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Archive für Juli 2009
sehenswert
19.7.2009 by admin.
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rebecca carroll: www.rebeccacarroll.com
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Max Frisch - Gedanken vor Andorra
14.7.2009 by admin.
Du sollst Dir kein Bildnis machen
Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, dass jeder Mensch, wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet, und dass auch dem Liebenden sich alles entfaltet, das Nächste, das lange Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Male. Die Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertig werden: weil wir sie lieben; solang wir sie lieben. Man höre bloß die Dichter, wenn sie lieben; sie tappen nach Vergleichen, als wären sie betrunken, sie greifen nach allen Dingen im All, nach Blumen und Tieren, nach Wolken, nach Sternen und Meeren. Warum? So wie das All, wie Gottes unerschöpfliche Geräumigkeit, schrankenlos, alles Möglichen voll, aller Geheimnisse voll, unfassbar ist der Mensch, den man liebt -
Nur die Liebe erträgt ihn so.
Warum reisen wir?
Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für alle Mal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei -
Es ist ohnehin schon wenig genug.
Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedes Mal […]
Wir können nicht mehr! Wir künden ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfassbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei.
„Du bist nicht”, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: „wofür ich dich gehalten habe.”
Und wofür hat man sich denn gehalten?
Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat […]
In gewissem Grad sind wir wirklich das Wesen, das die andern in uns hineinsehen, Freunde wie Feinde. Und umgekehrt! auch wir sind die Verfasser der andern; wir sind auf eine heimliche und unentrinnbare Weise verantwortlich für das Gesicht, das sie uns zeigen, verantwortlich nicht für ihre Anlage, aber für die Ausschöpfung dieser Anlage. Wir sind es, die dem Freunde, dessen Erstarrtsein uns bemüht, im Wege stehen, und zwar dadurch, dass unsere Meinung, er sei erstarrt, ein weiteres Glied in jener Kette ist, die ihn fesselt und langsam erwürgt. Wir wünschen ihm, dass er sich wandle, o ja, wir wünschen es ganzen Völkern! Aber darum sind wir noch lange nicht bereit, unsere Vorstellung von ihnen aufzugeben. Wir selber sind die letzten, die sie verwandeln […]
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veränderung
13.7.2009 by admin.
eigentlich bin ich neulich siegessicher ins ordineriat marschiert um eine verlängerung meiner zeit in ursberg zu erwirken. als ich wieder raus kam, waren meine tage in ursberg gezählt. ab september 2009 bin ich dann an neuem ort und in anderer position. das studium bekommt an der neuen stelle ein größeres gewicht und soll zügig vollendet werden.
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Erich Fried - Vielleicht
13.7.2009 by admin.
Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte
Weniger Trauer - jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst - vor der nächsten
und übernächsten Trennung
Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet
Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht mein Leben
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Erich Fried - Aussteiger
13.7.2009 by admin.
AUSSTEIGER
Sie hatten sich
an den Rand
der Welt
zurückgezogen
um dort
noch leben zu können
Aber sie fanden
daß die Welt
keine Ränder hatte
und immer noch
von allen Seiten
eindrang auf sie
Das war
nicht ganz
ohne Komik
aber sie starben daran.
(aus dem Gedichteband: Um Klarheit)
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Erich Fried - Wer ist sie?
13.7.2009 by admin.
Wo sie wohnt?
Im Haus neben der Verzweiflung
Mit wem sie verwandt ist?
Mit dem Tod und der Angst
Wohin sie gehen wird wenn sie geht?
Niemand weiß das
Von wo sie gekommen ist?
Von ganz nahe oder ganz weit
Wie lange sie bleiben wird?
Wenn du Glück hast solange du lebst
Was sie von dir verlangt?
Nichts oder alles
Was soll das heißen?
Daß das ein und dasselbe ist
Was gibt sie dir
- oder auch mir - dafür?
Genau soviel wie sie nimmt.
Sie behält nichts zurück
Hält sie dich
- oder mich - gefangen
oder gibt sie uns frei?
Es kann uns geschehen
daß sie uns die Freiheit schenkt
Frei sein von ihr
ist das gut oder schlecht?
Es ist das Ärgste
was uns zustoßen kann
Was ist sie eigentlich
und wie kann man sie definieren?
Es heißt daß Gott gesagt hat
daß er sie ist.
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Josefsbote I - Gutes bewahren
13.7.2009 by admin.
