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Archive für Juli 2008
31.7.08
31.7.2008 by admin.
gammarelli hat 16 monate lieferzeit.
freitag/samstag lohnt es sich einmal mehr radio vatican zu hören…
und: ich bin dann mal weg.
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pluviale
17.7.2008 by admin.
sicher waren da 30 gewänder. museum im schatzkammerstil. vollgestopft und an die vitrinenwände geklebt. fülle!
aber die rauchmäntel - so viele es auch waren - hatten alle nur diesen schild. diesen klassischen aten schild. so alt sie auch waren, keiner hatte auch nur die andeutung der ursprünglichen mütze. und doch war es einmal soetwas wie eine mütze!
vielleicht war es aber auch nur sowas wie der kragen der matrosen heute noch. ein latz, den man aufstellen konnte und der dann wie eine aufgeschnittene röhre vor dem pfeifenden wind schützt. heute mit einem reißverschluss kann man aus so einem rückenlatz auch leicht eine mütze machen. mütze und schild - bei den matrosen noch sichtbar.
bei einem rauchmantel kann man allerdings keine mütze aus den schildern machen.
ad fontes!
zuerst einmal die mütze. dann im nächsten schnitt wird darauf das schild mit reißverschluss. mal sehn, ob man einen pfarrer davon überzeugen kann…
es denkt. es arbeitet. es treibt vorwärts und vorwärts.
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17.7.08
17.7.2008 by admin.
die nacht war kurz. das buch war lang und sein inhalt mitunter rästelhaft. aber diakonische mystagogie hat das ja schon im namen. um 5.30h war es schluss mit ruhe. die letzten seiten studiert, das äussere prüfungstauglich gemacht und ab an die uni. scheine ausgefüllt. tür auf, hände geschüttelt. prüfung ge…schwitzt, gestottert, geschwommen, gemacht. tür zu. studentenausweis verlängert. gespräch mit prof. note “abgeholt”. die erste greifbare kleine stufe zum ziel (okay, das fundament ist schon nicht schlecht. aber fundament ohne aufbau schaut selbst bei le corbusier blöd aus!).
dann nach ffm. ein glas blubber im karstadtkeller. dann ein teller pasta mit meeresgetier. bleierne müdigkeit überfällt mich. als ich wieder an der oberfläch bin will ich noch in den dom. dort dann noch ins museum. erst eins, dann zwei. dann per zufall an den leiter hingelaufen. 30min intensiver austausch. dann ist die müdigkeit endgültig weg. messgewänder studiert - und eine äbtissinnenkrone! wusste gar nicht, dass die sowas trugen. frauenchiemsee 1905. da war mein grossvater schon auf der welt!
messgewänder-buch erworben. aber nichts wirklich neues entdeckt.
pauslkirche und deutsche geschichte. leichten anfall von geschichtsschauer bekommen. mir frommt in diesem ort dann doch - obwohl das nicht wirklich mein deutschland ist - und dann doch natürlich auch.
dann noch zwei kirchen und deren ausstattung aufgesogen. heim. wäsche in die maschiene. packen und ab. wieder heim.
was ist heim? frankfurt? ice? ursberg? oberhof?
zuhause ist, wo ich netz habe (nicht auf meinem misst gewachsen!), wo mein laptop strom hat?
ich brauche einen neuen koffer. der “alte” ist nach einem jahr etwas ausgeleiert und es gibt keinen zeitraum, wo ich ihn so einfach in die reperatur geben könnte. also muss ein interimskoffer her. mein koffer ist mein treuester begleiter. mein haustier quasi. eigentlich sollte ich ihn mehr liebhaben… (scherz).
langsam beginnen die ferien. heute ist notenschluss. für meine schüler und für mich (o: sie haben ihre noten und ich habe meine. das erste jahr ist quasi vorbei.
ein volles jahr.
wo komme ich her. wo gehe ich hin. was ist der sinn…
ein schüler schrieb in der ex: wer bin ich? wo bin ich? wo muss ich hin? ja, für manche sind das die entscheidenden fragen am morgen: wo bin ich? und warum bin ich hier? und wer bist du?! …bleibt mir gott sei dank erspart.
man merkt: flasche leer. energie aus. reif für die insel.
man sieht sich in den museen wieder! hier dort und überall. oder in den kirchen… see you!
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prüfungsstoff
16.7.2008 by admin.
