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Januar 2009
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Archive für 10.1.2009

Von den heimlichen Rosen. Christian Morgenstern

Oh, wer um alle Rosen wüsste,/ Die rings in stillen Gärten stehn -/ Oh, wer um alle wüsste, müsste/ Wie im Rausch durchs Leben gehen.

Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,/ Als wie ein Wind in einen Wald -/ Und wie ein Duft wehst du von hinnen,/ Dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüsste,/ Die rings in stillen Gärten stehn -/ Oh wer um alle wüsste, müsste/ Wie im Rausch durchs Leben gehen.

Bemerkung

Heute war ein grosser Räumtag. Schreibtisch und vier Ablagen mit viel Sediment wurden abgearbeitet und alle 10cm Sediment gab´s einen Eintrag in der Ablage “Blog”. So erklärt sich die imense Tätigkeit von heute. Schönen Abend!

Wort in den Tag. Irgendwann 2001/02

Super! Engel weg, sternenstaub weg. Pomp und Gloria weg. Maria sitzt in ihrem Zimmer und ist schwanger. Ob sie´s und wann sie´s Josef gesagt hat? Und wie hat er reagiert? (…) Er hat sie wohl wirklich geliebt, anderenfalls hätte Maria die Geschichte nicht überlebt. Trennung. Ruiniertes Leben. Das wäre der Anfang vom Ende gewesen. Josef kriegt auch einen Engel und die Situation ist gerettet. Ohne den Engel, der dem Josef erschienen ist, wär die Geschichte anders ausgegangen.

Maria ist aber nicht die einzige Frau, nicht der einzige Mensch, der vor einer aussichtslosen Situation steht. Nur wahrscheinlich war sie die einzige, in der ein Engel Gottes so vehement eingegriffen hat.

Zu was anderem sind wir berufen, als dazu, die Aufgabe des Engels zu übernehmen. Wo konkret ist schwer zu sagen. Einfach die Tür aufmachen und in die Welt gehen. Gott führt dann schon dorthin, wo er uns als Engel braucht.

Der Handschuh - D´ Händsche. Schiller - Weitnauer

Auf dr Altane beim Kaffee/ganz gmietlich auf´m Kanapee/ sitz Kenig Franz in gueter Rueh:/ er lueget seine Löbe zue.

Und seine höchschte Potentate/ händ auch naguckt in d´ Garte./ Weil´s Mikte war, hand neabedett/ D´ Fraile ihr Kaffeekränzle ghet.

Bloß Löbe flacket dasig da/ als ging se die ganze Gschicht nix a./ Se hand si überhaupt it gregt/ und alle viere von sich gschtreckt.

“Ja watet no” sait Kenig Franz,/ “die Gschicht kriet glei an andre Schlanz,/ die bringe mir gau scho zum hupfe,/ die muess ma bloss a bitzle stupfe.”

Mit Wasebolle und mit Stoiner/ schmeisst ma jetzt so lang bis koiner/ vo deane arme Löbe meh/ denkt hot: jetzt wär halt Schlofe schea

Noi, deae isch dr Gluscht vergange./ Blocknarret hand se zmol afange/ zum brülle, hand zum Fürchte grearet/ und mit de Füess im Gmüess rumgscharret.

Rumpfurret sind se in deam Gate/ als ob ma ne a Handgranate/ hätt hinde an de Schwanz nabunde,/ so fürchtig hand die doa do dunde.

A Frailein, wo au neabedane/ de Kaffee trinkt auf der Altane,/ hot grad in ihrem Täschle kruschtlet/ und alles durchanander gwuschtelt

Was´s dinne ghet hot in dem Täschle,/ Kämm, Spiegel, Schlüssel und a Fläschle/ Parfüm zum schmecke, Faszinettle,/ Hoornodle, Pfefferminz, Bilettle.

Sie suechet und kromet, s isch a Graus./ Obacht! Es fällt a Händsche raus!/ Scho z spät, se ka nen numme hebe./ Er pfludret na - und nei in d Löbe.

So muess es gau, des kommt dervo./ Was soll jetzt des arme Fraile do?/ Sie hot halt wie die meiste Mensche/ zwei händ ghet - und bloss no oin Händsche.

