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Archive für September 2010
Tag des offenen Denkmals. 12. September 2010
14.9.2010 by admin.
Die alte Oberelchinger Handwerkerfahne aus dem Jahr 1775. Gefertigt von Wannenmacher. Auf der Vorderseite ist die Heilige Familie bei der Arbeit zu sehen (Öl auf Leinwand). Maria sitzt an der Spindel, Jesus und Josef sägen ein Brett und zwei Engel tragen einen Balken herbei. Darunter steht: I.W. fecit 1775. Die Fahne sollte dringend konserviert und restauriert werden. Um Spenden wird gebeten.
Das Dorn-Ornat. Zum Dornfest (heutiger Schmerzensfreitag) wurd dieser Ornat aus geprägtem roten Samt mit Silberborte getragen.
Diese Gewänder waren ursprünglich profane Gewänder (vielleich Hochzeitskleider), die nach Gebrauch zu Messgewändern umgearbeitet wurden. Vor allem an den Schulterpatien kann man die Verarbeitung kleinster Stoffstücke sehr gut erkennen. diese Gewänder bestehen aus bis zu 12 Stoffstreifen.
Der Elchinger Abt hat im Jahr 1599 dieses Messgewand gestiftet. Er ließ sich selbst darauf in Nadelmalerei portraitieren. Neben ihm ist auch das Atributstier seines Namenspatrons zu sehen: der Gallusbär.
Im Jahr 1628 wurde der Abt während eines Gottesdienstes von einem Trupp Schweden überfallen und schwer misshandelt. Der Überlieferung nach wurde ihm dabei das rechte Ohr abgeschlagen. Von diesem Ereignis stammen die Blutflecken auf dem “Elchinger Blutgewand”.
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Das 2. Oberelchinger Mirakelbuch
13.9.2010 by admin.
GNADENBILD
ZU DEN 7 SCHMERZEN MARIENS
VON ELCHINGEN
DOKUMENTIERTE MIRAKELN, SOWEIT SIE ELCHINGER BÜRGER BETREFFEN
ZUSAMMENGESTELLT (u.©) VON FRANZ WALTER,
OBERELCHINGEN 2010
Der neu-eröffneten Marianischen Gnaden-Quelle
Oder: Etliche besondere aus einer grossen Menge herausgezogenen Gutthaten Mariae
Der schmertzhafften Mutter Gottes, in dem Reichs-Gotts-Hauß Ober-Elchingen,
Ord. S. Bened. Zu Mehrerer Beförderung der Marianischen Andacht,
und Aufnahm der allda sich befindlichen
Löbl. Ertz-Bruderschaft,
Der sieben Haupt-Schmertzen Mariae
Durch den Druck an Tag gegeben,
Anno 1746 / 1747
M A R I A
Die schmertzhaffte und wunderbare Mutter
in Elchingen
hilfft ihren Pfleg-Kinderen,
und allen zu ihr fliehenden
in allerley schweren und gefährlichen Zuständen
der Seelen und des Leibs.
Vorrede
An den geneigten Marianischen Leser
Da wir erst jüngst-verwichenes Jahr 1745. dem Marianischen Liebhaber eine neu-eröffnete Gnadenquelle oder besondere Gutthaten MARIAE der schmertzhafften Mutter GOttes in Elchingen vor Augen gelegt; so haben wir nicht unterlassen sollen noch wollen, auch den ferneren Fortgang und Vermehrung eben dieser Quelle nicht nur allein nicht zu verbergen, sondern vielmehr allen eiffrigen Marianischen Hertzen, so nichts mehr dann die Ehr der Göttlichen Mutter, wie es ja gantz billich, und die höchste Schuldigkeit ist, verlangen und suchen, durch mehrmalige klare Anzeigen kund zu machen.
