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April 2008
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Archive für 28.4.2008

sr angela flatz

gestern ist sie 75 geworden. eine besondere frau.

sr. angela wurde als maria-theresia flatz in hörbranz am voralbergischen bodensee geboren. an einem karfreitag war sie von der liturgie so sehr berührt, dass sie für sich betete: “heiland, du hast so viel für mich getan, jetzt will ich auch was für dich tun”. sie wollte kinderkrankenschwester werden. und noch besser: kinderkrankenschwester in bolivien. bei den halleiner schulschwestern hatte sie die hoffnung, dass dieser wunsch - diese berufung gehör fand. so nahm sie abschied vom alemannischen und war bereit zunächst einmal ins salzburgische zu gehen. zusammen mit ihrem vater, dem damaligen bürgermeister von hörbranz, fuhr sie also nach hallein und wurde dort vorstellig. als sie dort als postolantin eintrat, meinte die oberin, sie solle doch - so talentiert wie sie sei - in der halleiner schule lehrerin werden. maria theresia widersprach der oberin (undenkbar für die damalige zeit) und bat und flehte, sie möge doch krankenschwester werden dürfen. schließlich fiehl sie vor der oberin auf die knie rang mit den händen für ihr anliegen. da schritt ihr vater ein und sagte, dass, wenn die schwestern mit seiner tochter nichts anzufangen wüssten, dann nehme er sie wieder mit heim nach vorarlberg. “nein, nein!” sagte die oberin. “maria-theresia soll bleiben”. und sie durfte die ausbildung zur krankenschwester machen.

paul VI. ist sie besonders verbunden, da er endlich erlaubte, dass auch klosterschwestern geburtshelferinnen sein durften und kinderkrankenschwestern bei geburten anwesend sein durften.

als nächstes wollte die gerade mal 22jährige, fertig ausgebildete kinderkrankenschwester in die mission. ständig lag sie ihren oberen in den ohren und hat wohl die eine oder andere schroffe abfuhr bekommen. so beschloss sie, das anliegen ihrer bereitschaft für die mission noch ein letztes mal vorzubringen und dann zu warten (und das mit demut und geduld - nicht gerade ihre stärksten tugenden, wie sie lachend erzählt).

parallel passierte folgendes: in bolivien waren die opositionellen sehr unterdrückt und ein politisch aktiver arzt wurde strafversetzt in den regenwald nach san ignatio. dort versprach er, dass wenn seine partei bei den wahlen gewinne, dann setzt er sich für den bau eines krankenhauses ein. und seine partei gewann, er wurde gesundheitsminister und vergass sein versprechen nicht. die amerikaner unterstützten die regierung und bauten flächendeckend das gesundheitswesen in bolivien auf. so wurde mit dem bau eines krankenhauses begonnen. die amerikanischen standards verlangten allerdings eine diplomierte krankenschwester. die einzige krankenschwester die der dortige bischof aber hatte, war nur eine kriegskrankenschwester - also nicht genügend qualifiziert…

 der bischof schickte mehrere petitionen an die generaloberin der halleiner schwestern. aber die generaloberin hatte größte bedenken. dort sind keine anderen schwestern, noch niemand war dort je gewesen von ihrem orden… und sie hatte eigentlich auch keine geeignete schwester… angela hatte noch gar keine ewige profess!

die generaloberin sagte zu, für den fall, dass mindestens zwei junge frauen noch ins noviziat eintraten - die beiden abgesanten franziskanerpatres versprachen dafür zu beten. promt traten zwei mädchen ein und die generaloberin war in der pflicht. der bischof versicherte schließlich, dass er persönlich angela unter seine fittiche nehmen werde, und so durfte die blutjunge schwester zusammen mit einer anderen ordensfrau den weg nach bolivien antreten.

