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Archive für 1.8.2008
couturier
1.8.2008 by admin.
buchbesprechung bei radio vatikan von ralf gührer_
„marie-alein couturier – ein traditionalist und revolutionär“
„das ist mein lebenswerk; das resultat meines gesamten aktiven lebens.“ so kommentierte henri matisse sein letztes grosses werk, die kapelle des dominikanerinnenkonvents in vence bei nizza. von den fenstern über den altar bis hinein in das liturgische gerät und die priestergewänder stammt alles dort aus der hand dieses grossen meisters. das dies möglich war, ist das werk einer ordensfrau und des dominkanerpaters marie-alein couturier. er befürwortete, begleitete und betreute das künstlerische schaffen eines henri matisse in vence und vieler anderer grosser künstler anderswo.
der wiener theologe und kunsthistoriker hartwig bischof schafte mit seiner dissertation, die 2007 in der IKON-reihe, des ferdinand schönigh-verlages erschien, einen hervorragenden zugang zur person des dominkaners marie-alain couturier. er dürfte als einziger deutschsprachiger couturier-experte gelten.
anhand vieler erstmals ins deutsche übersetzte orginaldokumente lässt hartwig bischof die kaum zu überschätzende gestallt und persönlichkeit von pater couturier aufscheinen. dieser dominikaner, der 1897 an der loire geboren wurde und bereits 1954 verstarb, war die treibende kraft in der französischen kirche, die moderne kunst höchster qualität für sakrale bauten und bilder zu gewinnen verstand. neben der kapelle in vence zeichnet couturier auch verantwortlich für die grossartigen bauten des stararchitekten le corbusier in la tourette bei lyon und die wallfahrtskapelle von ronchamp.
das buch von hartwig bischof versteht es in gut zu lesender sprache die unterschiedlichsten facetten einer grossen und mitunter auch schillernden person wie pater couturier aufleuchten zu lassen. Sein eigenes ringen in der identität als künstler und priester, als royalist und modernist, sein austausch mit den grossen zeitgenossen in kunst und philosophie; sein engagement als herausgeber der wichtigsten zeitschrift seiner zeit für kunst und kirche „l´art sacré“ und schliesslich natürlich die realisierten werke im modernen kirchenbau.
„alles ewige ist gleichzeitig auch immer modern“, so ein motto von pater couturier.
dieses buch ist für alle zu empfehlen, die sich mit den fragen von kunst und kirche heute auseinandersetzen. dabei ist es bei aller wissenschaftlichkeit durch seine sprache ein wahrer lesegenuss für alle.
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