Es wird aber für diesemahl nicht nothwendig seyn zu wiederholen, wie auf das Weiß diese himmlische Gnaden Quelle also schein- und offenbar sich gemachet, massen dieses schon das erstere mahl sattsam geschehen: sondern wir glauben dem Marianischen Liebhaber gnug zu thun, wann wir nach oben angezogenem Vorhaben auch den ferneren Wachsthum und häuffigeren Ausfluß der Gnaden Quelle an Tag legen, abermahl zu keinem andern Ziehl und End, als zu größerer Ehre GOttes und seiner allerheiligsten schmertzhafften Mutter. …
Maria Anna Kinderin von Hurla und Anna Maria Mayrin konnten einander lange Zeit nicht ausstehen; sie waren gegeneinander wie zwey gifftige Schlangen, welche einander vergifften und zerreißen wollten. Sie erkenneten zwar ihren Fehler, vermöchten aber kein Mittel ausfinden, denselben zu verbessern, der gute Willen mußte allezeit der höllischen Schlangen unterliegen, welche immerdar ein neues Gifft des Zwietrachts beybrachte. Diese zwey zerspaltete Hertzen gleich einem doppelten Adler kamen endlich auf gethanenes Gelübd nach Elchingen, allda bey der schmertzhafften und Liebs-vollen Mutter, wiederum in Liebe vereiniget zu werden. Daß sie erhöret werden, zeigte die Folg, da sie fürohin wie friedsame Tauben mit einander zu leben angefangen,
den 30. Jun. 1745.
Ulrich Wieland von Unter-Elchingen da ihm sein rechter Arm also erstarret, dass er nicht einmahl das Zeichen des heiligen Creutz zu machen vermöchte. Auf Ermahnen ruffte er unsere schmertzhaffte Mutter an, und erhaltet dardurch den vorigen Gebrauch seines Arms den 8. Mart. 1745.
Catharina Heiligin von Thalfingen, als sie mit einem schgwerem hitzigen Fieber kranck darnieder gelegen, und an ihrem Aufkommen fast verzweiffelt, machete endlich ein Gelübd drey Frey- oder Sonntäg nach Elchingen zu der schmertzhafften Mutter GOttes einen Wahlfahrts-Gang zu verrichten, sofern sie ihre vorige Gesundheit erhalten sollte. Die gütigste Göttliche Mutter halt für genehm das Gelübd, giebet der Krankchen die Gesundheit, diese aber erfüllet mit schuldigsten Lob und Danck, was sie versprochen den 9. May 1745.
Conradus Gaurunder von Unter-Elchingen ein Mann schon von 63. Jahren, da er 4. Tag von unsäglichen Grimmen in denen Gedärmen gequälet wurde, ohne etwas zu finden, das ihm von solchen Schmertzen helffen möchte: lasset demnach bey der schmertzhafften Mutter in Elchingen für sich eine heilige Meß lesen, nach welcher sich auch aller Schmertzen verloren den 13. May 1745.
Maria Anna Plerschin von Oberelchingen (Familie des letzten Elchinger Abts Robert Plersch, d. V.), da sie an beyden Füssen gantz erstarret und lahm ware, auch nicht vermögte einen Tritt aus dem Bett zu setzen, nahme sie ihr einziges Vertrauen zu der schmertzhafften Mutter GOttes allda, selbe eiffrigst um den vorigen Gebrauch ihrer Glieder anruffende, mit Versprechen, dero Gnadenbild andächtigst zu besuchen. Sie empfindet alsobald die Würckung ihres Vertrauen: dann die Erstarrung liesse augenblicklich nach, daß sie die Fuß rühren und biegen könnte, besuchte demnach versprochenermaßen mit großem Trost ihre himmliche Artztin die schmertzhaffte Göttliche Mutter, den 5. Jul. 1745.
Sabrina Neherin von Ober-Elchingen leydete 10 Tag lang an dem rechten Fuß, so hoch geschwollen und gantz blau angeloffen ware, sehr empfindliche Schmertzen; neben deme ware ihr der rechte Arm also erstarret, daß sie denselben nicht bewegen konnt. Allein, weilen sie die sichere Zuflucht, nehmlich die gnadenreiche schmertzhaffte Mutter allda gleichsam an der Hand hatte, nahme sie auch dahin ihr Vertrauen, und versprache bey dero Gnaden Altar einen Fuß von Wax- und Votiv-Tafel aufzuhencken, das Versprechen und die erfolgte Hülff ware eines: die Erstarrung an Händ und Füß liesse nach, die Geschwulst, samt dem Schmertzen verschwande, daß sie also den andern Tag, wohin sie wollt, gegen konnte: so geschehen den 4. Decembr. 1745.