“vor den bildern sterben die worte”
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enthüllen
16.7.2008 by admin.
welcher text ist passend für ein gewand? was überhaupt darf auf ein liturgisches gewand?
ein priester ist keine reklamesäule. alles was ablenkt und nicht auf das tun im mysterium deutet, ist fehl am platz. reduzierte symbole und ornamente müssen hinführen zum liturgischen dienst und dürfen nicht sich selbst zelebrieren.
text als ornament halte ich für vertretbar. deutend.
das christentum ist eine schriftreligion. das wort wurde schrift und durch die schrift wurde uns das wort überliefert. die schrift besteht aus abstakten zeichen. bilder wurden abstrahiert und zu zeichen. der buchtabe ist ein geheimnisvolles bild, das heute als laut gedeuted wird. der buchstabe ist also bild und musik - und ist doch beides nicht. ist abstrakt.
wenn ich nun einen text als ornament auf einem liturgischen gewand verwenden will, welcher heilige text ist der geeignetste?
das vater unser? das gebet, dass der herr selbst lehrte? “so sollt ihr beten…”
das credo? zusammenfassung unseres glaubens. zeichen der einheit weit über den katholischen binnenraum hinaus?
ein psalm? “wer das ziehen zum hause des herrn?” wortgewordene liturgie.
in welcher liturgie wird die kasel getragen… eucharistie. was geschieht in der eucharistie? menschwerdung, tod und auferstehung. erlösung. gott wird mensch. der mensch vereint sich mit gott. gott mit dem menschen. kommen, erhoben werden. sendung “ite missa est”. es geschieht offenbarung.
“en archä an logos” im/am anfang war das wort. johannes 1,1
enthüllung. offenbarung.
enthüllung hat mit “stoff” zu tun. die decke des rätsels liegt auf dieser welt. revelation. das velum wird gehoben und der mensch sieht soviel wahrheit wie er kann.
der text ist gefunden.
kasel. die liturgischen gewänder verhüllen zunächst. sie verhüllen den menschen (drevermann hat da hervorragendes geschrieben (der kleriker). ich weiss es ist nich wirklich oportun im jahre 3 B XVI zu sagen, dass da was gutes steht, aber auch das ist wahrheit). paramente verhüllen den menschen. sie verhüllen, um gott zu enthüllen.
im anfang war das wort und das wort war bei gott und gott war das wort. alles ging durch das wort hervor. ohne das wort wurde nichts was geworden ist. in ihm war das leben. und das leben war das licht der menschen. und das licht schien in der finsternis und die finsternis fasste es nicht.
ein neues design ist gezeugt!
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eröffnung
16.7.2008 by admin.
mit der seide und den gewändern mit dem titel “te deum” ist ein sehr grosser prozess abgeschlossen worden und gleichzeitig eine tür zu einer neuen welt geöffnet worden. viele grundlegende gedanken, gespräche und reflexionen passierten dadurch angeregt in den letzten monaten. mit dieser neuen kategorie “stoff” möchte ich eine kleine stoffsammlung und gedankenfixierung erreichen.
die mehrdeutigkeit des wortes “stoff” erheitert oft. wenn stoff zu euphorischen stimmungen anregt, fesselt, berauscht, u.v.m., dann muss es sich nicht zwangsläufig um eine illegale droge handeln - rot seide beispielsweise kann von gleicher wirkung sein!
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und ewig lockt das bild
16.7.2008 by admin.
“Abbilder sind Begriffen ähnlich, sofern sie Wirkliches reduzieren, handhabar, greifbar und begreifbar, verfügbar machen wollen, ganz im Sinne einer an Descartes orientierten Philosophie und ihrer neuzeitlichen Wirkungsgeschichte, deren langer Arm bis in die heutige Psychologie hinein reicht, insbesondere in den Bereichen der Methodenlehre, der ein eigenes psychologisches Fach umreißt. Dieser Wirkungsgeschichte zufolge wird der Mensch als Subjekt zu einer alles andere dominierenden Bezugsmitte, auf die alles Seiende hingeordnet ist, und zwar dergestalt, dass zwischen dem Subjekt und dem, was ihm begegnet oder jedenfalls begegnen könnte, kein wechelseitiges Miteinander entsteht. Vielmehr gerät das auf das Subjekt Bezogene in die Position eines dem Subjekt unteworfenen Objekts, d.h. in die Lage eines verfügbaren Abbilds. Das alles beherrschende neuzeitliche Subjekt läßt sich also dadurch charakterisieren, dass es einseitig über das, was ihm begegnet, bestimmt, es sich aneignet, zu begreifen und auf den Begriff zu bringen versucht.
