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Januar 2009
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Archive für Januar 2009

messgewänder. kunst und design

“die gestaltung von paramenten, besonders von caseln, ist mehr etwas für designer als für künstler - zu dieser einsicht bin ich nach vielen jahren der beschäftigung gekommen. in der liturgie darf nichts sich selber feiern: weder das gewand, noch die musik, schon gar nicht der priester oder andere beteiligten. alles muss zusammenspielen und im einen kulminieren.”

“die casel muss richtig sitzen. die modernen kragenformen sollen den dürftigen “unterbau” kaschieren - doch die kragenlose, ursprüngliche form ist unübertroffen. ein messgewand über albe und  talar sitzt einfach am besten. ursprünglich war das gewand ein umhang, ein mantel im alten rom. notfalls konnte man diesen mantel aufspannen zum zelt. es war ein grosses stück stoff mit loch für den kopf - die glocke (messgewandform). dann wurde immer mehr an der seite, den ärmeln abgeschnitten. letztlich blieb nur noch der latz übrig.”  

friedhelm mennekes im gespräch über die te-deum casel. februar 2008

in memoriam

Dr. Ing. Ettore Bianchi, Seniorchef der traditionsreichen Seidenweberei Seteria Bianchi bei Como, ist gestern verstorben. Seinem Rat, seiner Geduld und seinem Können verdanke ich sehr viel.

+ R I P +

arm, so arm

nomen est omen 

es gibt so momente im leben, da denkt man nichts böses… wahrscheinlich heisst der besitzer auch noch richard marx oder so.

bildchen

man kennt es: liedblatt o.ä. und dann ist da eine halbe seite leer und das nächste lied oder der nächste text passt nicht rein. da braucht man ein füll-bild. und weil die situation schon 100mal da war (hier die lücke - da aber kein bild), darum gibts hier einen kleinen fundus an bildern für diesen zweck. der grundstock dafür sind die reli-clip-arts von dolores fahr, einer (tollen) kollegin aus dem allgäu!

die bilder sind zur freien verfügung. bitte aber den namen (dolores fahr) mit angeben, oder auf diese seite verweisen. danke!

zweige.jpg   zweig   weizenkorn-frucht-auferstehung.jpg  

weihnachten  weg nachfolge 

taufe-taufbecken.jpg   sternenstaub freude   sonneblumen  

 sonnenaufgang   sonne und blume   sonne mond   sonne kreuz   sonne kraft   sonne blumen   sonne  

schmetterling.jpg   schmetterling kreuz   sanduhr keimling  

palmzweig   luftballone  

licht kerze   krippe zelt feuerwerk  

kreuz leben spross   kreuz sonne   kreuz leben dank   kreuz dornenkrone  

königliches volk   jesus lebt  

hochzeit-ringe-blume.jpg  

hl-geist-taube-pfingsten.jpg   hl-geist-taube-flammen.jpg   friedenstaube-stacheldraht.jpg  

eucharistie-kelch-und-brot-ii.jpg   eucharistie-kelch-und-brot.jpg   eucharistie-fisch-ichtys.jpg  eucharistie-brot-korn.jpg   eucharistie-abendmahl.jpg  

buch-des-lebens.jpg brot-sprossender-zweig-eucharistie-auferstehung.jpg  

blumen.jpg   blume.jpg   blumchen.jpg

nietzsche

eines tages stand auf die hauswand gesprüht: GOTT IST TOT! Nietzsche

am nächsten tag stand darunter: NIETZSCHE IST TOT! Gott

………………………

ein alter pater wurde von einigen leuten angepöbelt: gott ist tot! und der alte sagte: seltsam, heute morgen habe ich noch mit ihm geredet…

………………………. 

wieso kennt eigentlich niemand den ganzen text? der wiederum ist wirklich schaurig, aber anders als gedacht: 
Friedrich Nietzsche:“GOTT IST TOT!”

Der tolle Mensch

Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: “Ich suche Gott! Ich suche Gott!”? Da dort gerade viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verlorengegangen? sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der andere. Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander.

Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. “Wohin ist Gott?” rief er, “ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet - ihr und ich! Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir das gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun?

Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?

Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben?

Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen!
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?

Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet - wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?

Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine größere Tat - und wer nun immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!”

Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, daß sie in Stücke sprang und erlosch. “Ich komme zu früh”, sagte er dann, “ich bin noch nicht an der Zeit.

Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert - es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehen und gehört zu werden. Diese Tat ist ihnen immer noch ferner als die fernsten Gestirne - und doch haben sie dieselbe getan!” - Man erzählt noch, daß der tolle Mensch desselbigen Tages in verschiedenen Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: “Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?”

Aus: Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (1882).

Sternsinger. Text III

Kaspar: Wir grüßen dies Haus/ und wünschen euch allen/ von Herzen das göttliche Wohlgefallen.

Melchior: Christus möge im Hause wohnen/ für jede Wohltat euch reich belohnen.

Balthasar: Er segne dies Haus/ und die da gehen ein und aus./ Die Liebe sei mächtig/ der Herr soll euch führn/ das schreiben wir heut auf die Schwellen der Türen.

Sternträger: Zuletzt, so ist es Brauch und Sitte/ tret´ ich hervor mit einer Bitte./ Wie es mein Amt von mir verlangt/ für´s Zuhörn seid vielmals bedankt./ Wir bitten euch - ihr wisst es schon: umd gaben für die Mission./ drum öffnet willig eure Hände/ und gebt uns eine gute Spende.

Interview mit dem Kulturminister des Vatikan. Aus: Rheinischer Merkur 47/2008

RM: Momentan ist die Kirche ja nicht gerade für ihre Nähe zur Kunst berühmt.
Ravasi: Das gilt nicht überall: In Deutschland etwa interessiert sich die Kirche vergleichsweise stark für die Kunst, zum Beispiel Bischöfe wie Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg, dem wir viele Kontakte zu Künstlern, zu Sammlern und zu Experten verdanken. Der Vatikan als Kunstsammler
RM: Aber die Entfremdung zwischen der Kirche und der modernen Kunst ist doch evident!
Ravasi: Ja, das ist wahr. In der Architektur sieht das anders aus. Der Musik und auch der bildenden Kunst aber fehlt allzu oft das Metaphysische, Transzendente. So versprechen wir uns einiges von unserer Intervention in Venedig.
RM: Könnte eine größere Nähe zur Kunst auch das Selbstverständnis der Kirche verändern?
Ravasi: Wir wollen einen doppelten Neubeginn: Die Kirche soll zu ihrer fruchtbaren Auseinandersetzung mit der Kunst zurückfinden. Und wir wollen die persönliche Begegnung der Geistlichen mit der Kunst wiederbeleben. Der Papst, die Bischöfe und die Prieser sollen durch die Kunst auf die Gegebenheiten der traditionellen Architektur einwirken können. Wir wollen große Kunst statt hässlicher, amateurhafter Arbeiten, wir wollen neue Werke, die zu der alten und der neuen Architektur passen.

RM: Wie wollen Sie Kirche und Kunst einander näherbringen? Ravasi: Ich sehe drei Möglichkeiten. Wir müssen die Kunst, die klassische und die moderne, bei der Ausbildung in den Priesterseminaren einbeziehen. Dann wird auch die Grammatik der zeitgenössischen Kunst verstehbar. Zweitens wollen wir dafür sorgen, dass Architekten und Künstler konkret zusammenarbeiten, wenn es etwa darum geht, die künstlerische Gestaltung eines Altars in das Ensemble eines Gebäudes einzupassen. Drittens wollen wir den Dialog zwischen der Kulturverwaltung des Heiligen Stuhles und den Künstlern fördern. Wir haben gute Kontakte zu Künstlern, die sich dem gerne stellen. Rationalität und Demut
RM: Das heißt, der Heilige Stuhl wird zeitgenössische Kunst sammeln?
Ravasi: Wir haben ja hier im Vatikan schon ein Museum für zeitgenössische Kunst. Wir hoffen, einige der Kunstwerke auch in dieses Museum zu übernehmen, damit sie dort neue Impulse aussenden und weitere Künstler zu liturgischen Sujets inspirieren.

