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Februar 2009
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Archive für 26.2.2009

Paul Thek

Kolumba hat die größte Sammlung an Werken des Künstlers Paul Thek. Unweigerlich muss man sich also mit diesem Künstler beschäftigen, will man Kolumba erfassen. Paul Thek wurde als Sohn einer irischstämmigen Mutter und eines Vaters mit deutschen Wurzeln geboren - so auch der Name Thek. Seine Werke wirken ungeheuer zeitgenössisch und so wundern sich viele - ich eingeschlossen - über sein Geburtsjahr 1933.

Sein Markenzeichen sind täuschend echt aussehende Fleischstücke, Innereien, bzw. menschliche Einzelteile. In seinen “Technischen Reliquiaren” richtet er solche Objekte auf Tragevorrichtungen, Stühlen, etc. so an, dass sie für eine Prozession genutzt werden können. Der Bezug auf religiöse Riten ist unverkennbar. “Das ist die Botschaft, die diese aseptisch eingefärbten Apparate in Umlauf bringen: enthäutete Muskeln, rohe Fasern, Sehnen, Sekrete, Knochensplitter und Zähne - ein Strom aus dem Stoff, der nur unter Schmerzen und in Ausnahmesituationen sichtbar wird.” … “Das die Meat Peaces bis heute extrem wirksam, eindringlich und verständlich sind, sollte nicht vergessen lassen, wie sehr se sich seinerzeit in das Geschehen der New Yorker Kunstszene einmischen, an dessen Grundkonsens rühren und die Entwicklung zum Minimalismus allmählich stören. Ihre Sabotage zog durch die Kunst und Werbung bis zur Architektur…” (Margit Brehm, Axel Heil, Robert Ohrt: Paul Thek - Tales the Tortoise Taught Us. Walter König. Köln 2008)

Bevor Paul Thek seine Ausstellung in der  P a c e  G a l l e r y, New York 1966 mit den TECHNOLOGISCHEN RELIQUIAREN bestückte gibt es ein Schlüsselerlebnis in seinem Leben:

Er bereiste von 1962 bis 1064 Europa. Amsterdamm, Norwegen, Deutschland, Frankreich und schließlich Italien. Hier blieb er für einige Zeit wohnen. Italien faszinierte ihn. Land, Leute, die sinnenhafte und sinnliche Religiösität. Reliqienkult und schließlich die Gruft von Palermo mit ihren tausdenden an Mumien. Paul Thek beschreibt seine Gefühle und Eindrücke beim Gang durch die Reihen der Toten. Er öfnet eine Vitriene und greift nach etwas kartonartigen, das schnell zu Staub zerbröselt. Er begreift, dass dieses Papier, dieser Karton ein Stück Oberschenkel war… Das Gefühl das ihn jetzt durchläuft beschreibt er mit  B e f r e i u n g.

Eindrücke aus der Gruft:   http://www.karalla.com/Palermo-Mummies/

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