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Archive für August 2010

Klosterkirche Oberelchingen

Claudius wartet auf die Auferstehung

Altes Klostermodel

Oberelchingen 1518

Aquarell Oberelchingen von Pater Hagel

Oberelchingen Zeichnung Pater Hagel 1928

Stich des Klosters Oberelchingen

Grübelsätze

Alles auf der Welt ist ein Ausdruck von Liebe oder ein Ruf nach Liebe.

Worte für Paten


Jetzt sind wir deine Paten.

Partner werden wir dir sein, wenn du dich alleine fühlst

Lehrer, wenn du Neues lernen möchtest,

Zuhörer, wenn Sorgen dich plagen,

Ratgeber, wenn du nicht weiter weißt.

 

Jetzt sind wir deine Paten.

 

Aufdrängen werden wir uns dir nicht.

Wir werden uns von dir finden lassen, wenn du uns suchst,

werden dich hören, wenn du uns rufst,

werden dir beistehen, wenn du uns brauchst.

 

Jetzt sind wir deine Paten.

 

Diesen Auftrag übernehmen wir gern,

beauftragt heute vom liebenden, allmächtigen Gott,

unterstützt von dem, der nicht möchte,

dass du je verloren gehst.

Schlingensief

Künstler können, was andere nicht vermögen: das Innere, das Innerste kommunizieren, es malen, meißeln, formen, in Töne und Klänge verwandeln, in Szene setzen, in bewegten Bilden aufleben lassen, es in Worte kleiden, schreiben, sagen, singen, schreien, fluchen… Darum ist ihre Existenz für jede Zivilisation und jede Kultur existenziell. Die Künstler sind im Besitz der Sprachen, deren Besitz sie zu dem macht, was sie sind. Sie leben intensiver, nehmen sensibel die Wirklichkeit wahr, manchmal seismographisch und für sich selbst nicht immer gesund. Manche schmiedet das Leben auch so lange, bis es keinen Ausweg mehr gab: Schreien oder Eingehen - Kunst oder Tod.

In dem, wie Künstler die Existenz in ihren Tiefen und Höhen beschreiben, schaffen sie diese auch. Sie heben die bloßen Abläufe, das scheinbar Alltägliche, das sonst schnell Vergessene, das Ungesagte, den stummen Schrei durch ihren Fingerzeig in ein anderes Sein – sie verleihen Ungesagtem etwas Ewigkeit. Damit sind sie Schöpfer einer Welt, in der wir uns beheimatet fühlen – die für uns etwas wie Heimat ist -, weil sie uns und unserer Anwesenheit auf der Erde vertraut sind. Ganz so wie Ernst Bloch meinte, die eigentliche Heimat ist etwas, was wir füreinander schaffen müssen, sonst gibt es sie nicht. „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.“ Christoph Schlingensief war so einer: unruhig und unzufrieden mit sich und der Welt. Zornig, ungeschminkt und direkt, wenn er vor aller Welt mit seinem eigenen Tod rang, wenn er den Besuchern seiner Produktionen die Wahrscheinlichkeit eines Krebstodes wütend von der Bühne ins Gesicht brüllte. Eine andere Einsicht Blochs wurde einem da bewusst: wir leben, angetrieben von einem inneren Kraftwerk, das sich aus der Utopie nährt. Und wir können übermenschliches durch diesem Antrieb leisten. Dann ist da aber eine Macht, die jeder Utopie trotzt: der Tod. Alle weltimmanenten Paradiese sind begrenzt durch dieses Monster, das sich nicht eliminieren lässt – von keiner Kunst der Welt.

„Ich habe keinen Bock auf Himmel, ich habe keinen Bock auf Harfe spielen und singen und irgendwo auf einer Wolke herumgammeln“.(Schlingensief) Das Bild vom passiven Jenseits war so gar nicht seines, nicht für den impulsiven Weltenbastler, nicht für diesen Schöpfer.

Jedem, der ihn von der Bühne herab drohen gehört hat, wird ein Unbehagen am Samstag gekommen sein, als die Todesnachricht kam. Denn wir hörten und sahen, dass da einer stirbt, aber „fühlen konnte man es nicht“.(SZ) Sein toben auf der Bühne hat jetzt etwas Prophetisches. Gerade weil es Erlösung für ihn nur aus sich selbst heraus gab, aus dem eigenen Schaffen und Wirken, darum hat sein Tod nun auch etwas Aufwühlendes für Menschen, die ihn gar nicht persönlich kannten. Sein Tod ist ein Teil seines Kampfes geworden. Vorweggenommen und Ausgesprochen schon lange vor seinem Eintreffen. Sein Durst nach Leben, sein Sträuben gegen das Erlöschen ist für uns greifbar, sichtbar und hörbar geworden: nicht, weil er das Leiden und den Tod zu seiner Kunst gemacht hat – das gar nicht! – sondern weil hier ein Künstler mit dem Tod rang, der diesem Ringen eine Stimme gab. Nämlich seine.