RM: Technik und Wissenschaft reichen nicht aus?
Ravasi: Sagen wir es mit Benedikt XVI.: Es geht um eine höhere Rationalität, um eine Vernunft, die Kultur, Glauben und Religiosität verbindet. Meistens wird nach den vorletzten Fragen geforscht. Die Kirche kann und muss die letzten, die wesentlichen Fragen stellen, die nach dem Leben und seinem Sinn, nach Tod und Jenseits, nach Liebe, Gerechtigkeit und Schmerz. Das Göttliche drängt nicht

RM: Eine Ihrer frühesten Erinnerungen handelt davon, wie Sie als Zehnjähriger auf einem Hügel stehen; laut pfeifend fährt ein Zug vorbei. Hat dieses Bild für Sie eine besondere Bedeutung?
Ravasi: Für mich war das ein elementar religiöser Moment, eine Begegnung mit der Grundsituation unserer Existenz. In der thomistischen Philosophie gehen wir vom Sein aus und versuchen dann, darüber hinauszukommen, zu etwas Höherem. Doch für mich war dieser verhallende Klang der Zugpfeife eine Vision dessen, was uns bevorsteht, ein Aufschein des Zukünftigen. Wir sind vergänglich, und der Glaube gibt uns einen festen Anhaltspunkt, einen stabilen Fels in dieser flüchtigen Welt der Geschichte. RM: Geht die Erkenntnis der Vergänglichkeit, geht die Erfahrung, dass wir begrenzt sind, allem voraus?
Ravasi: Damit stehe ich nicht allein. Augustinus, Pascal, Kierkegaard oder Dostojewski sehen es ähnlich. Wenn sie von Gott sprechen, gehen sie vom Schlechten aus, vom Bösen, nicht vom Guten. Aristoteles und Thomas von Aquin dagegen gehen vom Guten aus, um das absolut Gute zu zeigen. Für mich geht die Hoffnung aus von der Fragilität des Seins. Das Göttliche drängt nicht. Für Paulus ist die Gnade eine Theophanie.

RM: Sie haben einmal gesagt, Sie werden eher vom Pessimismus des Nordens bestimmt als vom mediterranen Optimismus. Was meinen Sie damit?
Ravasi: Ich muss sagen, dass mir der mediterrane Optimismus besonders durch die Kunst sehr nahe ist. Sie handelt auch vom Triumph der menschlichen Fähigkeiten, vom menschlichen Sinn für die Schönheit. Doch der „mediterrane Optimismus“ ist ein Stereotyp. Denn in die Schönheit ist auch der Begriff der Schuld eingeschrieben. Diesen Sinn für die Schuld hat die protestantische Welt vergessen. Auch Sigmund Freud hat dazu beigetragen, indem er den Sinn für die Schuld durch anderes ersetzt hat.

Auszüge aus dem Gespräch mit Hans-Joachim Neubauer.

Lesetipp: Gianfranco Ravasi: Über die Liebe. Biblische Weisheit und menschliche Erfahrung. Verlag Neue Stadt, München 2007.

© Rheinischer Merkur Nr. 47, 20.11.2008

Von den heimlichen Rosen. Christian Morgenstern

Oh, wer um alle Rosen wüsste,/ Die rings in stillen Gärten stehn -/ Oh, wer um alle wüsste, müsste/ Wie im Rausch durchs Leben gehen.

Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,/ Als wie ein Wind in einen Wald -/ Und wie ein Duft wehst du von hinnen,/ Dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüsste,/ Die rings in stillen Gärten stehn -/ Oh wer um alle wüsste, müsste/ Wie im Rausch durchs Leben gehen.

Bemerkung

Heute war ein grosser Räumtag. Schreibtisch und vier Ablagen mit viel Sediment wurden abgearbeitet und alle 10cm Sediment gab´s einen Eintrag in der Ablage “Blog”. So erklärt sich die imense Tätigkeit von heute. Schönen Abend!

Wort in den Tag. Irgendwann 2001/02

Super! Engel weg, sternenstaub weg. Pomp und Gloria weg. Maria sitzt in ihrem Zimmer und ist schwanger. Ob sie´s und wann sie´s Josef gesagt hat? Und wie hat er reagiert? (…) Er hat sie wohl wirklich geliebt, anderenfalls hätte Maria die Geschichte nicht überlebt. Trennung. Ruiniertes Leben. Das wäre der Anfang vom Ende gewesen. Josef kriegt auch einen Engel und die Situation ist gerettet. Ohne den Engel, der dem Josef erschienen ist, wär die Geschichte anders ausgegangen.