Oi Löb hotn sche entdeckt,/ dean Händsche: hot a weng dra gschmeckt,/ “was soll i mit deam Glump afange?” Denkt r, schmeckt nomol und isch gange.

As Frailein regt si füchtig auf:/ so hollet doch mein Händsche rauf!/ I muess dean Händsche wieder hau.”/ Ja, des isch leichter gsait wie tau.

Jetzt, moin i, kas a Blinder seah:/ wie dumm isch doch der König gwea,/ dass r statt Schnittlauch und Tomate/ hot Löbe neitau in sein Gate.

Wärs reacht zuegange, hätt er solle/ sell gnage und dean Händsche holle,/ weil ander Leit si it drum reisset,/ was z holet, wo oin Löbe beisset.

Drum hot koi Mensch dergleiche tau. -/ wie hammer´s denn? Was isch jetzt gau?/ Muess ma die Kavalier erscht mahne? -/ Wie a Pfund Lumpe hockets dane.”

“I hätt doch denkt, s hött mehner Schlanz/ mit meine Leit,” sait König Franz./ “As ganz Johr kasch die Heldegschtalte/ nix als fuettre und verhalte!

Ma hots doch it bloss zur Verzierung! -/ vo so ebbes bin i d Regierung!/ Auf Balderschwang möchtsch übersiedle!/ Was sind denn Ihr für Hennefiedle!”

Do hot des Frailein z wisse do,/ Se häb für den an bsondre Loh,/ was er bloss möcht, dürft er sich wensche,/ derjenig, wo nen holl, dean Händsche.

Dean Jommer hot a Ritter gseah,/ - I glaub, der isch vom Allgai gwea -/ des isch a Rass, für an Profit/ fürchtet Dod und Deifl it.

Scho stoht r auf, dear Ma, und sait:/ “Warum it? wenn´s ebbes trait,/ no holt ma halt dean Händsche gschnell,/ Des lot sich mache, sait dersell.”

Guck her! Jetzt steigt r na beir Stiege!/ Des a was geabem viel Vergnüge!/ De Händsche sieht ma n jetzt aufhebe,/ scho lauftr zruck! Wo bleibet d Löbe?

Do sinds scho! Auweh! Jetzt isch aus./ Dear Ma jutt numme leabig raus./ Wies wuetes hand die Löbe dau./ Jetzt muss der Ritter s Leabe lau.

Ja hand´r denkt! An Dreck an alte!/ Der Hot´s direkt zum narre ghalte./ Obacht jetzt juckt oinr! Fastgar hättr…/ Scho tschpät. Der Ma isch duss beim Gättr.

Jetzt jublet alle Leit voll Freid:/ Des isch a Held, wies koin meh geit!/ Der Kenig isch ganz aus´m Hailse/ und´s Frailein kommt scho mit´m Straissle.

“Jetzt wünsch dr ebbes.” sait dr König./ und sei it blaug und sag it z wenig./ I wüsst scho was, wenn i di wär,/ mir müsst doch glei s ganz Fraile her.”

as Frailein, wies de Ritter sieht,/ hot zmol ganz rote Ohre kriegt./ “I bi derbei, Herr Kenig”, sait se,/ A so a Ma, der dät mir reize.”

I moi, der Ritter, der ka lache./ Um so an Loh, do lot sis mache./ A so a Glick! Dean Ma hots möge!/ Was geit´s do no zum überlege?

Der aber seit: “Vo Afang hea/ isch des fei andersch ausgmacht gwea./ I bi it blaug und bi it blöd,/ vo Weib und heire war koi Red.

Do halt i gar it viel drvo./ A Weib isch bloss a Last, koi Loh./ Drum schlag i vor: mir handlet it - / I krieg zwoi Mark, no simmer quit.” 

In wie vielen Welten schreiben Sie, Herr Kehlmann? FAZ 27.12.2008 S. Z6

Felicitas von Lovenberg IM GESPRÄCH mit DANIEL KEHLMANN

(…) Lovenberg: Erleben Sie unsere zunehmende Abhängikeit von der Technik als totale Entfremdung?