Catharina Kellerin von Ober-Elchingen zeiget folgende empfangene Gutthat mit danckbarem Gemüth an. Sie leydete nehmlich gegen 8 Tag sehr empfindliche Schmertzen in dem Rücken, also daß sie fast aller Ruhe beraubet wurde, und da noch nicht wußte, wie sie von solchen sich könnte ledig machen, in solchem Umstand derohalben begehrte sie von ihrem Mann, er möchte für sie bey der schmertzhafften Mutter allda ein heilige Meß lesen lassen, nicht zweifelnd, diese gütige Helfferin werde ihr auch ein Hülff verschaffen. Der Mann hatte kaum in das Begehren seiner Hauß-Frau eingewilliget, da hatte sie schon aller Schmertzen verloren, konnte also getröster in der heiligen Meß den schuldigsten Danck abstatten, ist angezeigt worden den 8. Decembr. 1745.
Catharina Gegenmayrin von Ober-Elchingen, hatte 17 Wochen lang das drey tägige Fieber, und konnte bis dahin durch kein Mittel vertrieben werden, sie machte derowegen ein Gelübd 3 heilige Messen zu Ehren der schmertzhafften Mutter allda andächtig zuhören, auf dieses Versprechen mußte das Fieber weichen und darffte sich nicht einmahl mehr gewöhnlicher massen anmelden den 1. Jan. 1746.
Anna Maria Hillerin Closter-Schmidin in Ober-Elchingen, leydete wegen einem bösen Zahn grosse Schmertzen, diese zu stillen, legte sie einstens mit grossem Vertrauen und Andacht, das heilige Scapulier auf den Zahn mit Anruffung der schmertzhafften Mutter, daß ihr dieser schmertzhaffte Zahn möchte hinweg genommen werden, und siehe: als sie den Mund aufthate, fallet der Zahn von sich selbstens heraus, und aller Schmertzen ware verschwunden, den 11, Jan. 1746.
Hier ist auch ein andere dieser Persohn erwiesene Gutthat beyzusetzen, welche sie mit dem obigen anzeigt. Als nehmlich vor 2 Jahren auch in ihrem Stall die Vieh-Seuche übel haussete, nahme sie ihre Zuflucht zu der schmertzhafften Mutter allda, begehrte nur ein Stuck, welches die Sucht schon am Halß hätte, daß ihr möchte geschenckt werden, mit Versprechen, daß sie das darvon erzogene Kalb zu einem Opfer widmen wollte, sie erhaltete auch was sie begehrte, wie sie dann auch danckbahrlich in dem Werck erfüllet, was sie versprochen.
Anna Maria Hollin von Ober-Elchingen Braumeisterin Unsers Gottes-Hauß leydete unsegliche Fuß Schmertzen, sie verspricht derowegen 3 heilige Messen zu Ehren der schmertzhafften Mutter allda lesen zu lassen, da sie dann alsobald erhöret, und von selben nach Wunsch erlediget worden. Bald darauf wurde sie mit einem andern Ubel behafftet, da sie viele Blattern mit großer Hitz in den Mund bekommen, und also fast keine Speiß geniessen konnte, sie brauchte viele Hülff-Mittel, aber ohne Wirckung,dahero wendete sie sich wiederum zu ihrer vorigen Trösterin, und Helfferin MARIA der schmertzhafften Mutter 7 heilige Messen und 7 mahl sie besonders in ihrem Gnaden-Bild heimzusuchen versprechend, auf dieses verschwande alsobald aller Schmertzen, und erlangte in kurtzem völlige Gesundheit. Es ist auch nicht zu verschweigen, folgendes, als vor 2 Jahren die Seuche unter dem Vieh regierte, und fast alles aufzehrte, befahle sie ihr Vieh mit Versprechung einer Votivtafel und einigen heiligen Messen lesen zu lassen der schmertzhafften Mutter, und wird durch dero mächtige Fürbitt gesund erhalten. Diese empfangene Gutthaten seynd angezeigt worden den 19. Jan. 1746.