Maria ist aber nicht die einzige Frau, nicht der einzige Mensch, der vor einer aussichtslosen Situation steht. Nur wahrscheinlich war sie die einzige, in der ein Engel Gottes so vehement eingegriffen hat.

Zu was anderem sind wir berufen, als dazu, die Aufgabe des Engels zu übernehmen. Wo konkret ist schwer zu sagen. Einfach die Tür aufmachen und in die Welt gehen. Gott führt dann schon dorthin, wo er uns als Engel braucht.

Der Handschuh - D´ Händsche. Schiller - Weitnauer

Auf dr Altane beim Kaffee/ganz gmietlich auf´m Kanapee/ sitz Kenig Franz in gueter Rueh:/ er lueget seine Löbe zue.

Und seine höchschte Potentate/ händ auch naguckt in d´ Garte./ Weil´s Mikte war, hand neabedett/ D´ Fraile ihr Kaffeekränzle ghet.

Bloß Löbe flacket dasig da/ als ging se die ganze Gschicht nix a./ Se hand si überhaupt it gregt/ und alle viere von sich gschtreckt.

“Ja watet no” sait Kenig Franz,/ “die Gschicht kriet glei an andre Schlanz,/ die bringe mir gau scho zum hupfe,/ die muess ma bloss a bitzle stupfe.”

Mit Wasebolle und mit Stoiner/ schmeisst ma jetzt so lang bis koiner/ vo deane arme Löbe meh/ denkt hot: jetzt wär halt Schlofe schea

Noi, deae isch dr Gluscht vergange./ Blocknarret hand se zmol afange/ zum brülle, hand zum Fürchte grearet/ und mit de Füess im Gmüess rumgscharret.

Rumpfurret sind se in deam Gate/ als ob ma ne a Handgranate/ hätt hinde an de Schwanz nabunde,/ so fürchtig hand die doa do dunde.

A Frailein, wo au neabedane/ de Kaffee trinkt auf der Altane,/ hot grad in ihrem Täschle kruschtlet/ und alles durchanander gwuschtelt

Was´s dinne ghet hot in dem Täschle,/ Kämm, Spiegel, Schlüssel und a Fläschle/ Parfüm zum schmecke, Faszinettle,/ Hoornodle, Pfefferminz, Bilettle.

Sie suechet und kromet, s isch a Graus./ Obacht! Es fällt a Händsche raus!/ Scho z spät, se ka nen numme hebe./ Er pfludret na - und nei in d Löbe.

So muess es gau, des kommt dervo./ Was soll jetzt des arme Fraile do?/ Sie hot halt wie die meiste Mensche/ zwei händ ghet - und bloss no oin Händsche.

Oi Löb hotn sche entdeckt,/ dean Händsche: hot a weng dra gschmeckt,/ “was soll i mit deam Glump afange?” Denkt r, schmeckt nomol und isch gange.

As Frailein regt si füchtig auf:/ so hollet doch mein Händsche rauf!/ I muess dean Händsche wieder hau.”/ Ja, des isch leichter gsait wie tau.

Jetzt, moin i, kas a Blinder seah:/ wie dumm isch doch der König gwea,/ dass r statt Schnittlauch und Tomate/ hot Löbe neitau in sein Gate.

Wärs reacht zuegange, hätt er solle/ sell gnage und dean Händsche holle,/ weil ander Leit si it drum reisset,/ was z holet, wo oin Löbe beisset.

Drum hot koi Mensch dergleiche tau. -/ wie hammer´s denn? Was isch jetzt gau?/ Muess ma die Kavalier erscht mahne? -/ Wie a Pfund Lumpe hockets dane.”

“I hätt doch denkt, s hött mehner Schlanz/ mit meine Leit,” sait König Franz./ “As ganz Johr kasch die Heldegschtalte/ nix als fuettre und verhalte!

Ma hots doch it bloss zur Verzierung! -/ vo so ebbes bin i d Regierung!/ Auf Balderschwang möchtsch übersiedle!/ Was sind denn Ihr für Hennefiedle!”

Do hot des Frailein z wisse do,/ Se häb für den an bsondre Loh,/ was er bloss möcht, dürft er sich wensche,/ derjenig, wo nen holl, dean Händsche.

Dean Jommer hot a Ritter gseah,/ - I glaub, der isch vom Allgai gwea -/ des isch a Rass, für an Profit/ fürchtet Dod und Deifl it.