Kehlmann: Heidegger konnte selbst noch gar nicht wissen, wie sehr er recht haben würde mit seiner Analyse, dass wir einer technischen Lebenswelt überantwortet sind, der wir nicht entkommen können, weil das eben keine Verschwörung ist, sondern eine immanente Entwicklung der Dinge, Heideggers Antwort wurde ja zur legendären “Spiegel”-Schlagzeile: “Nur ein Gott kann uns retten.” Ich befürchte immer mehr, dass das stimmt und dass wir tatsächlich eine Entwicklung erleben, die keinen Ausweg hat - oder wenn, dann nur einen Ausweg, den wir nicht wollen können, nämlich einen Totalzusammenbruch des Systems, eine ungeheure Katastrophe oder einen Weltkrieg. Sowohl im Beruflichen, wo man für Vorgesetzte inzwischen immer erreichbar sein muss, als auch im Privaten kann man ja nicht mehr entfliehen - und meistens will man es auch gar nicht, weil man von dieser Technik ja gleichzeitig profitiert. Aber so vieles ist jetzt schon irreversibel anders geworden. Goethe gerät in Weimar in eine zunehmend unerträgliche Situation mit Frau von Stein und haut kurzerhand nach Italien ab, hinaus aus der Enge und den Beziehungsnöten - das geht heute schon nicht mehr, wiel man ja das Handy mitnimmt und die Beziehungsprobleme einem folgen und man die Mails auch anderswo abfragen muss, sonst sind alle gekränkt und man verliert seinen Job. Die Maschen des Netzes werden immer enger. Wenn es überhaupt einen Ausweg gibt, dann wird dieser nur Einzelnen offenstehen - als Luxus für reiche Erben. 

Notizen. La Défense

Versuch: Leere. Vacuum. Freie. Platz.

Der Place La Défense leert sich. Aber auch am Nachmittag, als der Grand Arche die Sonne verdeckte und Massen von Menschen sich auf dem Platz verloren, war er im eigentlichen Sinne  l e e r.  Hier sind alle Dimensionen wertlos. Dieser Platz ist nur leer und “voll” geht hier nicht. Wie vielleicht auch der Petersdom nie voll sein kann.

Und doch ist diese Leere nicht leer. Sie atmet etwas. Die Gebäude, die diesen Platz definieren und mit ihren Glasfasaden halb irdisches halb himmlisches spiegeln - also Grenzstationen sind zwischen hier und dort - lassen den immensen Platz zwischen dich nicht leer sein. Sie prägen ihn, gestalten ihn. Dieser Raum (Platz) kann eben nicht ausgefüllt werden und doch ist er nicht leer.

Gibt es Leere überhaupt? Gibt es das Nichts? Sein und Nicht-Sein. Aber Nicht-Sein ist doch eigentlich nicht möglich, weil wir Nichts nicht denken können… Sobald wir eine Vorstellung vom Nichts haben, hat es doch schon wieder ein Sein.

Leere ist wohl mehr eine Art Gefühl. Leere, wenn etwas genommen wurde, was wir vorher einmal “hatten”. Leere, wenn wir das Gefühl haben, dass da was fehlt.
Und so empfinden wir freie Plätze leer oder nicht.
Leere - frei von voll - brauchen wir um kreativ zu werden. Das “gemachte Nest” ist nur kurzweilig gut.

9/8/08

Theologische Physik

Ist die Hölle exotherm oder endotherm?

(Prüfungsfrage gerüchterweise sowohl vor 2004 in Washington, als 2002 in Maynooth)