Klosterkirche Oberelchingen

elchinger blutgewand    Elchinger BlutgewandWährend des 30jährigen Krieges drangen Schweden in das Kloster ein und misshandelten den Abt, der gerade den Gottesdienst zelebrieren wollte, so schwer, dass Blutüberströmt und mit halb abgerissenem Ohr in der Sakristei liegen blieb. Sein Blut ist heute noch auf dem Elchinger Blutgewand zu sehen.

Benedikt und Scholastika in Oberelchingen Das letzte Treffen der Geschwister Scholastika und Benedikt. Obwohl die Regel ihres Bruders es verbot, Frauen im Kloster übernachten zu lassen, schaffte es Scholastika mit Hilfe des Gebetes, ein so schweres Unwetter aufkommen zu lassen, dass Sie diese Nacht vor dem Tod noch bei Ihrem Bruder bleiben konnte.

Tod des hl. Benedikt Benedikt verstarb während einer hl. Messe. Der Maler lässt seine Seele im Bild eines nackten Menschen in den Himmel auffahren.

Anbetungsengel am ehem. Kreuzaltar Anbetender Engel am ehemaligen Kreuzaltar

Engel mit Sanduhr Oberelchingen Über dem Altar befindet sich eine Uhr. Jede Stunde und jeder Tag ist Heilszeit, jede Stunde, immer, das Jetzt,  ist wichtig und entscheident. 

Chor- und Orgelkonzert. Sonntag 26. September 2010 - 18:00 Uhr. Klosterkirche Oberelchingen


Chor- und Orgelkonzert

anlässlich des 100. Jubiläums der Steinmeyer-Orgel (1910)

Klosterkirche Oberelchingen,

 

26. September 2010

18:00 Uhr

 

Axel Flierl, Basilikaorganist und Chordirektor an der Basilika St. Peter und Paul zu Dillingen an der Donau

Kammerchor Burgau unter der Leitung von Herwig Nerdinger

 

 

Als im Jahre 1910 das alte schadhafte Orgelwerk bei Beibehaltung des klassizistischen Prospekts durch ein neues der Firma Steinmeyer aus Öttingen ersetzt wurde, ging eine musikalische Epoche zu Ende, die sich mit dem Wort Romantik verbindet. Auch wenn wir die Musik um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert mit vereinheitlichenden Begriffen wie Spätromantik bzw. Nachromantik zu charakterisieren versuchen, ergeben die in jener Zeit entstandenen Kompositionen in ihren stilistisch mannigfaltigen Ausprägungen kein einheitliches Bild.

So verbinden sich bei GiuseppeVerdi wie auch bei Edvard Grieg - beide wenige Jahre vor Fertigstellung der Oberelchinger Orgel gestorben – farbige Harmonik und modulatorische Freiheiten mit unverkennbar nationalen Stilelementen, die trotz melodischer Süße und harmonischer Eleganz auch bei Gabriel Fauré anklingen. Stark von der russisch-orthodoxen Kirchenmusik beeinflusst das chorische Schaffen Sergej Rachmaninows. „Kunde zu bringen von dem Mysterium“ ist die Intention des tief religiösen Heinrich Kaminski. Zwar nutzt auch er die erweiterten harmonischen Möglichkeiten seiner Zeit, greift aber immer wieder auf Ausdrucksmittel früherer Epochen zurück: modale Wendungen, Polyphonie und Choral.

Ähnliches beobachten wir bei Charles Tournemire, einem Schüler C. Francks und Ch. Widors, dessen Orgelschaffen stark vom Gregorianischen Choral inspiriert ist und der seinerseits als Lehrer wiederum Duruflè und Langlais nachhaltig beeinflusst hat. Die Bearbeitung der Buxtehudenischen Passacaglia d-Moll ist Zeugnis seiner intensiven Beschäftigung mit den alten Meistern. Seinen gleichaltrigen Landsmann Louis Vierne, einst als Virtuose und Improvisator weltweit berühmt, zeichnet ein untrüglicher Sinn für harmonisches Raffinement und verfeinerte Chromatik aus. Die überragende Bedeutung Max Regers als Organist und Schöpfer großartiger Kompositionen für dieses Instrument ist unbestritten. Seine an Joh. Seb. Bach geschulte kompositorische Meisterschaft – die berühmte “Fantasie und Fuge über B-A-C-H“ ist Zeichen der Verehrung seines großen Vorbilds - hat ihm die Klassifizierung eines „zweiten Bach“ eingetragen. Seine Tonsprache lotet alle Möglichkeiten der Chromatik und Enharmonik aus und weitet das dynamische Spektrum in extremer Weise, in seinen Orgelwerken durch differenzierte Registrierung. Von ihm wiederum wesentlich geprägt sind vor allem die früheren Werke seines Schülers Fritz Lubrich des Jüngeren.