Solches Unterordnen oder Einverleiben läßt keinen Raum für Anderes oder Neues, für den Eigengehalt von schöpferischen Bildern.
Wirklichkeitsbildende Bilder lassen sich jedoch nicht ohne Schaden auf ihre Verwertbarkeit und Käuflichkeit zurückstutzen, spndern sprengen gleichsam den Rahmen, inwelchem sie sich finden, in dem sie Menschen anzusprechen, zu berühren, ja zu überwältigen vermögen, also Resonanz auslösen, zum Schwinden bringen können. Solche Bilder sind entgrenzend, überschreiten das in bloßen Abbildern und Begriffen Faßbare, ermöglichen eine wechselseitige Begegnung von Mensch und Bild.
Kießling, Klaus. “Nützlich und notwendig” Universitätsverlag Freiburg (CH) 2002. S. 21f (Reihe: Praktische Theologie im Dialog. Herausgeber: Karrer, Leo)
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alle achtung!
10.7.2008 by admin.
Predigt von Hwst. Herrn Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller
anl. der Pontifikalmesse mit den Kunstschaffenden
Wolfgangwoche 2008 ?St. Emmeram? 25. Juni 2008
Liebe Schwestern und Brüder!
Jeder Mensch ? sei er Skeptiker, Nihilist oder religiös ? steht vor der
Frage: Was ist der Mensch? Worin besteht der tiefere Sinn des menschlichen
Daseins?
Um dem Geheimnis des Menschen näher zu kommen, wurde in der Philosophie
zwischen dem Menschen als homo faber und homo ludens unterschieden. Der
Mensch als homo faber muss wie alle anderen Lebewesen Sorge tragen für
sein Dasein. Es gilt Wohnung, Nahrung, Kleidung zu beschaffen und die
technischen Fertigkeiten in verschiedenen Berufen zu erlernen, um
zivilisiert und dem menschlichen Dasein angemessen leben zu können. Der
Mensch als homo ludens hingegen macht durch Musizieren, Malen, Bauen und
andere Formen der Gestaltung deutlich, dass das Leben auch etwas
Zweckfreies an sich hat. Es gehört zum Ziel des menschlichen Daseins,
durch Geist und Tat dem Leben einen tieferen Sinn abzugewinnen und ihn
deutlich zu machen. Der Mensch ist jedoch kein reines Naturwesen, das mit
den Tieren verglichen werden müsste, und darüber hinaus noch eine
künstlerische Dimension erhebt. Der Mensch ist in sich selber eine
Einheit, eine leib-seelische Spannungseinheit. Durch seine Arbeit und
seine Daseinsfürsorge wächst er heran. Im zweckfreien Tun der Musik, der
Architektur, der Malerei und den verschiedenen Formen der Wissenschaft und
Künste wächst er über sich hinaus.
Gott selbst hat den Menschen in den Garten der Schöpfung hineingesetzt und
ihm aufgetragen, die Welt, seine Umwelt zu bebauen und zu pflegen (vgl.
Gen 1). Darin leuchtet die innere Einheit von homo faber und homo ludens
auf. Gott selber ist der Künstler. Die Werke seiner Schöpfung sind ein
Spiegelbild seines Willens.
In der Philosophie spricht man von den Transzendentalien des Seins: Unum,
verum, bonum, die zusammengefasst sind im pulchrum. Alle Werke der
Schöpfung werden durch diese Charakteristika bezeichnet.
Die Welt ist nicht ein Chaos, das wir erst zu bändigen hätten, sondern das
unum, alles Seiende, ist eins, ist in sich eine innere Seinseinheit. Darum
werden wir nicht vom Chaos umschlossen oder von einem Ganzen, welches das
Einzelne zu nichts machen würde, sondern jedes einzelne Seiende ?
insbesondere der Mensch ? ist eine Individualität, eine eigene
Verwirklichung des Seins.
Alles Seiende ist verum, ist wahr und weist hin auf die Wahrheit Gottes.