Anna Maria Hillerin von Ober-Elchingen, Buchbinderin allda, lasset folgendes von ihrem 4jährigen Söhnlein Johann Anton Pancratius mit Nahmen aufzeichnen. Es hatte dieses Kind hefftiges Ohren-Wehe, wie es durch Weinen und Schreien seine Schmertzen genugsam an Tag gäbe, die Mutter indeme sie kein Mittel wußte, wie sie ihrem Kind helffen sollte, nahme von ihrem eigenen Halß das heilige Scapulier der schmertzhafften Bruderschaft, legte es dem weinenden Kind, auf das Ohr, mit Ermahnung der Schmertzhafften Mutter etwas zu betten: Welches dann auch geschehen, auf solches wurde das Kind bald still, und hörte auf zu weinen, weilen auch sich die Ohren-Schmertzen schon verlohren hatten.
Eben diese Mutter meldet noch von einem andern diesem ihren Söhnlein erwiesene Gutthat, als dieses noch ein Kind kaum von ethlichen Monaten alt ware, wurde es von sehr schwehren Ublen angegriffen, es zehrte am gantzen Leib völlig ab; an allen Rippen, so man für dürre zehlen konnte, zeigten sich erhobene Knochen, und noch darzu ein Buckel von vornen, und zwey auf dem Rucken, welcher elende Zustand anderthalb Jahr daurete, es ware fast ein verzweifelte Sach, solchem Ubel abzuhelffen, derowegen die gute Eltern ihr Zuflucht und Vertrauen zu der schmertzhafften Mutter Gottes allda in Elchingen nahmen. Neben andern verrichteten Andachten versprechen sie bey dero Gnaden-Bild ein Votiv-Täfelein aufzuhencken, wann ihr liebes Kind die vorige Gesundheit erhalten sollte. Das Vertrauen und Gebet hat auch seine erwünschte Würckung, indeme sie gar bald ihr Söhnlein von all obigen Ublen befreyet sahen, da sie dann das Versprochene mit schuldigsten Danck entrichtet.
Folgende empfangene Gnad von der schmertzhafften Mutter Gottes erzehlt diese Anna Maria Hillerin von sich selbsten, schon vor 11 Jahren kame sie ganz von dem Verstand, also daß man ihr Band anlegen mußte, um fernern Schaden zu verhüten, sie wurde doch endlich von dieser erlöset, als man etliche heilige Messen bey der schmertzhafften Mutter allda hat lesen lassen, dann da man eben an dem folgenden Monath-Sonntag zu dem gewöhnlichen Umgang der schmertzhafften Bruderschafft das Zeichen gabe, erkennete sie wiederum das Gelauth und wurde mit diesem auch alle Dunckelheit des Verstands vertrieben, und die vorige Gesundheit hergestellet. Die erwiesene Gutthaten werden zu beständiger Danckbarkeit angezeiget den 21. Jan. 1746.
Anna Barbara Walburga Gegenmayrin von Ober-Elchingen, ein Kind 6. Monath alt, ware eine lange Zeit mit sehr hefftigen Gichtern behafftet, diese dreheten ihme den Kopf um, verkrümmeten ihme das Maul, Haend, Fueß, ja alle Glieder, so man ohne Schröcken nicht könnte ansehen, die Mutter, weilen sie anderst nicht zu helffen wusste, hatte sie eine heilige Meß zu Ehren der schmertzhafften Mutter GOttes und einer andern Bildnueß MARIAE, so auch in unserer Kirchen verehret wurde, versprochen. Auf dieses haben also bald das Kind die Gichter verlassen, wie dann annoch dieses Kind zu dem Trost der Eltern schon 4. Jahr die gute Gesundheit genüsset. Der Vater zeiget die empfangene Gutthat an den 16. Febr. 1746.