Scho stoht r auf, dear Ma, und sait:/ “Warum it? wenn´s ebbes trait,/ no holt ma halt dean Händsche gschnell,/ Des lot sich mache, sait dersell.”

Guck her! Jetzt steigt r na beir Stiege!/ Des a was geabem viel Vergnüge!/ De Händsche sieht ma n jetzt aufhebe,/ scho lauftr zruck! Wo bleibet d Löbe?

Do sinds scho! Auweh! Jetzt isch aus./ Dear Ma jutt numme leabig raus./ Wies wuetes hand die Löbe dau./ Jetzt muss der Ritter s Leabe lau.

Ja hand´r denkt! An Dreck an alte!/ Der Hot´s direkt zum narre ghalte./ Obacht jetzt juckt oinr! Fastgar hättr…/ Scho tschpät. Der Ma isch duss beim Gättr.

Jetzt jublet alle Leit voll Freid:/ Des isch a Held, wies koin meh geit!/ Der Kenig isch ganz aus´m Hailse/ und´s Frailein kommt scho mit´m Straissle.

“Jetzt wünsch dr ebbes.” sait dr König./ und sei it blaug und sag it z wenig./ I wüsst scho was, wenn i di wär,/ mir müsst doch glei s ganz Fraile her.”

as Frailein, wies de Ritter sieht,/ hot zmol ganz rote Ohre kriegt./ “I bi derbei, Herr Kenig”, sait se,/ A so a Ma, der dät mir reize.”

I moi, der Ritter, der ka lache./ Um so an Loh, do lot sis mache./ A so a Glick! Dean Ma hots möge!/ Was geit´s do no zum überlege?

Der aber seit: “Vo Afang hea/ isch des fei andersch ausgmacht gwea./ I bi it blaug und bi it blöd,/ vo Weib und heire war koi Red.

Do halt i gar it viel drvo./ A Weib isch bloss a Last, koi Loh./ Drum schlag i vor: mir handlet it - / I krieg zwoi Mark, no simmer quit.” 

In wie vielen Welten schreiben Sie, Herr Kehlmann? FAZ 27.12.2008 S. Z6

Felicitas von Lovenberg IM GESPRÄCH mit DANIEL KEHLMANN

(…) Lovenberg: Erleben Sie unsere zunehmende Abhängikeit von der Technik als totale Entfremdung?

Kehlmann: Heidegger konnte selbst noch gar nicht wissen, wie sehr er recht haben würde mit seiner Analyse, dass wir einer technischen Lebenswelt überantwortet sind, der wir nicht entkommen können, weil das eben keine Verschwörung ist, sondern eine immanente Entwicklung der Dinge, Heideggers Antwort wurde ja zur legendären “Spiegel”-Schlagzeile: “Nur ein Gott kann uns retten.” Ich befürchte immer mehr, dass das stimmt und dass wir tatsächlich eine Entwicklung erleben, die keinen Ausweg hat - oder wenn, dann nur einen Ausweg, den wir nicht wollen können, nämlich einen Totalzusammenbruch des Systems, eine ungeheure Katastrophe oder einen Weltkrieg. Sowohl im Beruflichen, wo man für Vorgesetzte inzwischen immer erreichbar sein muss, als auch im Privaten kann man ja nicht mehr entfliehen - und meistens will man es auch gar nicht, weil man von dieser Technik ja gleichzeitig profitiert. Aber so vieles ist jetzt schon irreversibel anders geworden. Goethe gerät in Weimar in eine zunehmend unerträgliche Situation mit Frau von Stein und haut kurzerhand nach Italien ab, hinaus aus der Enge und den Beziehungsnöten - das geht heute schon nicht mehr, wiel man ja das Handy mitnimmt und die Beziehungsprobleme einem folgen und man die Mails auch anderswo abfragen muss, sonst sind alle gekränkt und man verliert seinen Job. Die Maschen des Netzes werden immer enger. Wenn es überhaupt einen Ausweg gibt, dann wird dieser nur Einzelnen offenstehen - als Luxus für reiche Erben. 

Notizen. La Défense

Versuch: Leere. Vacuum. Freie. Platz.