Es zeigt sich, dass der menschliche Geist sich nicht darin erschöpft,
lediglich für das Dasein Fürsorge zu tragen, sondern dass er befähigt ist,
sich auf das Wahre auszurichten. Er will erkennen, was die Welt im
Innersten zusammenhält. Er strebt nach Antworten auf die fundamentalen
Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens und Wirkens, nach dem Sinn des
Leidens.
Alles Seiende ist auch gut, ist ein bonum. Es strahlt die Güte Gottes
wider. Am Ende seiner Schöpfungswerke ? wir kennen die Darstellung des
Sieben-Tage-Werkes aus dem ersten Kapitel des Buches Genesis ? heißt es:
?Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und es war sehr gut?
(Gen1,31). Alles Geschaffene ? auch wir Menschen ? sind Widerschein der
Güte Gottes und darum ausgerichtet, das Gute zu tun und im Tun des Guten
unseren freien Willen zu verwirklichen. Nicht darin besteht der Sinn
menschlichen Lebens, das zu tun, was gerade Spaß macht, sondern das zu
tun, was gut ist, was aufbauend und förderlich ist für mich selber und die
ganze Gemeinschaft der Menschen, der jeder von uns angehört.
All das ist zusammengefasst im pulchrum, im ?Schönen?. Mit ihm ist nicht
nur ein äußerlicher ästhetischer Reiz für die Sinne gemeint. Vielmehr geht
es um die Ästhetik im ursprünglichen Sinn: um Empfindung, um ein inneres
Wahrnehmen des tiefen Sinngrundes der ganzen Schöpfung. Im pulchrum
scheint auf, dass das Ganze nicht aus einem Chaos hervorgeht und im
Sinnlosen sich verrätselt, sondern dass alles aus der Wirklichkeit Gottes
herkommt und auf sie hin geöffnet ist. So wird der innere Zusammenklang
zwischen Schöpfer und Schöpfung hörbar, sichtbar und fühlbar.
Durch die Werke der Kunst, nun im spezifischen Sinn, wird uns diese innere
Erhebung zuteil. Für uns Menschen erwächst daraus Hoffnung! Das Leitwort
der diesjährigen Wolfgangswoche lautet: ?Jesus Christus, Sinngrund unserer
Hoffnung?. Das Ganze endet nicht in einem nihil, in einem ?Nichts?. Durch
alle Gebrochenheit der Welt hindurch leuchtet am Ende die Hoffnung auf.
Dieser Hoffnung, die dem Menschen geschenkt ist, dienen die Künstler im
spezifischen Sinne des Wortes in besonderer Weise. Sie sollen das
Geheimnis des menschlichen Daseins aufschließen, nicht verrätseln. Die
Kunst weckt das Bewusstsein für das Sein als unum, vom menschlichen Sein
als Individualität. Der Mensch ist kein Unglücksfall der Schöpfung. Als
Person ist er das Ziel des Wirkens Gottes: Bild und Gleichnis seines
Schöpfers.
Der Mensch ist auch auf Erkenntnis hin angelegt. Er kann hineingeführt
werden in die tieferen Schichten des Seins, in das Gute, in das Wahre, in
die Erkenntnis, dass im ganzen Sein der Schöpfung Christus selber
aufleuchtet, dass Christus das Bild, der Abglanz der Herrlichkeit des
Vaters ist. Wir alle sind durch die Werke seiner Schöpfung Ausdruck SEINES
Kunstschaffens und werden hingeführt zum eigentlichen Ziel unseres
Lebens: Gott zu schauen mit unseren eigenen Augen, von Angesicht zu
Angesicht. Wir musizieren mit den Chören der Engel. All unsere Sinne
werden angesprochen im Sehen, Schaffen, Handeln und Musizieren. Sie werden
ausgerichtet auf Gott, den Ursprung aller Schönheit und allen Seins.
Die Kunst muss sich aber auch der Tatsache stellen, dass es einen Riss
gibt ? mitten durch die Schöpfung hindurch! Durch die Sünde, durch
Egoismus und Selbstbezogenheit ist der Mensch oft blind, taub und stumpf
geworden für die Schönheit der Werke Gottes. Darum bricht das Menschliche
innerlich auseinander. Es verrätselt sich und steht durch die Erfahrung
des Destruktiven, Zerstörerischen und Vergänglichen in der ständigen
Versuchung zu meinen, alles sei umsonst; eine Erlösung gäbe es nicht. Wir
alle kennen die Erfahrung, dass scheinbar alles, was wir tun und wirken,
am Ende vergeht und uns wie Staub zwischen den Fingern zerrinnt.