(Den Ursberger Josefsboten können Sie beziehen bei: Ursberger Josefsbote. Klosterhof 2. 86513 Ursberg. Tel.: 08281/920)
Mit auf dem Weg
Gutes bewahren. Das ist das erste von drei Themen, die im Ursberger Jubiläumsjahr 2009 betrachtet werden. Mit dem bewahren ist das so eine Sache. „Verweile doch, du bist so schön“ so ähnlich heißt der verhängnisvolle Satz in Goethes Faust. Gutes erfahren und erleben, das weckt in uns auch den Wunsch es zu bewahren. Aber in aller Regel ist das Beste das wir erleben auch oft sehr flüchtig: Augenblicke und Momente des Glücks in der Natur, mit anderen Menschen, in uns selbst versunken – in Gott… „verweile doch!“ – aber da ist dieser Augenblick schon weg, in den Fingern verronnen. Vergangenheit. Erinnerung. Bewahren heißt im Lateinischen conservare. Der Mensch war in seiner Geschichte immer schon darauf angewiesen Dinge zu bewahren um überleben zu können. Konservierungshilfen waren lebensentscheidend: Salz, Zucker, Trocknung, Feuer und Rauch, Kälte, Alkohol und neuerdings Vakuum und Bestrahlung. Nicht zu vergessen die allseits beliebten Konservierungsstoffe. Alles das bewahrt uns vieles Gute. Gutes und Schönes, dessen Zeit unter natürlichen Voraussetzungen schon abgelaufen wäre.Wie man Lebensmittel bewahrt, das wissen wir.
Weit schwieriger ist es ethisch und moralisch Gutes zu bewahren. Freilich, man kann es dokumentieren, fotografieren, archivieren, auswerten und publizieren, aber ist es dadurch wirklich bewahrt? Ist es noch wahr? Be-wahr-t? Gutes bewahren im Sinn der Überschrift unseres Jubiläumsjahres meint mehr als nur vor Vergessenheit bewahren. Es meint fortführen und übersetzen vom Damals ins Heute. Übersetzen, wie ein Schiff Passagiere hinübersetzt über den Fluss der Zeit vom Damals ins Jetzt. Dabei muss durchaus manches konserviert werden, das meint Dokumentiert und somit Eingefroren, weil es wertvoll ist, aber nicht ins Jetzt paßt. Aber wer weiß, vielleicht ist es die große Entdeckung für Morgen und wenn es nicht vor dem Vergessen bewahrt werden würde, wäre es verloren.
Wir haben eine viele Konservierungsstoffe und Möglichkeiten, die unsere Vorfahren nicht erahnt haben, doch im Bewahren sind wir nicht wirklich gut. Die Gesellschaft in der wir leben ist eine Wegwerfgesellschaft. Was wird noch geflickt? Was wird ausgebessert? Was wiederverwendet? Die ganz Alten wissen noch, wie wertvoll einmal ein Knopf war. Wer kommt heute noch auf die Idee vor dem Entsorgen eines Hemdes die Knöpfe abzutrennen? Was ist es heute noch wert geflickt zu werden? Was (oder wer) ist es mir noch wert, dass ich dafür Zeit investiere?Unserer Welt eine Wertigkeit der Dinge abhanden gekommen. Das gilt leider für alle Bereiche. Konsumiert wird ungeheuer viel. Dinge werden gebraucht, benutzt und weggeworfen. Wir brauchen eine neue Sicht der Dinge, einen neuen Sinn für Wert und Wertschätzung. Dinge müssen wieder kostbar sein. (Teuer ist etwas anderes!) Wichtig ist, dass man nicht nur die Vergangenheit, das Konservierte, im Blick hat, denn das Gefühl sagt uns immer, dass damals alles besser war als es in Wirklichkeit gewesen ist. Unsere Zeit fordert von uns Energie und Tapferkeit Neues zu wagen, unbetretenes Land zu ertasten, Mut Fehler zu machen und so Zukunft zu gestalten. Wer mit einem Bein auf dem be-währt-en Grund der Vergangenheit steht, der kann mit dem anderen frohen Mutes in die unbekannte Zukunft schreiten und befindet sich damit im Jetzt.
Im Matthäusevangelium bringt Jesus dieses Phänomen auf den Punkt, wenn er einen guten Schriftgelehrten so beschreibt, denn der „gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.“ (Mt 13,52) (c) Ralf Gührer
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Highligts aus den letzten Exen im Schuljahr 2009
13.7.2009 by admin.
In einem Abschnitt war Ikonographie gefragt:
Wie erkennt man auf Bildern Jesus Christus (Gott)?