Johannes Gnann von Unter-Elchingen, hatte 4. Tag eine große geschwollene Hand, die er glaubte durch eine schwere Arbeit verrencket zu haben, erhaltet aber diese alsobald frisch und gesund, als er seine Andacht bei der schmertzhafften Mutter verrichtet, den 10. April 1746.
Benedictus Stromayr, Holzwarth in Elchingen wurde in dem Wald ungefähr mit hefftigen Schmertzen in der Hüfft ergriffen, daß er auf einem Wagen musste nach Haus gebracht werden. Er lage 2. Tag unbeweglich vor Schmertzen und konnte weder Schlaff noch Speiß geniessen. Zu diesem Zustand faßte er Vertrauen zu unser schmertzhafften Mutter, und legte ein an dem Gnaden-Bild angerührtes Scapulier-Bildlein auf den schmertzhafften Ort, mit Versprechen, die schmertzhaffte Mutter in ihrer Kirchen heimzusuchen. Als dies geschehen, liessen die Schmertzen alsobald nach, daß er den Fuß rühren und biegen, in der Früh aufstehen und zu gehen vermochte, da er dann ohne Anstand sein Versprechen in der Kirchen erfüllet. Die Gutthat zeigte er an den 5. Jun. 1746.
Magdalena Götzin, von Thalfingen, ware in nächster Gefahr, in der Donau zu ertrinken, indem sie schon gantz unter dem Wasser um keine menschliche Hülff mehr ruffen konnte, in solcher äussersten Gefahr, kame ihr noch zu Gemüth die schmertzhaffte Mutter in Elchingen, als die allergnädigste Helfferin aller Nothleydenden. Diese also ruffte es inbrünstig an, und versprache zu dero Ehr eine Heilige Meß lesen zu lassen, so sie dem Tod entrinnen sollte. Die Hülff bliebe nicht aus; dann sie kame so gleich von der Tiefe über das Wasser, daß sie also noch glücklich von dem Untergang hat können errettet werden, da doch ein anders Mägdlein ihr an der Seiten, in eben diesem Wasser das Leben eingebüsset, ist geschehen den 26. Jul. 1746.
Maria Denzlin, von Ober=Elchingen, hatte 4. krancke Stuck Vieh, daß keines mehr fressenwolte: Nach gethanenem Gelübd, eine heilige Meß zu Ehren der schmertzhafften Mutter allda lesen zu lassen, wurden deren 3. alsobald gesund, denen auch das vierte nach und nach folgte. Wird bezeuget den 13. Mertz 1747.
In unserem Closter Elchingen, stossete ein junges Pferd eine gefährliche Kranckheit an, so schon mehrere Tag anhaltete, es kame endlich mit demselben so weit, daß es schon ausgestreckter da lage, die Zähn bleckte, und an dem Leib gantz erkaltete. Dem Closter-Schmid, welcher schon über die halbe Nacht bey dem Pferd gewachet, ware sehr bang, weil er schon alles Mögliche umsonst angewendet. Endlich wendet er sich zu der schmertzhafften Mutter allda, und verspricht einen heiligen Rosen-Krantz, samt einer heiligen Meß, selbe zu dero Ehr zu hören, und ein andere lesen zu lassen. Den heiligen Rosen-Krantz fangte er so gleich an zu beten, und siehe! Er hatte selben noch nicht gar vollendet, da rührte sich das Pferd, schüttelte sich, und stunde gesund auf. Dieses ist geschehen den 28. April 1747.
