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März 2010
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Archive für März 2010

ein traum…

jetzt:oberelchingen-marz-2010.jpg        hoffnung:Oberelchingen ohne störenden Mittelblock 

vor mehr als 20 jahren wurde mit dem “mittelblock” versucht in den vorher sorgfälltig konzipierten raum der ehem. klosterkirche oberelchingen, ein element der konziliaren communio-theologie zu integrieren. damit wurde allerdings das raumemerlebnis zerstört.

betritt man die kirche von oberelchingen durch den haupteingang, so befindet man sich an einem dunklen ort im bauwerk. an der hinteren südwand hat die kirche keine fenster (hier schloss sich das konventgebäude an) und die fenster im nörlichen seitenschiff sind nicht gross. aber um so näher man dem hochaltar kommt, um so grösser und lichter werden die fenster. nach dem eintritt in die kirche wird der blick damit unweigerlich nach vorn gezogen, auf den hochaltar hin.

mitten in dieser blickachse steht nur ein hindernis: einer absperrung gleich sitzt der mittelblock sperrig im weg. der blick wird hingezogen zum altar und stolpert dann über schranke. liturgische prozessionen (bruderschafstsonntage, karfreitag, der brautzug bei der hochzeit, taufen am taufbecken, uvm.) werden erschwert oder verhindert.

es wäre eine notwendige anstrengung diesen fehler zu revidieren und den alten und durchdachten raum wieder herzustellen.

gescheiterte kommen auf den scheiterhaufen

Leute, die scheitern, gibt’s ein´ ganzen Haufen. Früher kamen die auf den Scheiterhaufen.

– Heute kommen sie in die Presse. Man kann dann ihrem Leiden viel länger zuschauen als früher.

Aus: Reuschs Wochenrückblick 26.02.2010

Verhüllung - Fastenzeit

Verhüllung.

Fastenzeit Oberelchingen 2010

Sie sehen noch viel zu viel!

Verhüllter Hochaltar Oberelchingen Fastenzeit 2010

Eigentlich sollten Sie gar kein Bild und kein Gold mehr sehen, keine Ranken und Girlanden, kein Zierrat. Es ist Fastenzeit! Über 100 Meter Stoff reichten gerade für eine Sichtbehinderung auf den Hochaltar und die Verhüllung eines Teiles des Benediktusaltares.

Verhüllter Benediktusaltar Oberelchingen Fastenzeit 2010 (Verhüllter Benediktusaltar)

 Das Verhüllen von Bildern in der Kirche hat eine lange Tradition. Sie ist eigentlich so alt wie die Bilder in der Kirche selbst. Damals, als ein Bildnis nicht nur zur Dekoration diente, war ein Bild oder eine Statue im sakralen Raum ständig mit Aktion verbunden. Eingebunden in das Kirchenjahr wurde das Bild geschmückt, verhüllt, herumgetragen und durch verschiedenste offizielle und private Rituale verehrt. Die mittelalterlichen Flügelaltäre sind ein Zeugnis dafür: nur zu den hohen Feiertagen zeigte sich der prächtige Schrein in der Mitte, flankiert von reich bebilderten Klapptafeln. Während des Kirchenjahres waren die Flügel geschlossen und während der Fastenzeit ganz verhängt. Anfänglich mit schmucklosen Tüchern, denn es ging um das verbergen, dann wurden Szenen der Passion darauf gemalt. Diese Tradition lebt z.B. in den Misereor-Hungertüchern weiter. Erst die Dekadenz unserer Tage lässt uns immer alles sehen und konsumieren wann immer uns danach ist. Und die Kirche macht mit und verkommt damit zum Museum, das gerne zeigt, was sie hat. Es ist eine Form von Exhibitionismus, es wird meist unbewusst versucht mitzuhalten mit den vielen Bildern die uns in unserem Alltag überfluten. Doch dabei können wir nur verlieren. Alles was uns ständig zur Verfügung steht, was wir immer sehen und erleben können, daran gewöhnen wir uns. Es wird gewöhnlich bis wir es plötzlich übersehen, weil wir uns abgewöhnt haben, es wahrzunehmen. Wir sind satt. Die katholische Kirche ist die Kirche der Bilder, aber wir haben verlernt mit ihnen umzugehen. 

Mit der Verhüllung unserer Kirche erleben Sie den Raum neu. Sie sehen neu, vielleicht auch Anderes als sonst. Vielleicht ist Ihre Neugier geweckt und sie kommen ins Überlegen, was die Tücher verhüllen… wie das nochmal war hinter dem Tuch? Und Sie sehnen sich hoffentlich auf die Osternacht, in der die Sicht auf unsere festliche Kirche während des Glorias wieder ganz frei gegeben wird. „Und die Touristen?“ wurde ich gefragt. Museum oder Gotteshaus? Als Priester dieser Kirche möchte ich, dass auch die Gäste unserer Kirche mehr mitnehmen können als ein wackeliges und doch nur scheinbar vollständiges Foto. Wer jetzt in diese Kirche kommt, erlebt den Raum indem sich eine lebendige Gemeinde versammelt und miteinander Leben und Hoffnung feiert. Hier wird getauft, geheiratet und beerdigt. Wer jetzt den Kirchenraum betritt merkt, dass dieses Haus lebt und sich ändert, so wie sich unser Leben ständig ändert. Schätze werden hervorgeholt und wieder verwahrt. 

Fasten, auch das Fasten mit den Augen, schafft ein neues Wahrnehmen, Wertschätzen und Lieben.

Friedhelm Mennekes. Die Homepage

 die neue homepage  von p. friedhelm mennekes: www.artandreligion.de

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