Die richtige Antwort wäre der besondere Heiligenschein gewesen, der in drei Strahlen das Haupt des Herrn umstrahlt. Zeichnungen waren erlaubt…
Hier einige Schülerantworten aus der 10. und 11. Jahrgangsstufe:
- Jesus hat lange Haare und einen Lendenschurz
- Jesus hat Löcher in Füßen und Händen
- Er hat eine große Nase
- Gott hat einen Blitz in der Hand
Und wie erkennt man den hl. Apostel Thomas?
- Er hat einen Bomerang in der Hand
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Josefsbote III - Zukunft gestalten
13.7.2009 by admin.
(Den Ursberger Josefsboten können Sie beziehen unter: Ursberger Josefsbote. Klosterhof 2. 86513 Ursberg. Tel: 08281/920)
Zukunft. Gestalten!
„Ich will. Du willst. Er will, sie will auch. Was wir wollen geschieht! – was aber geschieht will keiner von uns.“1
Warum ist das so?
Ernst Bloch, einer der großen Philosophen des 20. Jahrhunderts, hat diese Frage zum Mittelpunkt seines Denkens gemacht. Man muss vorwegschicken, dass er von den Kirchen wenig hielt, aber dennoch die Bibel die eigentliche Quelle seiner Inspiration war. Aus dieser sehr spannenden Beziehung mit den Wurzeln unserer Kultur sind einige wunderbare Impulse entstanden. Wären wir Menschen in den Kirchen in der Lage diese Impulse umzusetzen, die Kirche und die Welt säe anders aus. Denn ich will. Du und Sie wollen doch auch? Geschieht denn nicht was wir wollen? Wollen wir aber was geschieht? Selten. Und noch weniger wollen wir damit zu tun haben und verantwortlich dafür sein…
Ernst Bloch beschäftigt sich in seinem vielzitierten Hauptwerk „das Prinzip Hoffnung“ mit Heimat. Heimat, so kommt er zum Schluss, ist nichts aus was wir kommen, sondern etwas in was wir gehen; etwas, was wir erst schaffen müssen. Wenn wir Heimat sagen, meinen wir sehr vieles.
Aber sind nicht alle diese Heimaten Orte die uns von anderen zur Heimat gemacht werden und wurden? Eltern, Familie, Freunde, Tiere… Überall wo wir Beziehung hin haben, kann für uns Heimat sein – kann für uns Heimat entstehen. Und ist es ein Tier das auf uns wartet – so ist dort Heimat.
Alle diese Heimaten aber sind vergänglich, so vergänglich wie die Beziehungen die diese Heimat ausmachen. Was ist ein Stück Erde, ein Haus, ein Ortsnamen, wenn mein Name dort fremd geworden ist? Wenn mich dort niemand mehr erwartet? Wenn ich auf einmal „Sie“ zum Boden sage?
Heimat, so sagt Bloch, muss ständig neu geschaffen werden. Beginnen müssen aber nicht die andern, sondern ich. Und wenn ich Heimat für andere schaffe, dann steckt das andere an und aus dem einzelnen Ich werden viele, werden Wir. Ich kann andere dazu mahnen, aber verantwortlich bin ich für mein eigenes Tun und ich habe nur das Recht von anderen etwas zu erwarten, wenn ich es selbst auch tue.
Wo ist jetzt der Unterschied zum Einleitungssatz? Was wir wollen geschieht – aber was geschieht will keiner? Der Unterschied ist das Ziel. Es geht hier nämlich nicht um Selbstverwirklichung, sondern um das gemeinsame Streben nach einem höheren Ziel. Und es geht um ein hohes Ziel, ein hohes Gut. Vielleicht um das Höchste: Heimat.