Die Überzeugung des Glaubens ist aufgrund der Auferstehung Jesu Christi
eine andere: ?Selig die Toten, die im Herrn sterben … ihre Werke
begleiten sie? (Offb 14,13). Alles, was an Gutem und Wahren in der Kultur
hervorgebracht wird, das mag zu Staub zerfallen, am Ende aber wird es
wieder gebracht in der recapitulatio, der ?Wieder-Aufhauptung?, der
?Wiedererrichtung? in Jesus Christus. Nichts von dem, was getan worden
ist, war vergeblich. Es war ein Wegstück, ein Element auf unserem Weg hin
zur Vollendung, in dem all das, was an menschlicher Kultur gewachsen ist,
hineingenommen wird in das ewige Leben, in die Anschauung Gottes und die
Gemeinschaft der Menschen mit dem Gott der Liebe und untereinander.
Das Rätselhafte unseres Daseins findet seinen unüberbietbaren Ausdruck im
Kreuz Jesu Christi. Das Kreuz zeigt die Abgründe in unserer menschlichen
Seele. Es zeigt die ganze Widerständigkeit des Menschen gegenüber dem
geschenkten Dasein. Darum sind wir aufgefordert, die Schattenseiten des
menschlichen Daseins nicht aus dem Blick zu verlieren. Aber nicht um zu
Zynikern zu werden! Wenn wir den Blick nicht verschließen vor diesem
Schattendasein des menschlichen Lebens, vor allen Abgründen des Leidens,
des Verweslichen, des Hässlichen, das es in unserem Dasein gibt, aber auch
hinschauen auf Jesus Christus, den Gekreuzigten, dann wissen wir, dass uns
mitten in Kreuz und Leiden Hoffnung und Heil erwachsen. So ist es ein
Auftrag an jene Menschen, die eine besondere Befähigung und Begabung zum
Gestalten und Ausdrücken in Wort, Bild und Ton empfangen haben, diese
Begabungen einzubringen in den Willen Gottes, des Schöpfers, der auch
unser Erlöser ist. Die Kunst stellt sich hinein in den Dienst des
Heilswerkes Gottes, sie ist für Jesus Christus da, der uns den Grund der
Hoffnung gegeben hat.
Die Kunst ist nicht nur einseitig ästhetisch, bloßer Sinnengenuss und
äußere Anregung, sondern ästhetisch im tiefsten Sinne des Wortes: Sie
lässt uns das Ganze des Seins wahrnehmen, auch in seinen Abgründen, die
Schöpfung bis hin zum Kreuz Jesu, die Erfahrung des Überwältigseins von
den Wunderwerken Gottes und der Erfahrung der Abgründigkeit des
Verlorenseins des Menschen. In der Kunst nehmen wir diese ganze
Spannbreite wahr und bringen sie zum Ausdruck mit dem Ziel, die Menschen
tiefer hinein zu führen in den Sinn unseres Daseins, in die Schönheit des
Guten und des Wahren, in jene Hoffnung, die sich zusammenfasst in der
Auferstehung Jesu Christi. Gott wird das Kunstwerk seiner Schöpfung
vollenden, wenn er ?den neuen Himmel? und ?die neue Erde? herbeiführt,
wenn es keine Tränen mehr gibt, keinen Kummer und keinen Klage, wenn die
herrliche Gottesstadt, ?das neue Jerusalem? erscheint, geschmückt mit
?Juwelen und Edelsteinen?, mit all dem, was die Menschen an Gutem und
Wahren gestaltet und geprägt haben (Offb 21). Die menschliche Kultur und
die ganze Menschheit werden hineinvollendet in das Gesamtkunstwerk Gottes.
All das findet seine Aufgipfelung in der Liturgie der Kirche, die ein
Vorausverkosten des vollendeten Gesamtkunstwerkes Gottes ist, eine
Vorausverkostung der neuen Schöpfung, in der auch unser Wirken erlöst,
befreit und vollendet eingehen wird. Amen.
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karls primizkerze
4.7.2008 by admin.
eine primizkerze. feuer, heiliger geist, leben, erkenntnis… hosea, johannes der täufer und karolus spielen eine rolle. im inneren brennt es, glüht es, lodert es. rohling und figuren sind aus geknetetem bienenwachs, blattgold und ölfarbe.
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