Ist die Hölle exotherm (Wärme abgebend) oder endotherm (Wärme aufnehmend)? Die meisten Studenten untermauerten Ihre Antwort, indem sie das Boyle-Mariotte-Gesetz heranzogen (”Das Volumen und der Druck eines geschlossenen Systems sind voneinander abhängig”, d.h. Gas kühl sich ab, wenn es sich ausdehnt und erwärmt sich bei Kompression). Einer aber schrieb folgendes: Zuerst müssen wir feststellen, wie sich die Masse der Hölle über die Zeit ändert. Dazu benötigen wir die Rate der Seelen, die “zur Hölle fahren” und die Rate derjenigen, die sie verlassen. Ich denke, wir sind darüber einig, dass eine Seele, einmal in der Hölle, diese nicht wieder verlässt. Wir stellen also fest: Es gibt keine Seelen, die die Hölle verlasssen. Um festzustellen, wie viele Seelen hinzu kommen, sehen wir uns doch mal die verschiedenen Religionen auf der Welt heute an. Eingie dieser Religionen sagen, dass, wenn man nicht dieser Religion angehört, man in die Hölle kommt. Da es auf der Welt mehr als eine Religion mit dieser Überzeugung gibt, und da niemand mehr als einer Religion angehört, kommen wir zu dem Schluss, dass alle Seelen in der Hölle enden. Auf der Basis der weltweiten Geburten- und Sterberaten können wir davon ausgehen, dass die Anzahl der Seelen in der Hölle exponentiell ansteigt. Betrachten wir nun die Veränderung des Volumens der Hölle, da nach dem Boyle-Mariotte-Gesetz bei gleich bleibender Temperatur und Druck das Volumen proportional zur Anzahl der hinzukommenden Seelen ansteigen muss. Daraus ergeben sich zwie Möglichkeiten: 1. Expandiert die Hölle langsamer als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann steigen Temperatur und Druck in der Hölle an, bis sie explodiert. 2. Expandiert die Hölle schneller als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann sinken Temperatur und Druck in der Hölle, bis sie gefriert. Zur Lösung führ uns der Ausspruch meiner Kommilionin Teresa: “Eher friert die Hölle ein, als dass ich mit dir ins Bett gehe…” Da ich bin heute nicht dieses Vergnügen mit Teresa hatte (und wohl auch nie haben werde), muss Aussage 2 falsch sein, was uns zur Lösung bring: Die Hölle ist exotherm und wird nie einfrieren.

Der (Physik!-)Student bekam als einziger die volle Punktzahl.

Der Tod des Rasi

2 Makk 14,37ff

Studie…

Die Unviesrätit Cabmgidre hat in eneir Sudite hraeusgseufneden, dsas es eagl ist, in wlecehr Riehofnelge in eniem Wrot die Bcuhtsaebn afutuacehn. Etsnchehiednd ist, dsas der ltezte und der esrte Buhcsbtae kroerkt snid. Dnan knan das Wrot trtozedm pobrlelmos gleesen wrdeen, acuh wnen der Rset vllöig drcuhinadener ist. Das fnkutioinert, wiel das Ague des Menchsen eifnach gar nchit jdeen Buhscbtaen leist.
Da ich mcih sätndig veritppe, fidne ich es beuhriegnd das zu wsiesn!

Königliches Schauerdrama. Ad Hoc Theaterstück

Königliches Schauerdrama - An allem ist die Katze Schuld! (Ein groteskes Schauerdrama)

5 Schauspieler. Jeder bekommt den gesamten Text in die Hand. Jeweilige Rolle ist markiert.

Der Text:

Dieses erhebende und herzbewegende Ritter-Schauer-Trauerspiel in drei Akten nebst einem tragischen Nachspiel solltem an vielleicht gar nicht extra für eine festliche Aufführung proben, sondern einfach spielen.

Es werden benötigt: - Der König. - die ergebene Königin. - der schöne und mutige Herzog. - die wunderschöne Prinzessin. - der Vorhang. (Utensilien: Thron, Zepter, Schwerz, Angorakätzchen, 1 Becher “Gift”)

Nun aber die wichtigste Anmerkung, ehe das Spiel beginnt: Jeder spricht auch die Anmerkungen mit, die in seinem Text stehen. Das ist die Hauptsache bei diesem Stück!

1. Akt

Vorhang: Der Vorhang öffnet sich zum ersten Akt.

König: Der König tritt auf.

Königin: Im Gefolge seine ergebene Königin.

König: Der König läßt sich auf seinem Thron nieder, sein Zepter in der Hand.

Königin: Die Königin steht anmutig neben ihm und blickt ihn freundlich an. “Mein Herr”, sagt sie in sanftem Ton, “warum halten wir die Prinzessin vor den Augen der Männer fern? Würde sich nicht bald die Ehe für sie schicken?”

König: Der König nimmt eine strenge Mine an. “Königin” sagt er mit barscher Stimme, “tausend Mal habe ich es bereits wiederholt, die Prinzessin soll keines Mannes Weib werden.”