Bloch bezeichnet es als die eigentliche Ursünde des Menschen, wenn er nicht den Auftrag Gottes in der Schöpfungserzählung erfüllt. „Er schuf den Menschen nach seinem Bilde“ und „macht euch die Erde untertan!“ deutet Bloch als Auftrag zur aktiven Gestaltung und Formung der Welt und besonders der Gesellschaft. Der große Kreator (Schöpfer) möchte dass seine Kreatur (Geschöpf und Abbild) in seinem Auftrag schafft und wirkt. Bereits in der Schöpfung hat der Mensch die Mission zur weiteren Gestaltung der Welt bekommen – im Sinne Gottes sollen wir die Welt beeinflussen. Wir sollen mit der Welt umgehen wie der Schöpfer selbst. Das Buch der Weisheit schreibt: „Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehaßt, so hättest du es nicht geschaffen […] Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens“ (Weish 11,24-12,1). „Herrschen“ heißt verantwortlich sein und Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zum Durchbruch zu verhelfen. Der Evangelist Johannes faßt das zusammen im Wort Liebe. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben gibt für seine Freunde.“ (Joh 15,13)
Hier sind wir an einer Wende, die Bloch ohne Kirche nicht schafft, nicht schaffen kann. Es ist nämlich nicht nur der Auftrag und nicht nur das Ziel, das das Tun veredelt, sondern auch die Absicht und die Befähigung. Das was Bloch Heimat nennt, nennt das Evangelium das Reich Gottes – etwas, das bereits da ist, aber durch uns sichtbar werden muss. Was Jesus Christus uns vorgelebt hat, ist Hingabe für die anderen, für uns, für alle. „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Nicht nur die Feier des Brotbrechens sollen wir tun, sondern auch die Tat die es bezeichnet: wir sollen unser ganzes Leben einsetzen, damit das Reich Gottes in uns und in der Welt um uns herum sichtbar wird – damit diese Welt zur Heimat für alle wird! Das muss die Absicht sein.
„Christus hat kein Hände, nur unsere Hände um seine Arbeit zu tun. Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen. Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen…“ Dieser Text löst in mir ein gewisses Unbehagen aus, so oft ich ihn lese. Ja, er stimmt insofern, als dass sich Gott unserer bedienen will, als Werkzeug, dass er uns brauchen will. Es ist etwas herrliches gebraucht zu werden! Aber genausogut, hat das Böse, der Teufel keine anderen Hände als unsere, keine anderen Füße als unsre und auch nur unsere Augen und Lippen… Auch dessen müssen wir uns bewußt sein.
Die Sorge ob unser Tun mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ob wir nicht unseren Willen und unsere Meinung zum Willen Gottes machen, sollten wir in uns wach halten. Das fordert eine große Demut und Einsicht, dass es nämlich nicht ich bin, der macht und schafft, sondern dass es Christus ist, dem ich mich als Werkzeug in die Hand gebe. „Ohne dich (Gott) vermag ich nichts. Mit dir alles.“ sagt Meister Eckhart und Ignatius stimmt ihm in seinen Exerzitien zu. Und ganz unerwartet tönt es ganz eckhardisch und ignatianisch aus einem modernen Lied von Paul van Dyk wieder „I have nothing. But I have everything when I have you.“
Zukunft gestalten, das ist unser Auftrag als Geschöpf. Gott hat die Zukunft von Welt und Kirche in unsere Hände gelegt, er vertraut uns. Mit seiner Hilfe können wir hier das schon sichtbar machen, was er für alle Geschöpfe will: Heimat. Heimat die verweist auf die Heimat, die er selbst für uns alle bereitet hat.
© Ralf Gührer
1 Seinerzeit Spruch auf dem Mäppchen eines Klassenkameraden.
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Ursberger Josefsbote II/09
11.7.2009 by admin.
Wer nur den lieben Gott läßt walten…
Im Kirchturm meiner Heimatgemeinde befindet sich noch das alte Uhrwerk, das früher die Turmuhr und den Glockenschlag angetrieben hat. Zu meiner Ministrantenzeit ging sie noch, auch wenn sie keine Funktion mehr hatte, da eine neue, funkgesteuerte Uhr ihre Aufgaben übernommen hat. Es war jedesmal ein Ereignis, wenn die fast Zimmergroße, mechanische Uhr für wenige Momente in Gang gebracht wurde. Dann schwang der riesige Pendel durch das gesamte darunterliegende Stockwerk, die Gewichte hingen schwer an den Ketten und ein undurchschaubares Räderwerk kam in Gang. Da gab es ganz kleine Zahnräder und ganz große, eines Trieb das andere an, manchmal wurde etwas ausgelöst, was früher einmal die Zeiger weiterbewegte oder dem Glockenhammer das Schlagen befahl.
Diese alte Kirchturmuhr wurde mir zum Lebensgleichnis: so undurchschaubar für mich das Rädergewirr war, in dem es sich immerzu bewegte, klackte und tickte -, so wenig nachvollziehbar, wozu dieses oder jenes einzelne Teil im Uhrwerk war, so undurchschaubar und so wenig nachvollziehbar schien und scheint mir zuweilen mein Leben und meine Aufgabe in der Welt.
Das Ergebnis der Räderwerksarbeit war sichtbar - wie es dazu kommt blieb mir verschlossen. Im Rückblick auf das bisherige Leben macht manches Sinn, was zur konkreten Zeit größte Ratlosigkeit ausgelöst hat.