Der Place La Défense leert sich. Aber auch am Nachmittag, als der Grand Arche die Sonne verdeckte und Massen von Menschen sich auf dem Platz verloren, war er im eigentlichen Sinne  l e e r.  Hier sind alle Dimensionen wertlos. Dieser Platz ist nur leer und “voll” geht hier nicht. Wie vielleicht auch der Petersdom nie voll sein kann.

Und doch ist diese Leere nicht leer. Sie atmet etwas. Die Gebäude, die diesen Platz definieren und mit ihren Glasfasaden halb irdisches halb himmlisches spiegeln - also Grenzstationen sind zwischen hier und dort - lassen den immensen Platz zwischen dich nicht leer sein. Sie prägen ihn, gestalten ihn. Dieser Raum (Platz) kann eben nicht ausgefüllt werden und doch ist er nicht leer.

Gibt es Leere überhaupt? Gibt es das Nichts? Sein und Nicht-Sein. Aber Nicht-Sein ist doch eigentlich nicht möglich, weil wir Nichts nicht denken können… Sobald wir eine Vorstellung vom Nichts haben, hat es doch schon wieder ein Sein.

Leere ist wohl mehr eine Art Gefühl. Leere, wenn etwas genommen wurde, was wir vorher einmal “hatten”. Leere, wenn wir das Gefühl haben, dass da was fehlt.
Und so empfinden wir freie Plätze leer oder nicht.
Leere - frei von voll - brauchen wir um kreativ zu werden. Das “gemachte Nest” ist nur kurzweilig gut.

9/8/08

Theologische Physik

Ist die Hölle exotherm oder endotherm?

(Prüfungsfrage gerüchterweise sowohl vor 2004 in Washington, als 2002 in Maynooth)

Ist die Hölle exotherm (Wärme abgebend) oder endotherm (Wärme aufnehmend)? Die meisten Studenten untermauerten Ihre Antwort, indem sie das Boyle-Mariotte-Gesetz heranzogen (”Das Volumen und der Druck eines geschlossenen Systems sind voneinander abhängig”, d.h. Gas kühl sich ab, wenn es sich ausdehnt und erwärmt sich bei Kompression). Einer aber schrieb folgendes: Zuerst müssen wir feststellen, wie sich die Masse der Hölle über die Zeit ändert. Dazu benötigen wir die Rate der Seelen, die “zur Hölle fahren” und die Rate derjenigen, die sie verlassen. Ich denke, wir sind darüber einig, dass eine Seele, einmal in der Hölle, diese nicht wieder verlässt. Wir stellen also fest: Es gibt keine Seelen, die die Hölle verlasssen. Um festzustellen, wie viele Seelen hinzu kommen, sehen wir uns doch mal die verschiedenen Religionen auf der Welt heute an. Eingie dieser Religionen sagen, dass, wenn man nicht dieser Religion angehört, man in die Hölle kommt. Da es auf der Welt mehr als eine Religion mit dieser Überzeugung gibt, und da niemand mehr als einer Religion angehört, kommen wir zu dem Schluss, dass alle Seelen in der Hölle enden. Auf der Basis der weltweiten Geburten- und Sterberaten können wir davon ausgehen, dass die Anzahl der Seelen in der Hölle exponentiell ansteigt. Betrachten wir nun die Veränderung des Volumens der Hölle, da nach dem Boyle-Mariotte-Gesetz bei gleich bleibender Temperatur und Druck das Volumen proportional zur Anzahl der hinzukommenden Seelen ansteigen muss. Daraus ergeben sich zwie Möglichkeiten: 1. Expandiert die Hölle langsamer als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann steigen Temperatur und Druck in der Hölle an, bis sie explodiert. 2. Expandiert die Hölle schneller als die Anzahl der hinzukommenden Seelen, dann sinken Temperatur und Druck in der Hölle, bis sie gefriert. Zur Lösung führ uns der Ausspruch meiner Kommilionin Teresa: “Eher friert die Hölle ein, als dass ich mit dir ins Bett gehe…” Da ich bin heute nicht dieses Vergnügen mit Teresa hatte (und wohl auch nie haben werde), muss Aussage 2 falsch sein, was uns zur Lösung bring: Die Hölle ist exotherm und wird nie einfrieren.

Der (Physik!-)Student bekam als einziger die volle Punktzahl.

Der Tod des Rasi

2 Makk 14,37ff