über hamburg ging es aufs schiff und  in dreiwöchiger fahrt über den atlantik. sofort danach ging es in einem engen zugwagon über die anden nach la paz. drei wochen seeluft und dann die zusammengepferchten indios in einem engen wagon… angela musste sich leicht abwenden. doch der franziskanerpater, der sie begleitete schimpfte sie wie sie es noch nie zu vor in ihrem leben gehört hat: so was will missionarin werden! sich abwenden von den riechenden menschen!! sie soll sich was schämen!!!

in la paz angekommen wurde sie der dortigen franziskanerinnengemeinschaft über geben. nach einiger zeit der erholung und aklimatisierung sollte sie weiter nach santa cruz de la sierra … fliegen. fliegen? angela ist natürlich nie geflogen in ihrem leben. nein, fliegen, das geht nicht, sagt sie. da kam der zweite anschiss von der dortigen oberin. wie will sie missionarin werden, wenn sie nicht fliegen will! da komme noch ganz anderes auf sie zu! es gibt keine widerrede - angela muss fliegen.

und angel flog. allerdings sagte ihr niemand, dass es einem beim fliegen schlecht werden kann. und es wurde ihr schlecht. vollgesudelt kam sie an. stand auf dem flughafen und niemand holte sie ab. ach ja, sie sprach bis dato kein wort spanisch…

ein pater sollte sie eigentlich abholen, aber der hatte sie vergessen. so brachten sie dann ein paar mitleidige leute zum franziskanerkloster. der superior brachte ihr eine waschschüssel heraus - denn vor dem konzil war es undenkbar, dass eien frau in ein männerkloster hineingehen darf - nicht einmal eine franziskanerin in notlage. als sie sich dann etwas ihren habit gewaschen hatte wurde sie weitergebracht und erfuhr dass sie gleich nächste woche weiter nach san ignatio fliegen muss. eigentlich wollte sie lieber sterben als noch mal… 

in san ignatio musste sie reiten lernen und motorad fahren. denn die impfreisen quer durch den urwald und in die berge waren nicht anderst zu machen. sie rettete vielen das leben, wenn es sein musste operierte sie schon mal selbst - auch wenn sie es nicht offiziell gedurft hätte, aber was nutzt ein gesetz, wenn ein mensch dabei stirbt. “hätt ich nicht zum skalpell gegriffen dort in dem bergdorf, und auf dem esstisch in der küche operiert, dann wäre der junge mann gestorben. also tat ich mein bestes und er überlebte und kam schnell wieder auf die beine”.

sehr schwer war es, wenn im bürgerkrieg verwundete regierungssoldaten und partisanen fast gleichzeitig eingeliefert wurden. angela sah nur den menschen, nicht seine gesinnung. wer verwundet war, brauchte hilfe. und auch wenn der provinzregierungschef sie sehen wollte - zuerst wurde der partisane medizinisch versorgt. sie wurde darauf hin als kommunistin und kolaboratorin verschrien und mehrmals zum bischof zitiert. dem und dem guvanoer erwiederte sie kaltblütig, dass wenn das schon reicht um kommunistin zu sein - armen und kranken zu helfen, so wie unser herr und der hl. franziskus das auch getan haben - dann ist sie gerne eine solche!

angela bekam im laufe der zeit viele auszeichnungen in ihrem heimatland österreich und auch in bolivien. dort bekam sie sogar das höchste verdienstabzeichen des staates. das bedeutet ihr aber alles nichts, wenn sie danach gefragt wird, dann murmelt sie die auszeichnungen unbeeindruckt vor sich hin. nur wie wir vor dem herrgott dastehen, das ist wichtig!

zu mir sagte sie einmal: weisst du ralf, wenn der herrgott was von dir will und dich an die hand genommen hat, dann kannst du schon auslassen -  e r   wird dich niemals wieder auslassen!

so ist mir meine grosstante angela ein grosses vorbild und in manchem charakterzug erkenne ich mich wieder - offensichtlich das gleiche alemannische blut in den adern.

 liebe sr. angela - möge gott dir hier auf der erde und später im himmel das alles 100fach vergelten was du für andere in deinem leben getan hast!

letztes jahr besuchte angela zum letzten mal ihre alte heimat um endgültig abschied zu nehemen. sie möchte drüben sterben, denn da ist sie jetzt zu hause. die indios sind sehr kritisch fremden gegenüber - aber für viele ist sie der lebensrettende engel geworden und sie bezeichnen angela als “eine von ihnen”.

als sie nach langem flug wieder nach bolivien kam, begrüsste sie eine grosse menge indios mit transparenten:

“willkommen zuhause mama angela!” 

und ein neues lied

Real to me von Brian McFadden

Parties und Champagner bis zum Abwinken!
Durchgestylte Männer in hippen Outfits glauben,
sie wissen alles und kennen jeden.
sie kennen zwar meinen Namen, aber MICH kennen sie nicht!