 

 

Programm

 

Dietrich Buxtehude (1637-1707)

Passacaglia d-moll BuxWV 161

(in der Bearbeitung von Charles Tournemire, 1923)

 

Gabriel Fauré (1845 – 1924)

Stabat Mater

Edvard Grieg (1843 – 1907)

Ave Maris Stella

 

Charles Tournemire (1870-1939)

« Communion » aus der Pfingstmesse

 

Sergej Rachmaninoff

Heute kam das Heil in die Welt (aus Op. 37)

Ave Maria (aus Joh. Chrysostomus-Liturgie 1910)

 

Fritz Lubrich (1888-1971)           

„Drei Stimmungsbilder“ für Orgel op. 24 (1912)

            I.          Festlicher Zug

            II.         Ave Maria

III.                  In der Abendstille

 

 

Max Reger (1873-1916)

Der Mensch lebt

Heinrich Kaminski (1886 - 1946)

Psalm 130 „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir“ (1912)

 

Louis Vierne (1870-1937)           

Adagio op. 28 (1911)

 

Giuseppe Verdi (1813 - 1901)

Pater noster

 

Max Reger (1873-1916)

Präludium und Fuge h-moll op. 129 (1913)

R+I+P 11.08.

In memoriam P. Mario Hausheer. + 11. August 1993. Opfer von Fanatismus und Hass.

+

In memoriam P. Josef Mayer, dessen Beerdigung heute ist. Schräg und liebenswürdig brachte er uns Mathematik und Physik bei.

Konzert in der Klosterkirche Oberelchingen: Orgel und Trompete - 14.08.2010 19.oo Uhr


Samstag, 14. August 2010, 19.00 Uhr
Konzertsommer 100 Jahre Steinmeyer-Orgel Klosterkirche Oberelchingen
30 Jahre Trompete und Orgel in Vollendung
Bernhard Kratzer (Trompete) - Paul Theis (Orgel)
präsentieren glanzvolle Trompetenkonzerte und virtuose Orgelwerke

 

Die festlichen Konzerte in der Klosterkirche locken alljährlich zahlreiche Musikfreunde nach Oberelchingen. Welcher Konzertbesucher hat das noch nicht erlebt? Andächtige Stille, dann erhebt sie sich, diese göttliche Musik, inmitten der Harmonie von Trompete, Orgel und Kirchenraum.  Erleben Sie am Samstag, den 14. August um 19.00 Uhr zum 30-jährigen Konzertjubiläum des Trompeters Bernhard Kratzer (Stuttgart) ein exquisites Fest der Trompeten- und Orgelmusik. Im Rahmen des Konzertsommers 100 Jahre Steinmeyer-Orgel präsentiert der renommierte Klassiktrompeter gemeinsam mit dem Organisten Paul Theis (Stuttgart) die Höhepunkte aus seinem Repertoire. An den beiden Orgeln der Barockkirche gelangen glanzvolle Trompetenkonzerte, meditative Werke für Corno da caccia und virtuose Orgelmusik u. a. von Stölzel, Händel, Bellini, Bach und Schnizer zur Aufführung. Karten sind im Vorverkauf beim Kartenservice der Neu-Ulmer Zeitung (Kartentelefon: 0731/7071-11), bei Traffiti im Service-Center Neue Mitte (Kartentelefon: 0731/967070) sowie ab 18.00 Uhr an der Abendkasse der Klosterkirche erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.heroicmusic.de.

 

