Es sollen möglichst keine Sitzplätze verloren gehen, das alte Taufbecken soll gut nutzbar sein.

 

Auf unsere Anfrage, ob wir den bestehenden Mittelblock wieder verwenden könnten und ein Umbau möglich wäre, meinten die Schreiner einstimmig, dass diese Arbeiten sogar mehr kosten würden, als die Neuanschaffung eines massiven Eichengestühls. Der Mittelblock ist großteils aus Weichholz gefertigt und die daraus gewonnenen Bänke wären in ca. 20 Jahren bereits wieder renovierungsbedürftig.

 

Hilfe fürs Sägen brauchen wir wahrscheinlich nicht. Aber die Klärung des Kirchenraumes mit der Schaffung eines Mittelganges und neuer Bänke ist mit großem finanziellem Aufwand verbunden. Sägen könnte helfen, aber „rascheln“ hilft noch mehr…

 

Ihr Pfarrer R. Gührer

 

Kontoverbindung:

Kath. Kirchenstiftung Oberelchingen

Konto:12 48 006

BLZ: 630 614 86

VR Bank Langenau

Verwendungszweck: Kirchengestühl 2011

 

(1)   Titel eines Ende 2010 erschienen Buches

(2)   Lk 22,19

(3)   Der Altar ist ein Symbol für Christus. Er selbst ist Altar, Opfer und Priester. Wenigstens die Altarplatte sollte aus (Natur-)Stein bestehen und der gesamte Altar „aus passendem, würdigem und haltbarem Material“ gefertigt sein; er soll „feststehend, geweiht und umschreitbar“ sein. (Allgemeine Einführung ins römische Messbuch AEM 262 und 263)

(4)   Der heutige Zelebrationsaltar ist trotz des Mittelblocks kaum näher an der Gemeinde als der Kreuzaltar an dem alten Gestühl. Ohne das Angebot der Bänke im Bereich des Mittelblocks hätte die Liturgiereform in Oberelchingen trotz Änderung der Zelebrationsrichtung eine weitere Distanzierung von Gemeinde und Zelebrant zur Folge gehabt.

(5)   Der Kerkeraltar ist nicht mehr rekonstruierbar. Von ihm existieren auch keine Fotographien. Der bekleidete, fast lebensgroße Kerkerheiland steht in traurigem Zustand auf dem Dachboden, zwei kleine geschnitzte Kerkerszenen befinden sich im Archiv in besserem Zustand. Eventuell gehörte das „Elchinger Jesuskind“, eine ebenfalls kostbar bekleidete und bewegliche Statue mit ihrem Schrein, ebenfalls zu diesem Altar.

Chorkonzert 13.11.2010 um 19.30 Uhr in der Klosterkirch Oberelchingen

sonus vocalis quintenzirkel

„Jauchzet dem Herrn!“ – Kirchenkonzert von Sonus Vocalis und QuintenZirkel

 „Jauchzet dem Herrn! – Geistliche Motetten aus fünf Jahrhunderten“ lautet das Motto, unter dem das Gesangsquartett Sonus Vocalis und das Vokalensemble QuintenZirkel am Samstag, 13. November 2010 um 19.30 Uhr in der Klosterkirche St. Peter und Paul in Oberelchingen erstmals gemeinsam im Rahmen eines Kirchenkonzertes zu hören sein werden.

Das Gesangsquartett Sonus Vocalis wurde im Frühjahr 2005 gegründet und erhielt beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2007 einen 1. Preis auf Bundesebene. Sein Repertoire erstreckt sich von Werken der alten Musik über Klassik und Romantik bis hin zur modernen Ensembleliteratur.

Das Vokalensemble QuintenZirkel besteht aus vier Sängern, die ihre musikalische Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben erhielten. In den vergangenen Jahren hat sich das Ensemble in Augsburg und weit darüber hinaus insbesondere durch die Interpretation alter Musik einen Namen gemacht. Konzertreisen führten die Sänger bereits mehrfach in das europäische Ausland.