Herzog: Der schöne und mutige Herzog tritt von der Seite her auf. “Oh König”, sagt er in männlichem Ton, “ich überbringe euch die Botschaft von größter Wichigkeit.”

Prinzessin: In diesem Augenblick tritt die wunderschöne Prinzessin von er Seite her auf. Wie sie den schönen und mutigen Herzog sieht, erschrickt sie uns schreit auf: “Oh, ein Mann.” Ihre Verlegenheit vermehrt ihre Schönheit.

Herzogin: Beim ersten Blick entbrennt der schöne und mutige Herzog in Liebe.

König: Voller Erregung steht der König auf. “Sprich!” brüllt er den Herzog an “und verlasse das Haus!”

Prinzessin: Das wünderhübsche Mädchen errötet und schließt seine Augen.

Königin: “Tochter” sagt die ergebene Königin, “was hat dich bewogen, ohne Erlaubnis hier einzutreten?”

Prinzessin: Die Prinzessin öffnet den Mund und will sprechen.

Herzog: Der Herzog hält den Atem an.

Prinzessin: “Ach”, sagt das Mädchen in einem von Süßigkeit schmelzenden Ton. “Mein Angorakätzchen ist davon gelaufen und ich kann es nirgends finden.”

Herzog: “Wunderhübsche Prinzessin” so läßt der schöne und mutige Herzog seine von tiefstem Gefühl bewegte Stimme vernehmen, “ich werde überglücklich sein, euch dienen zu können. Vernehmt meinen Schwur: Noch heute liegt das Angorakätzchen in eurem Arm.” Der Mut beflügelt seine Schritte. Ab durch die Mitte.

König: “Haltet ihn!” schreit der König voller Zorn. “Meine Knechte sollen das Angorakätzchen der Prinzessin finden.” Der König tritt ab.

Königin: Im Gefolge seine ergebene Königin.

Prinzessin: Mit anmutigen Schritten entfernt sich auch die Prinzessin.

Vorhang: Sodann schließt sich der Vorhang nach dem ersten Akt.

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2. Akt

(In diesem Akt braucht der Herzog ein Kätzchen)

Vorhang: Der Vorhang öffnet sich zum zweien Akt.

Prinzessin: Die wunderschöne Prinzessin lehnt am Fenster. Sie hört in der Ferne Hufe klappern. “Er ist es!” haucht sie in die abdneliche Stille und legt ihre zwarte Hand auf das klopfende Herz.

König: Der König tritt auf.

Königin: Im Gefolge seine ergebene Königin

Herzog: Strahlend tritt der schöne und mutige Herzog ein und hält das Kätzchen im Arm.

Prinzessin: “Mein Angorakätzchen, mein Angorakätzchen!” ruft die Prinzessin. Sie nimmt ihren Liebling auf den Arm. Aber ihre Augen hängen an der anmutigen Gestalt des schönen und mutigen Herzogs.

König: Der König ist voller Eifersucht.

Herzog: Der Herzog fällt vor dem König auf die Knie. “Oh König” so läßt sich seine wohltönende Stime vernehmen. “Ich habe das Angorakätzchen gefunden. Nun bin ich gekommen, um mir die Belohnung zu holen, nämlich die Hnad eurer Tochter, der wunderschönen Prinzessin.”

König: Der König erbebt vor Zorn. “HINAUS!” ruft er mit allen Anzeichen gesammelter Wut. “Die Hand meiner Tochter soll nicht durch eine Katze gewonnen werden.”

Herzog: Der schöne und mutige Herzog wendet sich, gefaßt zu gehen. Als er an der Prinzessin vorbeikommt, berührt er ihre Hand. “Ich komme wieder”. flüstert er zu.

Prinzessin: Die Prinzessin schweigt, aber ihre himmelblauen Augen spiegeln die Bewegung ihres Herzens wider.

König: Der König tritt ab.

Königin: Im Gefolge seine ergebene Königin.

Prinzessin: Un mit anmutigem Schritt entfernt sich auch die Prinzessin.

Vorhang: Sodann schließt sich der Vorhang anch dem zweiten Akt.

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3. Akt

(Herzog braucht jetzt Schwert und Becher mit Gift)

König: Der König tritt auf.

Königin: Im Gefolge seine ergebene Königin.

