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Februar 2009
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Archive für 24.2.2009

Josefsbote

Die St. Josefskongregation Ursberg gibt vierteljährlich eine Zeitschrift heraus: den Josefsboten. Die Kongregation bat mich die Nachfolge von Pfarrer Heidingsfelder in der Redaktion zu übernehmen. Mit der kommenden Ausgabe gibt es jetzt jeweils ein geistliches Wort unter einer neuen Überschrift: Mit auf dem Weg.

Wer den Josefsboten beziehen will:

Ursberger Josefsbote - Klosterhof 2 - 86513 Ursberg

Kurt Marti. Ein Gedicht aus “Leichenreden”

“Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, meinen liebsten Mann, unseren herzensguten Vater, durch einen tragischen Verkehrsunfall zu sich zu rufen.”

So oder so ähnlich lesen wir immer wieder in den Todesanzeigen unserer Zeitungen.

Hatt Gott tätsächlich Gefallen am Tod eines Menschen? Darauf antwortet der Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti in einem Gedicht:

dem herrn unserem gott/ hat es ganz und gar nicht gefallen/ dass gustav e. rips durch einen verkehrsunfall starb

erstens war er zu jung/ zweitens seiner frau ein zärtlicher mann/ drittens zwei kindern ein lustiger vater/ viertens den freunden ein guter freund/ fünftens erfüllt von vielen ideen.

was soll jetzt ohne ihn werden?/ was ist seine frau ohne ihn?/ wer spielt mit den kindern?/ wer ersetzt einen freund?/ wer hat die neuen ideen?

dem herrn unserem gott/ hat es ganz und gar nicht gefallen/ dass einige von euch dachten/ es habe ihm solches gefallen

im namen dessen der tote erweckte/ im namen des toten der auferstand:/ wir protestieren gegen den tod/ von gustav e. lips

Wo lernen wir? Ein Gedicht von Erich Fried

Wo lernen wir leben und wo lernen wir lernen/ und wo vergessen/ um nicht nur Erlerntes zu leben?/ Wo lernen wir klug genug sein/ die Fragen zu meiden/ die unsere Liebe nicht einträchtig machen/ und wo lernen wir ehrlich genug sein/ trotz unserer Liebe/ und unserer Liebe zuliebe/ die Fragen nicht zu meiden?/

Wo lernen wir/ uns gegen die Wirklichkeit wehren/ die uns um unsere Freiheit/ betrügen will/ und wo lernen wir träumen/ und wach sein für unsere Träume/ damit etwas von ihnen/ unsere Wirklichkeit wird?

nur für heute

Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Nur für heute werde ich mich den Gegebenheiten anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Gegebenheiten an meine Wünsche anpassen.

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe.

Nur für heute werde ich nicht danach streben, die anderen zu kritisieren oder zu verbessern - nur mich selbst.

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin.

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen.

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einem guten Buch widmen.

Nur für heute werde ich keine Angst haben.

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und der Unentschlossenheit.

Nur für heute werde ich glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - dass Gott für mich da ist, als gäbe es sonst niemanden in der Welt.

 Ich will mich nicht entmutigen lassen durch den Gedanken, ich müsste dies alles mein ganzes Leben lang durchhalten. Heute ist es mir gegeben, das Gute währent zwölf stunden zu wirken.

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