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März 2009
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Archive für 17.3.2009

nischen und winkel

ecken, winkel, säulenvorsprünge und nischen sind grossartige architektonische gebilde. gerne verkrieche ich mich in sie, verstecke mich und werde so unsichtbar. das alles sind wohl rudimente einer höhle, die mir eine ahnung von sicher- und geborgenheit schenken.

die ecke und der winkel sind aber nicht einfach rückzugsorte, sie sind in wirklichkeit der ursprung und das zentrum des raumes. von einer ecke gehen die koordinaten aus, die den raum definieren. zwar ist die definierte mitte anderswo, aber nirgendwo sonst habe ich den ganzen raum vor mir - in mir.

sitze ich in der mitte, die alle für die mitte halten, so bin ich dem raum ausgeliefert. sitze ich in  m e i n e r  mitte, so ist der raum mir ausgeliefert. sitze ich also in der ecke, in der nische, im winkel, so bin ich in meiner mitte. sitze ich in der mitte, so verliere ich mich.

bittersweet symphony

gestern ist es mir wieder aufgefallen: ich eilte. oft schon wünschte ich mir, dass ich mich beamen könnte. aber die technik ist ja noch nicht so weit - und wird es hoffentlich auch nie sein. ich eilte zum meseum, weil ich mich dort verabredet hatte. im museum unter dem fishman von paul thek. eigentlich hatte ich keine eile, aber ich wurde getrieben - getrieben von der inneren unruhe zeit zu vergeuden. “carpe diem”. carpe! das ist die botschaft des dämons im weißen kleid und goldenen flügeln, die mich vor einigen wochen soweit brachte, dass mir alles aus der hand genommen wurde… “nichts aussergewöhnliches”, sagten die ärzte, “für leute, die 10 bis 20 jahre älter sind als sie.”

seit dieser woche bin ich wieder im leben, aber passend zur österlichen bußzeit muss ich mich bekehren. fanziskus nannte den körper den esel, der nicht immer so will wie der geist oder die seele. aber auch ein esel braucht ein wenig aufmerksamkeit um zu leben, um zu arbeiten.

the verve singen in ihrem lied “bittersweet symphony” so schön: i can change! (oder i can´t change?) ich kann mich ändern, von einem moment auf den anderen. oder auch nicht… das lied kann im moment gut für die situation stehen. hier stehe ich und singe die bittersweet symphony: kein spätes essen mehr, viel auslauf und bewegung, weniger termine, weniger baustellen, weniger “gutes leben”; weniger, weil´s mehr ist. man wird mich schwerer erreichen, seltener sehen, ich werde früher gehen, … aber dafür werde ich präsenter sein und ein paar tage, wenn nicht jahre mehr vom leben haben. summa sumarum wird man mich über die jahre gerechnet so auch ein wenig mehr haben, als wenn ich jetzt so weiter machen würde. denn ich glaube auch an ein leben vor dem tod und möchte nicht wie falco in seinem letzten lied fragen: “muss ich den sterben um zu leben?”

bei den pfadfindern sagte damals ein freund: wo ein gührer ist, da ist auch ein weg. also singe ich die bittersüße symphonie, aber nicht i can´t change, sondern yes i can! i will.

grosses vorbild ist mir in diesen tagen mein freund greg in rom. alle die ihn kennen behalten eins im kopf: greg läuft nie. er geht, ja, er schreitet. sechsspurige strasse - dem gemeinen deutschen stockt das herz wenn er rüberrennt - greg schreitet. greg lässt sich niemals provozieren, er kommt nicht aus der ruhe, er hat zeit.

als ich gestern zum museum eilte und vor kolpings grabeskirche merkte wie ich zu schwitzen begann, dachte ich an greg. lieber ein termin weniger, aber dafür ohne hast und eile… und ich grüsste vater kolping und schritt von dannen. 

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