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Juni 2008
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Archive für 25.6.2008

from me 4 me - neon 4/08 “auf stand-by”

generation stand-by (kennen sie das gefühl “ertappt” worden zu sein?). …Feierabend. Mausetot ist er, zu Grabe getragen auf dem Friedhof der Dinge des 20. Jahrhunderts, neben Leidensgenossen wie dem Betriebsausflug, dem Kündigungsschutz und der Festanstellung. Alles Retro-Berufsdinge, die einem heute genauso wenig unterkommen wie der schöne Satz “Freitag ab ein - macht jeder seins.” (…) In einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft wie der unseren verdienen immer mehr Menschen ihr Geld mit einer Variante geistiger Arbeit. Und das Hirn lässt sich nciht um Punkt fünf auf die Werkbank legen wie ein Werkzeug, das man erst am nächsten morgen wieder anrührt. (…) Email, Messenger, Smartphone - all das wurde einmal erfunden, um in dieser Welt den Überblick zu behalten. Doch die Kommunikationsgeräte haben vor allem eines geschaffen: ein Klima ständiger Ablenkung. (…) Entgrenzung der Arbeit” nenne Wissenschaftler das. Das heißt nichts anderes als die zunehmende Vermischung von Beruf und Freizeit. (…) und die Zugfahrt nutzen wir noch um ein Exposé zu schreiben (verdammt: wer hat mich beobachtet!). Buchempfehlung: Die Kunst der Selbstausbeutung. (…) (und jetzt kommen Credo-gleiche Sätze!:) Leben ist da, wo Netz ist, schreibt die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel, und bezeichnet Nocht-abschalten-Können als “die Zivilisationskrankheit der mordernen vernetzten Gesellschaft.” Nicht die Technik ist schuld, sondern der “Homo connectus” selbst, der es als Mantra der Moderne begreife, immer und überall erreichbar zu sein. (…) Nicht erreichbar zu sein, ist Luxus geworden. (…) Aber auch wer das Leben im Hamsterrad wählt (gehör ich wohl dazu)o: Klare Grenzen braucht es trotzdem. Nichts ist gesundheitsgefährdender als ein permanent schlechtes Gewissen. Wenn sich Arbeit und Freizeit andauernd vermischen, leidet beides. Die Arbeit unter der Frustration, zu wenig Zeit für die Freunde zu haben. Und die Freizeit unter dem Primat des Wortes “eigentlich”, das wir ständig vor uns hin murmeln. (…)

Vielleicht sollte ich mir in den Handy-Kalender einspeichern, diesen Artikel wöchentlich zu lesen…

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