Hotels und Flughäfen! Ein Leben aus dem Koffer!
Die Unterschiede zwischen Orten verschwimmen und weichen der Eintönigkeit.
Die Welt, abgeschottet unter einer Glocke aus Glas.

Ich will meinen Kindern beim Spielen zuschauen!
Hektik und Stress überwinden und Geborgenheit in der Familie finden.
Das ist’s, was für mich wirklich zählt und nicht die Blumen,
die in der Garderobe hinter der Bühne vertrocknen.

Vorsicht, wenn sich die Gedanken in deinem Kopf verselbständigen,
und du in Gefahr gerätst, den Sinn für die REALITÄT zu verlieren.

Die einfache Dinge zählen, wie der erste Sommertag,
ein Picknick im Garten und einfach nur FAULENZEN,
„tea time“ mit der Familie und Fußball im Fernsehen!

Wach auf! Lass dich nicht blenden und in die Irre führen!

und noch ein altes lied

es soll sich der mensch nicht mit der liebe abgeben / denn die liebe hat vernichtet schon so manch junges leben / es hat mir mein trinja die treue versaget / das sei euch geklaget / tütürütü tü tü

ich war ja so schrecklich in die trinja verschossen / mein herz war mit zucker und mit honig übergossen / da kommt doch zum teufel, des müllers sein franze / und führt sie zum tanze / tütürütü tü tü

und es schmeckt mir kein essen und es schmeckt mir kein trinken / am liebsten da würd ich in die erde versinken / ich geh auch nicht mehr mit den anderen knechten / denn die menschen sind schlechte / tütürütü tü tü

und sollt man mit solch mädchen zum tanze ausgehen / ja dann bleibt man am besten ganz dicht dabei stehen / denn sonst tanzen sie gleich mit den anderen knechten / denn solch mädchen sind schlechte /tütürütü tü tü

und bin ich gestorben so lasst mich begraben / und lasst mir beim schreiner sechs bretter abschaben / darauf dann zwei feurige herzen lasst malen / denn ich kanns ja bezahlen / tütürütü tü tü

und dann sollt ihr ein feierlich totenlied singen / da liegt nun der esel in der quer und der längen / er hat sich verplempert mit liebes auf erden / zu dreck soll er werden (requiescat in pacem) /tütürütü tü tü 

ohne worte

die spannung und die nervosität gehen nur langsam. wenig schlaf und die intensiven eindrücke von gestern abend benebeln mich noch immer.

die übergabe des domornates, die präsentation meiner bislang größten und langwierigsten arbeit überhaupt, die vielen vielen lieben gäste, das gelungene konzept, mennekes laudatio, der cremant im kreuzgang… all das verleiht der seele flügel und macht schweres vergessend für den moment.

auf der homepage zum primizgewand und domornat lebt dieser augenblick und alle die ihn ermöglicht haben weiter.

 herzliche willkommen auf www.ars-sacra.li !

in den kommenden tagen und wochen wird sich der präsentationsabend vom markusfest mehr und mehr wiederspiegeln.

 ein herzliches dankeschön allen die mich hierher begleitet haben, allen die mich in irgendeiner weise gefördert haben und allen, die mir immer wieder mut machten, wenn ich an meine grenzen kam.  

ein altes lied

der erzähler - das vögelein - das fräulein

* es sass ein klein, wild vögelein auf einem grünen ästchen

I: es sang die ganze winternacht, die stimm tat laut erklingen :I

* o sing mir doch, o sing mir doch, du armes kleines vögelein

I: ich will um deine federlein dir gold und seide winden :I

 * behalt dein gold und deine seid´ ich will dir nimmer singen

I: ich bin ein klein, wild vögelein und niemand kann mich zwingen :I

* geh du herauf aus diesem tal, der reif wird dich noch drücken

I: drückt mich der reif, der reif so kalt, frau sonn´ wird mich erquicken :I

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