König: Der König steht nachsinnend in der Mitte des Raumes.

Königin: Die Königin steht neben ihm. “Mein Herr” sagt sie mit gram-umflorter Stimme, “habt ein Einsehen! Die Prinzesin weint Tag und Nacht und will sich nicht mehr trösten lassen.”

König: Der König dreht sich um. “Schweig!” herrscht er sie an.

Königin: Die Königin verstummt.

Herzog: Der schöne und mutige Herzog tritt auf. An der Seite ein Schwert. “Oh König” ruft er voller glühender Leidenschaft “ich hatte vor vielen Tagen um die Hand der wunderschönen Prinzessin gebeten.”

König: Der König zeigt abweisende Miene. “Hinaus, hinaus!” schreit er noch einmal.

Herzog: Der Herzog zieht sein Schwert und ersticht den König.

König: Der König röchelt und stirbt.

Königin. “Mein Herr, mein Herr!” schreit die Königin in aufwallendem Schmerz und sinkt tot neben den König.

Herzog: “Oh, furchbares Entsetzen! Was habe ich getan?” schreit der Herzog mit allen Anzeichen heftiger Reue. Er trinkt den Becher voll Gift und fällt tot um.

Prinzessin: Die Prinzessin hört den Schrei und stürzt herbei. Sie erstarrt bei dem schrecklichen Anblick, der sich ihr bietet. “Weh mir” schreit sie und ringt ihre zierlichen Arm.” Der Kummer wird mcih töten.” So waren ihre letzten Worte, dann fällt sie tot um.

König: “Oh we, oh weh, der König des Landes ist tot.”

Königin: “Oh Jammer, oh Jammer, die ergebene Königin ist tot.”

Prinzessin: “Laßt eure Trönen fließen, die Prinzessin ist tot, doch immer strahlt ihre Schönheit.”

Vorhang: Sodann schließt sich der Vorhang nach dem dritten Akt.

(Alle bleiben liegen)

Vorhang: Noch einmal öffnet sich der Vorhang zu einem melodramatische Nachspiel.

König: Der König ist immer noch tot.

Königin: Die ergebene Königin ist noch immer tot.

Herzog: Der schöne und mutige Herzog ist auch noch immer tot.

Prinzessin: Die wunderhübsche Prinzessin ist noch immer tot und noch immer reizend.

Vorhang: Der Vorhang fällt für immer.

(Ihr dürft jetzt aufstehen und Euch verneigen. Der Applaus ist für Euch!) 

Zum Nachdenken. Größere Häuser - kleinere Familien

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,/ mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,/ mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,/ mehr Experten, aber größere Probleme./ Wir rauchen und trinken zu viel,/ lachen zu wenig,/ fahren zu schnell, regen uns zu schenll zu sehr auf,/ bleiben lange auf, stehen zu müde auf,/ lesen zu wenig, sehen zu viel fern/ beten zu selten./ Wir haben unseren Besitz vervielfacht,/ aber unsere Werte reduziert./ Wir wossen, wie man seinen Lebensunterhalt verdienst,/ aber nicht mehr, wie man lebt./ Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt,/ aber nicht den Jahren Leben./ Wir kommen zum Mond,/ aber nicht mehr an die Tür der Nachbarn./ Wir haben den Weltraum erobert,/ aber nicht den Raum in uns./ Wir können Atome spalten,/ aber nicht unsere Vorurteile./ Es ist die Zeit,/ wo morderne Technik einen Text wie diesen/ in Windeseile in alle Welt tragen kann/ und Sie die Wahl haben:/ Das Leben ändern - oder den Text löschen. 