Wie sinnlos erscheint oft der Alltag, die immer gleiche Mühe (Rasenmähen, Fensterputzen, Unkrautjäten,…) der Trott der Arbeit, das Lernen und Studieren. Wie schwer fällt es gerade Dinge zu tun, deren Ertrag wir nicht sofort wahrnehmen, oder auf den wir scheinbar vergeblich warten. Wie ein Rädchen im Uhrwerk. Immer rund herum, angetrieben von langsamen Großen oder emsigen Kleinen. Das Rädchen kann den Zusammenhang gar nicht verstehen, wie soll es auch – warum auch?
Das Rädchen hat seine Aufgabe. Eine Aufgabe, die ihm vom Meister aufgegeben ist. Ohne dieses Rädchen würde die Uhr ins Leere laufen, sie würde nicht funktionieren. Das große Ganze würde massiv gestört sein.
So mache ich mir immer wieder gegenwärtig, dass ich ein kleines Rad bin, das sich in einem Zusammenhang dreht den ich niemals verstehen werde. Ich vertraue aber dem Meister dieses Werkes und versuche treu meinen Dienst zu tun, dort wo er mich hinstellt. Manchmal ist es schwer das anzunehmen, aber wenn ich daran glaube, dass es keinen Zufall gibt, dann geht es besser.
„Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken,
wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand.
Käme ich bis zum Ende,
wäre ich noch immer bei dir.“ (Ps 139,17f)
Wenn ich mir bewußt mache wie begrenzt ich und meine Möglichkeiten sind, bleibt mir das mich-Ergeben im Vertrauen auf Gottes unergründliche Weisheit. In diesem Augenblick fällt aber auch viel Last von mir ab. Denn niemand außer ich selbst verlangt von mir, das Leben und die Weisheit Gottes zu verstehen. Rainer Maria Rilke vertieft diesen Gedanken und weist einen Weg ins Glück, wenn er schreibt:
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
In dieser Haltung schrieb Georg Neumark in den letzten Jahren des 30jährigen Krieges das Lied Wer nur den lieben Gott läßt walten. Er war unterwegs um in Königsberg das Studium aufzunehmen, doch wurde er und seine Reisegesellschaft unterwegs überfallen und ausgeraubt. Er stand vor dem Nichts. Nach langem Suchen in mehreren Städten, fand er endlich eine kleine und bescheidene Anstellung als Hauslehrer in Kiel. Noch am ersten Abend schrieb er dieses Lied.
1. Wer nur den lieben Gott läßt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott dem Allerhöchsten traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.
2. Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, daß wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.
(5.) Denk nicht in deiner Drangsalshitze
Daß du von Gott verlassen seist
Und daß Gott der im Schoße sitze
Der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
Und setzet Jeglichem sein Ziel.
3. (7.) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verläßt er nicht.
Das Original hat sieben Strophen, die in modifizierter Weise noch im Evangelischen Gesangbuch vorkommen (EG, Nr. 369), das Gotteslob (Nr. 295) kürzt das Lied auf drei Strophen zusammen
Für ihn beinhaltete es sein ganzes Schicksal und schließlich den Trost, der ihm an jenem Tag widerfahren ist. Das Lied ist so komponiert, dass Text und Melodie sich gegenseitig interpretieren. Die Pausen sind so gesetzt, dass Fragen aufkommen. Die Pausen nach jeder Zeile erzwingen einen Moment des Unbeantworteten. Was ist mit dem, der nur den lieben Gott läßt walten? Was ist mit dem, der auf ihn allezeit seine Hoffnung setzt? Die Melodie beginnt in Moll und endet dann in Dur. Die Setzung in Dur bekräftigt die jeweilige Aussage: Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut!
Das Lied beinhaltet mein Gefühl vom Uhrwerk. Aber es weitet gleichzeitig das starre und mechanische Bild in dem ich als Rädchen eingezwängt und vielleicht unfrei bin. Wer nur den lieben Gott läßt wallten weitet den Blick in ein dynamisches Vertrauen, das sich nicht still in und um sich selbst dreht. Das Lied kann auch nach fast vierhundert Jahren noch Trost, Zuversicht und Gottvertrauen spenden. „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht.“
©Ralf Gührer
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privates: hallo…
8.7.2009 by admin.
…allerseits! es geht mir übrigens recht gut. wie immer viel los und wenig zeit für privates. wie immer also. ausser vielleicht: man ist halt keine 20 mehr. keine sorge. danke. rg. ps. demnächst gibt es wieder mehr einträge, aber jetzt hat anderes vorrang.
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