 Das gemeinsame Programm der beiden Ensembles zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus: So wagen sich die acht Vokalisten an die Interpretation großer Werke der Chormusik, sowohl aus der Romantik – A. Bruckner und F. Mendelssohn-Bartholdy seien in diesem Zusammenhang genannt – als auch aus anderen Epochen, wie zum Beispiel der des Barock mit einer Motette von J. S. Bach. Daneben geben die Ensembles auch Kostproben aus ihren jeweiligen Repertoires. Während QuintenZirkel dabei geistliche Motetten alter Meister, z.B. von G.P. da Palestrina und C. de Morales zu Gehör bringt, legt Sonus Vocalis seinen Schwerpunkt auf die Musik der Romantik, u.a. mit F. Schubert und G. Verdi.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Weitere Informationen finden Sie unter www.sonus-vocalis.de oder unter www.quinten-zirkel.de

Adventkonzert 5.12.2010, 16.00 Uhr: Alpenländischer Advent

Sonntag, 5. Dezember 2010, 16.00 Uhr

Klosterkirche Oberelchingen

Alpenländischer Advent

‘Koi Angscht’, sait dr Engl

 

Saitenmusik Kronwitter

Einharter Dreigesang

Franz Wohlfahrt, Mundartrezitation
Kartenvorverkauf:

Neu-Ulmer Zeitung Kartenservice: 0731/7071-11

Ulm: Traffiti - Im Servicecenter Neue Mitte Tel: 0731/1662120

und bei allen weiteren Reservix-Vorverkaufstellen

Internet: www.reservix.de

Tageskasse und Einlass ab 15.00 Uhr

 

Die Klosterkirche Oberelchingen ist am Sonntag, den 5. Dezember (2. Advent), 16.00 Uhr wieder Ort eines besonderen Konzertes. Erleben Sie in der stimmungsvollen Atmosphäre der berühmten Barockkirche ein alpenländisches Adventskonzert. Traditionelle Adventslieder aus dem Allgäu und aus Oberschwaben singt der Einharter Dreig’sang. Die manchmal schon in Vergessenheit geratenen heimischen Volks- und Krippenlieder werden durch diesen Frauendreigesang zu einem reinen Wohlklang. In der Besetzung Hackbrett, Zither, Harfe, Kontrabass und steirische Harmonika gehört die Saitenmusik Kronwitter zu den bekanntesten Vertretern ihres Faches. Das Ensemble ist durch zahlreiche Konzerte im Raum Allgäu und Schwaben bekannt. Mit authentischer und feiner Stubenmusik vervollständigt sie dieses stimmungsvolle Konzert. 

 

Zwischen die musikalischen Beiträge streut der Autor und Liedermacher Franz Wohlfahrt seine einfühlsamen und froh machenden Gedichte und Texte in schwäbischer Mundart, die er zum Teil in seinen beiden Büchern “In d’Nacht nei losa ond em Schtern folga”, sowie “Koi Angscht”, sait dr Engl,  “Friede auf Erden” herausbrachte. Dabei führt er die Zuhörer über die Zeiten hinweg bis nach Bethlehem und lässt sie als suchende Hirten ihre eigene, gegenwärtige, friedfertige Weihnacht finden.

Neujahrskonzert im Glanz von Orgel und Trompete. 2. Januar 2011 16:00 Uhr

Sonntag, 02. 01. 2011, 16.00 Uhr
Klosterkirche Oberelchingen
Festliches
Neujahrskonzert
im Glanz von Trompete
und
Orgel
Prof. Claude Rippas (Zürich),
Trompete
KMD Friedrich Fröschle (Ulm),
Orgel
präsentieren an den beiden Orgeln der berühmten
Barockkirche
glanzvolle Trompetenkonzerte, virtuose Orgelwerke
und meditative Gospel

Ulm: Südwest-Presse Kartenservice
diagonale Tel: 0731/156-855
Ulm: Traffiti - Im Servicecenter Neue
Mitte
Tel: 0731/967070
Neu-Ulmer Zeitung Kartenservice Tel:
0731/7071-11

Einlass und Tageskasse ab 15.00 Uhr

Evensong. Abendlob in der Tradition der Anglikanischen Kirche am 3.10.2010 um 19.00 Uhr

Am 3. Oktober 2010 feiern wir in der Klosterkirche Oberelchingen einen Evensong, ein Abendlob in der Tradition der Anglikanischen Kirche. Die Evensingers aus Augsburg und Landsberg (www.evensingers.de) werden dieses Abendgebet mit Werken von Roy Ringwald (Precious Lord), William Byrd (Haec Dies), John Rutter (Open thou mine eyes) und Kirke Mechem (Island in Space) gestalten.
Mit dem Evensong heißen die katholischen Gemeinden von Elchingen den neuen Pfarrer der evangelischen Schwestergemeinde, Herrn Burmann, herzlich Willkommen! Pfarrer Burmann wird in diesem feierlichen Gottesdienst einen geistlichen Impuls an die Besucher richten.

