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Chor- und Orgelkonzert. Sonntag 26. September 2010 - 18:00 Uhr. Klosterkirche Oberelchingen
Chor- und Orgelkonzert
anlässlich des 100. Jubiläums der Steinmeyer-Orgel (1910)
Klosterkirche Oberelchingen,
26. September 2010
18:00 Uhr
Axel Flierl, Basilikaorganist und Chordirektor an der Basilika St. Peter und Paul zu Dillingen an der Donau
Kammerchor Burgau unter der Leitung von Herwig Nerdinger
Als im Jahre 1910 das alte schadhafte Orgelwerk bei Beibehaltung des klassizistischen Prospekts durch ein neues der Firma Steinmeyer aus Öttingen ersetzt wurde, ging eine musikalische Epoche zu Ende, die sich mit dem Wort Romantik verbindet. Auch wenn wir die Musik um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert mit vereinheitlichenden Begriffen wie Spätromantik bzw. Nachromantik zu charakterisieren versuchen, ergeben die in jener Zeit entstandenen Kompositionen in ihren stilistisch mannigfaltigen Ausprägungen kein einheitliches Bild.
So verbinden sich bei GiuseppeVerdi wie auch bei Edvard Grieg - beide wenige Jahre vor Fertigstellung der Oberelchinger Orgel gestorben – farbige Harmonik und modulatorische Freiheiten mit unverkennbar nationalen Stilelementen, die trotz melodischer Süße und harmonischer Eleganz auch bei Gabriel Fauré anklingen. Stark von der russisch-orthodoxen Kirchenmusik beeinflusst das chorische Schaffen Sergej Rachmaninows. „Kunde zu bringen von dem Mysterium“ ist die Intention des tief religiösen Heinrich Kaminski. Zwar nutzt auch er die erweiterten harmonischen Möglichkeiten seiner Zeit, greift aber immer wieder auf Ausdrucksmittel früherer Epochen zurück: modale Wendungen, Polyphonie und Choral.
Ähnliches beobachten wir bei Charles Tournemire, einem Schüler C. Francks und Ch. Widors, dessen Orgelschaffen stark vom Gregorianischen Choral inspiriert ist und der seinerseits als Lehrer wiederum Duruflè und Langlais nachhaltig beeinflusst hat. Die Bearbeitung der Buxtehudenischen Passacaglia d-Moll ist Zeugnis seiner intensiven Beschäftigung mit den alten Meistern. Seinen gleichaltrigen Landsmann Louis Vierne, einst als Virtuose und Improvisator weltweit berühmt, zeichnet ein untrüglicher Sinn für harmonisches Raffinement und verfeinerte Chromatik aus. Die überragende Bedeutung Max Regers als Organist und Schöpfer großartiger Kompositionen für dieses Instrument ist unbestritten. Seine an Joh. Seb. Bach geschulte kompositorische Meisterschaft – die berühmte “Fantasie und Fuge über B-A-C-H“ ist Zeichen der Verehrung seines großen Vorbilds - hat ihm die Klassifizierung eines „zweiten Bach“ eingetragen. Seine Tonsprache lotet alle Möglichkeiten der Chromatik und Enharmonik aus und weitet das dynamische Spektrum in extremer Weise, in seinen Orgelwerken durch differenzierte Registrierung. Von ihm wiederum wesentlich geprägt sind vor allem die früheren Werke seines Schülers Fritz Lubrich des Jüngeren.
Programm
Dietrich Buxtehude (1637-1707)
Passacaglia d-moll BuxWV 161
(in der Bearbeitung von Charles Tournemire, 1923)
Gabriel Fauré (1845 – 1924)
Stabat Mater
Edvard Grieg (1843 – 1907)
Ave Maris Stella
Charles Tournemire (1870-1939)
« Communion » aus der Pfingstmesse
Sergej Rachmaninoff
Heute kam das Heil in die Welt (aus Op. 37)
Ave Maria (aus Joh. Chrysostomus-Liturgie 1910)
Fritz Lubrich (1888-1971)
„Drei Stimmungsbilder“ für Orgel op. 24 (1912)
I. Festlicher Zug
II. Ave Maria
III. In der Abendstille
Max Reger (1873-1916)
Der Mensch lebt
Heinrich Kaminski (1886 - 1946)
Psalm 130 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ (1912)
Louis Vierne (1870-1937)
Adagio op. 28 (1911)
Pater noster
Max Reger (1873-1916)
Präludium und Fuge h-moll op. 129 (1913)
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