Abel steh auf. Hilde Domin

Abel steh auf/ es muss neu gespielt werden/ täglich muss es neu gespielt werden/ täglich muss die ANtwort noch vor uns sein/ die ANtwort muss ja sein können/ wenn du nicht aufstehst Abel/ wie soll die Antwort/ diese einzig wichtige Antwort/ sich je verändern/ wor können alle Kirchen schließen/ und alle Gesetzbücher abschaffen/ in allen Sprachen der Erde/ wenn du nur aufstehst/ und es rückgängig machst/ die erste falsche Antwort/ auf die einzige Frage/ auf die es ankommt/ steh auf/ damit Kain sagt/ damit er sagen kann/ Ich bin dein Hüter/ Bruder/ wie sollte ich nicht dein Hüter sein/ Täglich steh auf/ damit wir es vor uns haben/ dieses Ja ich bin hier/ ich/ dein Bruder/ Damit die Kinder Abels/ sich nicht mehr fürchten,/ weil Kain nicht Kain wird/ ich schreibe dies/ ich ein Kind Abels/ und fürchte mich täglich/ vor der Antwort/ die Luft in meiner Lunge wird weniger/ wie ich auf die Antwort warte/ Abel steh auf/ damit es anders anfängt/ zwischen uns allen

Es gibt dich. Hilde Domin

Es gibt dich

Dein Ort ist/ wo Augen dich ansehen/ wo sich die Augen treffen/ enstehst du/ von einem Ruf gehalten/ immer die gleiche Stimme/ es scheint nur eine zu geben/ mit der alle rufen/ du fielest/ aber du fällst nicht/ Augen fangen dich auf/ es gibt dich/ weil Augen dich wollen/ dich ansehen und sagen/ dass es dich gibt

Sternsinger. Text I

Sternträger: Ihr lieben Leut´ macht auf die Herzen,/ wir brinen das Licht der Weihnachtskerzen,/ wir bringen das Licht vom Weihnachtsstern,/ wir bringen den Gnadenruf des Herrn,/ die Liebe ist mächtig, der Hass sei verbant;/ das wünschen die Weißen aus dem Morgenland.

Balthasar: Ich bin der König Balthasar,/ ich brachte Gold dem Kinde dar./ Da hat das Kind mir aufgetragen/ den Glaubensruf überall zu sagen./ So bringe ich die Kunde sein:/ Wer glaubt, der wird gerettet sein!

Melchior: Erlaubt, dass ich mich euch stell vor,/ ich bin der König Melchior./ Ich hatte Weihrauch angebrannt,/ da hat das Kind mich ausgesandt,/ zu stärken euch im Gottvertraun,/ ihr mögt zum Himmel aufwärts schaun,/ zu dem der Weihrauch steigt,/ hofft stets auf Gott, auch wenn er schweigt.

Kaspar: König Kapar bin ich genannt,/ mein Reich ist fern im Morgenland./ Ich brachte Myrrhe, wie ihr wisst./ Da sprach Maria: bitter ist die Myrrhe dein, doch süß die Liebe, die dich zum Königskind trieb. Wer Christ, den Heiland liebt,/ und ganz aus Lieb sein Herz ihm gibt,/ wer liebt, der geht zum Himmel ein,/ er darf bei Jesus Christus sein.

Sternsinger. Text II

Kaspar: Als Jesus auf die Erde kam, als kleines Kind geboren/ da hat er in dem kleinen Stall gezittert und gefroren.

Melchior: Auch heut gibt´s Kinder in der Welt, die nichts zu essen kriegen,/ die Armut leiden, nicht wie wir in  weichen Betten liegen.

Balthasar: Dass es viel Not und Elend gibt, daran lasst uns jetzt denken,/ wenn wir zur schönen Weihnachtszeit uns freuen und beschenken.

Rauchfass: Denn Jesus sagt: was ihr getan den Armen und Geringen,/ das ist, als ob ihr´s mir als Gabe wolltet bringen.

Gruppenführer: Durch die Liebe unseres Herrn Jesus Christus,/ der Mensch geworden ist, um uns die Tür zum Himmel zu öffenen,/ sei diese Tür und dieses Haus gesegnet. Nichts soll hier herein- oder hinausgehen/ was aus List oder Lüge seinen Ursprung hat. Was aber aus der Liebe Gottes kommt, oder wer um der Liebe Gottes willen Einlass begehrt,/ dem soll diese Tür jederzeit offen stehen.

Priester: Der Friede und der Segen mögen auf diesem Heim ruhen und seine Bewohner erfüllen. Das gewähre euch der dreineinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Anschreiben an der Haustüre

Sternträger: Wir ziehen nun weiter mit unserem Stern,/  doch bitten wir Euch im Namen des Herrn:/ Schenkt eine Gabe für Kinder in Not,/ es segne uns alle der gütige Gott!

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