Bernhard Kratzer, Solotrompeter des Staatsorchesters Stuttgart avancierte in den letzten 30 Jahren zu einem der führenden Trompetenvirtuosen Deutschlands. Schon als junger Student begeisterte er sich unter dem Einfluss von Maurice André für die Instrumentalkombination Trompete und Orgel. Durch sein Ausloten der vielfältigen klanglichen Möglichkeiten, seine Bearbeitungskunst und seine stetiges Streben, die heroisch strahlenden Aspekte der Trompete mit der Natürlichkeit der Singstimme und der Virtuosität eines Streichinstrumentes zu kombinieren hat er in den letzten Jahren Maßstäbe gesetzt. Seiner Piccolotrompete entlockt er zarteste Pianoklänge, perlende Koloraturen und jubelnde Töne mit großer Brillanz. Seine Tongebung ist von auffälliger Dezenz und Wärme. Auch in der Höhe spielt er aufs Feinste ausbalanciert, so dass man oft das Gefühl hat, man höre da kein wirkliches Blechblasinstrument. Diese elegante Leichtigkeit und Virtuosität lassen Publikum und Kritiker einhellig vom ‚Trompeter, der die Sterne vom Himmel spielt’ schwärmen. Bernhard Kratzers künstlerisches Schaffen ist in mittlerweile über zehn CD-Einspielungen dokumentiert. Pünktlich zum Jubiläumsjahr ist die CD ‚Best of Bernhard Kratzer’ erschienen. Zahlreiche seiner Bearbeitungen sind in der Notenedition Kratzer verlegt.

 

Der Organist Paul Theis ist mehr als 15 Jahren der kongeniale, musikalische Partner des Ausnahmetrompeters. Der Preisträger namhafter Orgelwettbewerbe (u. a. Wiesbadener Bach-Woche, Dom zu Speyer, Odense/Dänemark) war von 1984 bis 1987 Organist der Zisterzienser-Abtei Marienstatt/ Westerwald. Eine rege Konzerttätigkeit als freischaffender Organist und Oratoriensänger im In- und Ausland sowie zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen dokumentieren sein hohes künstlerisches Niveau.

 

Orgelgeburtstag: 100 Jahre Steinmeyerorgel Oberelchingen - Konzert von Marc Vonau (Strasbourg) am 8.August 2010, 17.00 Uhr in der Klosterkirche Oberelchingen


8. August 2010 – 17.00 Uhr

Passacaglia

Orgelkonzert mit Marc Vonau, Strasbourg
 in der Klosterkirche Oberelchingen

 

                                            

Passacaglia in c-moll            J.S.Bach                                          15’00

BWV 582

***

Choral Nr. 2 in h-moll         C.Franck (1822-1890)                  14’00

 

***

Orgelsonate Nr. 8                 J.G.Rheinberger (1839-1901)      25’00

in e-moll, Op. 132

 

                   1.Praeludium

                  2.Intermezzo

                   3.Scherzoso

                   4.Passacaglia

 Marc Vonau. Seine künstlerische Ausbildung erhält Marc Vonau am „Conservatoire national“ in Straßburg, als Schüler in der Orgelklasse von Prof. Daniel Maurer und von Prof. Francis Jacob (Basso continuo), ergänzt durch Studien in Tonsatz, Analyse, Musikgeschichte und Chorleitung. Während dieser Zeit ist er an mehreren großen Chorprojekten beteiligt („Lukaspassion“ unter der Leitung von Krzysztof Penderecki, „VII. Symphonie“ von Gustav Mahler…)

Seit Erlangung des Orgeldiploms und eines Abschlusses in Musikwissenschaften wirkt er als Dozent für Orgel an der Protestantischen Orgelschule von Straßburg („Aforgep“). Er ist außerdem Organist an der protestantischen Predigerkirche in Zürich und in der dortigen Mission Catholique de Langue Française.

Sein breitgefächertes musikalisches Repertoire führt ihn auf ausgedehnte Konzertreisen nach Frankreich, Deutschland, Österreich, Belgien und in die Schweiz… U.a. hat er am Festival „Toulouse les Orgues“ im Oktober 2005 teilgenommen, außerdem an der Einweihung der Späth-Orgel in Soest (Westfalen) im Februar 2007 und am „Festival de Musique Sacrée  in Saint-Malo im Juli desselben Jahres.

Seit einer ersten Begegnung im Mai 2007 im Rahmen des Festivals protestantischer Musik in Elsass und Lothringen „En mai, joue et chante“ kommt es ab und an zur künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Ensemble „Doux regard“. Mit dem „Chœur de Chambre de Strasbourg“ (Leitung Catherine Bolzinger) wirkt er im Sommer 2007 am Abschlusskonzert des „Festival de Musique d’ensemble“ in Pommiers-en-Forez mit. An der Seite der Pianistin Lara Erbes übernimmt er in Rossinis „Petite Messe solennelle“ die Harmoniumpartie an einem jüngst restaurierten historischen Instrument (Harmonium Debain, 1878).

Im Zusammenhang vertiefender Studien am Straßburger Konservatorium ist er dort regelmäßig im Rahmen der „Vendredis de l’orgue“ zu hören, einer Konzertreihe an der 2006 erbauten Mühleisen-Orgel.

 

 

 Eintritt frei. Über eine Spende für die Restaurierung der Orgel freuen wir uns.

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