Chor- und Orgelkonzert. Sonntag 26. September 2010 - 18:00 Uhr. Klosterkirche Oberelchingen


Chor- und Orgelkonzert

anlässlich des 100. Jubiläums der Steinmeyer-Orgel (1910)

Klosterkirche Oberelchingen,

 

26. September 2010

18:00 Uhr

 

Axel Flierl, Basilikaorganist und Chordirektor an der Basilika St. Peter und Paul zu Dillingen an der Donau

Kammerchor Burgau unter der Leitung von Herwig Nerdinger

 

 

Als im Jahre 1910 das alte schadhafte Orgelwerk bei Beibehaltung des klassizistischen Prospekts durch ein neues der Firma Steinmeyer aus Öttingen ersetzt wurde, ging eine musikalische Epoche zu Ende, die sich mit dem Wort Romantik verbindet. Auch wenn wir die Musik um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert mit vereinheitlichenden Begriffen wie Spätromantik bzw. Nachromantik zu charakterisieren versuchen, ergeben die in jener Zeit entstandenen Kompositionen in ihren stilistisch mannigfaltigen Ausprägungen kein einheitliches Bild.

So verbinden sich bei GiuseppeVerdi wie auch bei Edvard Grieg - beide wenige Jahre vor Fertigstellung der Oberelchinger Orgel gestorben – farbige Harmonik und modulatorische Freiheiten mit unverkennbar nationalen Stilelementen, die trotz melodischer Süße und harmonischer Eleganz auch bei Gabriel Fauré anklingen. Stark von der russisch-orthodoxen Kirchenmusik beeinflusst das chorische Schaffen Sergej Rachmaninows. „Kunde zu bringen von dem Mysterium“ ist die Intention des tief religiösen Heinrich Kaminski. Zwar nutzt auch er die erweiterten harmonischen Möglichkeiten seiner Zeit, greift aber immer wieder auf Ausdrucksmittel früherer Epochen zurück: modale Wendungen, Polyphonie und Choral.

Ähnliches beobachten wir bei Charles Tournemire, einem Schüler C. Francks und Ch. Widors, dessen Orgelschaffen stark vom Gregorianischen Choral inspiriert ist und der seinerseits als Lehrer wiederum Duruflè und Langlais nachhaltig beeinflusst hat. Die Bearbeitung der Buxtehudenischen Passacaglia d-Moll ist Zeugnis seiner intensiven Beschäftigung mit den alten Meistern. Seinen gleichaltrigen Landsmann Louis Vierne, einst als Virtuose und Improvisator weltweit berühmt, zeichnet ein untrüglicher Sinn für harmonisches Raffinement und verfeinerte Chromatik aus. Die überragende Bedeutung Max Regers als Organist und Schöpfer großartiger Kompositionen für dieses Instrument ist unbestritten. Seine an Joh. Seb. Bach geschulte kompositorische Meisterschaft – die berühmte “Fantasie und Fuge über B-A-C-H“ ist Zeichen der Verehrung seines großen Vorbilds - hat ihm die Klassifizierung eines „zweiten Bach“ eingetragen. Seine Tonsprache lotet alle Möglichkeiten der Chromatik und Enharmonik aus und weitet das dynamische Spektrum in extremer Weise, in seinen Orgelwerken durch differenzierte Registrierung. Von ihm wiederum wesentlich geprägt sind vor allem die früheren Werke seines Schülers Fritz Lubrich des Jüngeren.

 

 

Programm

 

Dietrich Buxtehude (1637-1707)

Passacaglia d-moll BuxWV 161

(in der Bearbeitung von Charles Tournemire, 1923)

 

Gabriel Fauré (1845 – 1924)

Stabat Mater

Edvard Grieg (1843 – 1907)

Ave Maris Stella

 

Charles Tournemire (1870-1939)

« Communion » aus der Pfingstmesse

 

Sergej Rachmaninoff

Heute kam das Heil in die Welt (aus Op. 37)

Ave Maria (aus Joh. Chrysostomus-Liturgie 1910)

 

Fritz Lubrich (1888-1971)           

„Drei Stimmungsbilder“ für Orgel op. 24 (1912)

            I.          Festlicher Zug

            II.         Ave Maria

III.                  In der Abendstille

 

 

Max Reger (1873-1916)

Der Mensch lebt

Heinrich Kaminski (1886 - 1946)

Psalm 130 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ (1912)

 

Louis Vierne (1870-1937)           

Adagio op. 28 (1911)

 

Giuseppe Verdi (1813 - 1901)

Pater noster

 

Max Reger (1873-1916)

Präludium und Fuge h-moll op. 129 (1913)

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