Obwohlen wir nun noch viele andere scheinbare und merckwürdige Gutthaten anzuzeigen hätten, damit wir aber die fürgenommene Zahl der Blätter nicht überschreitteten, so haben wir für dißmahl mit dem obigen die Sach beschlüssen wollen, nicht ohne mehrmalige Hoffnung, unser fürgestecktes Ziel vollkommentlich zu erreichen; als welches kein anderes ist, als zu Fordernüß die Ehre GOttes und seiner Göttlichen schmertzhafften Mutter schuldigster massen zu beförderen; alsdann auch durch Vorlegung der so reichlich flüssenden himmlischen GnadenQuelle bey allen Marianischen Pfleg-Kinderen, die gefaste Andacht, und kindliches Vertrauen bestmöglichst zu mehren, wodurch allen der erwünschte Trost zu erwarten, dass sie in allen ihren Anliegen Leibs und der Seelen eine sichere Zuflucht und Hülff, gleichwie sie sehen, daß anderen geschehen, erfahren werden.
Da wir dann inskünfftig die Freud und das Vergnügen haben werden, die erwiesene Gnaden und Gutthaten unser göttl. Schmertzhafften Mutter, welche ihre himmlische Gnaden Quell in einen gantzen Strom, nach Maaß der zu ihr gepflogenen Andacht und Vertrauen, auszugüssen nicht unterlassen wird, mit höchstem Trost aller Marianischen Liebhaberen, abermahl an Tag zu geben.
Approbatio Censoris
AD B. V. Mariae Dolorosae promovendum cultum,
beneficia haec typo mediante
publici juris fieri, censui.
August. Vind. 20. Maji, 1746
Franc. Jos. De Handel SS. Th. Lic. Rev.
S. Seren. Princ. & Epise. August. Consil.
Ecclesiast. Maj. Poenit. &. Librorum Censor,
Nec non Insig. Eccles. Ad S. Maur. Can. &. Parochus.
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Bernhard an Eugen III.
10.9.2010 by admin.
Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153) schreibt an Papst Eugen III., der früher sein Schüler gewesen war: “Wo soll ich anfangen? Am besten bei deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir.
Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem Du nicht landen willst.
Du fragst an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz anfängt, hart zu werden. Frage nicht weiter, was damit gemeint sei: wenn Du jetzt nicht erschrickst, ist Dein Herz schon so weit.
Das harte Herz ist allein; es ist sich selbst nicht zuwider, weil es sich selbst nicht spürt. Was fragst Du mich? Keiner mit hartem Herzen hat jemals das Heil erlangt, es sei denn, Gott habe sich seiner erbarmt und ihm, wie der Prophet sagt, sein Herz aus Stein weggenommen und ihm ein Herz aus Fleisch gegeben. Wenn Du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für Besinnung vorsiehst, soll ich Dich da loben?
Darin lobe ich Dich nicht. Ich glaube, niemand wird Dich loben, der das Wort Salomons kennt: “Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit” (Sir 28,25). Und bestimmt ist es der Tätigkeit selbst nicht förderlich, wenn ihr nicht die Besinnung vorausgeht.
Wenn Du ganz und gar für alle da sein willst, nach dem Beispiel dessen, der allen alles geworden ist (1.Kor 9,22), lobe ich Deine Menschlichkeit - aber nur, wenn sie voll und echt ist. Wie kannst Du aber voll und echt sein, wenn Du Dich selber verloren hast? Auch Du bist ein Mensch. Damit Deine Menschlichkeit allumfassend und vollkommen sein kann, musst Du also nicht nur für alle anderen, sondern auch für Dich selbst ein aufmerksames Herz haben.
Denn, was würde es Dir nützen, wenn Du - nach dem Wort des Herrn (Mt 16,26) - alle gewinnen, aber als einzigen Dich selbst verlieren würdest? Wenn also alle Menschen ein Recht auf Dich haben, dann sei auch Du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig Du selbst nicht von Dir alles haben? Wie lange bist Du noch ein Geist, der auszieht und nie wieder heimkehrt (Ps 78,39)? Wie lange noch schenkst Du allen anderen Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber? Ja, wer mit sich schlecht umgeht, wem kann der gut sein?
Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.”
Geschrieben in c Fundgrube Textschätze | Drucken | 1 Kommentar »
8.9.2010. neu
8.9.2010 by admin.
Geschrieben in g ME, a kunst und versuche | Drucken | 1 Kommentar »