Sie befinden sich aktuell in den ralf’s blog Blog-Archiven für den folgenden Tag 13.1.2008.
- a kunst und versuche (49)
- b Gottesdienste in der Klosterkirche (3)
- b Oberelchingen (12)
- c Fundgrube Textschätze (89)
- f Stoff (5)
- g Leben und Gedanken (117)
- g ME (7)
- g Sonn- u Feiertagsgedanken (22)
- Kirchenkonzerte und Kutlur in der Klosterkirche (10)
- l lieblings… (13)
- Laden (3)
- m märchen und geschichten (4)
- s Hochzeit (7)
- s Taufe (2)
- t nicht vergessen (1)
- Uncategorized (12)
- was einem sonst so über den weg springt (12)
- x MARKTOBERDORFER BIBEL (5)
- z DISS (36)
- 12.9.2011: Schokoladenkuchen (Nirin)
- 5.8.2011: Alte Bilder und Stiche von Oberelchingen
- 12.7.2011: Vorschläge für Lesungen beim Hochzeitsgottesdienst
- 4.7.2011: Sommerliches Konzert am 15. August in Oberelchingen
- 4.7.2011: Orgelkonzert 10. Juli 2011, 18.00 Uhr - Marc Vonau an der Steinmeyer-Orgel Oberelchingen
- 24.6.2011: Oberelchingen 1928
- 7.4.2011: Engel können fliegen...
- 5.4.2011: italienische seide und irischer tweed
- 4.4.2011: Gebete
- 28.3.2011: Ratschläge an Geistliche - und eigentlich an alle Menschen
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
Archive für 13.1.2008
kaffeeheilige - coffee saints
13.1.2008 by admin.
die coffeesaints entstanden bei der beschäftigung mit der ausgestaltung der neuen cafeteria des priesterseminars. die vorhänge waren bereits vorhanden… so war ich an die gelb-orange-rot töne gebunden. zunächst entstand eine baumzeile mit goldbekrönten laubbäumen. das war alles wunderschön, nur zu harmlos für das priesterseminar, wo viel leben durch unnötige harmoniedogmen verhindert wird. es sollte etwas freches sein, aber nicht anstössig.
der heilige cucino kam mir in einer vision zu hilfe und bot sich selbst an. er wird in mönchstracht dargestellt, ein weinglas in der der hand. vornehmlich rotwein im glas. warum nicht der heilige cucino!?
aber es ist eine cafeteria. also nahm ich dem heiligen das weinglas aus der hand und er wehrte sich nicht, als er eine kaffeetasse in die hand gedrückt bekam. kaffeetrinken ist zudem nichts verwerfliches und hat keinen sündhaften charakter. ja, ohne kaffee würde wahrscheinlich sogar die seelsorge am anfang des 21. jahrhunderts komplett zusammenbrechen! zum heiligen cucino gesellten sich alsbald zwei mit sich kommunizierende ordensfrauen sowie ein könig und ein wanderer. der könig reicht dem wanderer den kaffee - frei nach jesaia.
dieses format war von erfolg gekrönt. kurz nach der präsentation wählte das augsburger stadtmagazin neue-szene die heiligen als titelbild für die ps-storry und einige serien dieser heiligen entstanden: viele könige, mönche und nonnen, aber auch ein sebastian, eine jeanne d´arc, ein hubertus und zuletzt sogar gesellte sich sogar eine marlene zu den heiligen. sie vertritt wohl gerade eine grosse gestalt der kirchengeschichte, denn weder das champagnerglas noch der heiligenschein mögen zu ihr richtig passen. bisher meldete sich jedoch noch keine verlorene heilige, die ihren platz wieder haben will…
Geschrieben in a kunst und versuche | Drucken | Keine Kommentare »
nicht ihr habt mich, sondern ich habe euch erwählt
13.1.2008 by admin.
Geschrieben in Uncategorized | Drucken | 1 Kommentar »
heimat. es war einmal II
13.1.2008 by admin.
der oberhof ist mitlerweile nicht mehr in besitz der familie. das hölzerne wohnhaus mit seiner prächtig geschnitzten fassade, an der sich ein über 100jähriger weinstock emporwindet, wurde vor einigen jahren verkauft - zusammen mit den landwirtschaftlichen gebäuden und dem letzten grund, sowie dem brennrecht und der brennerei. hier hütete ich oft das feuer als kind. immer die temperaturanzeige im blick. ich liebte den duft der maische aus birnen, äpfeln oder zwetschgen, vermischt mit den rauch des brennenden holzes unter dem kupfernen kessel.
dieser oberhof wird in den urkunden das erste mal während der reformation in lindauer erwähnt. damals fiel er an das städtische heilig geist spital und bekam als höchstgelegener der drei spitalhöfe den namen oberhof. damals hatte der hof noch andere namen: chorherrenhof oder “seit alters genannt ricken“.
der bach unweit des oberhofs (heute hinter dem strassendamm der b 308) ist der rickenbach. der rickenbach schlängelt sich und gräbt sich durch die kante des bodenseetals zwsichen bösenreutin und lindau in einem tiefen tobel durch das eherenmändleloch in den lindauer stadtteil rickenbach. rickenbach nun ist schon in st. galler klosterakten im 9. jahrhundert zum ersten mal erwähnt. wenn nun der ort, dessen namen vom bach abgeleitet ist schon so alt ist, wie alt muss dann der ort sein, der dem bach seinen namen gab…?
der oberhof steht nach den alten sagen in verbindung mit zwei anderen interessanten orten in der umgebung: dem st. johannisberg und dem bereits erwähnten ehrenmänndleloch. alle drei orte seien durch unterirdische gänge miteinander verbunden, heisst es.
der heilige gallus selbst soll auf dem st. johannisberg an stelle einer heidnischen kultstädte eine taufkapelle gebaut haben, die im 19. jahrhundert einer kiesgrube zum opfer fiehl. das ehrenmändleloch, ursprünglich wohl auch eine heinische kultstädte, wurde nach dem 2. weltkrieg von den französischen besatzern gesprengt.
im ehrenmändleloch lebten die erdgeister namens ehrenmändle. sie hüteten einen grossen silberschatz, den sie immer bei gutem wetter vor ihrer höhle putzten. die ehrenmändle sind wesen mit groben menschlichen zügen, ziegenfüssen und einem schweif oder schwanz. auf einer darstellung, die anfangs des 20. jahrhunderts in der höhle gefunden wurde, haben sie einen grossen knüppel in der hand.
die gesamte gegend ist von unterirdischen aushölungen durchzogen. durch das eiszeitliche geröll, das die landschaft gestaltet, höhlt das wasser immer wieder dome aus, die von zeit zu zeit einbrechen können. ganze kühe, traktoren oder fussgänger können so plötzlich in der erde verschwinden - ich selbst steckte bei einem spaziergang auf einmal bis zur brust in der erde. …auch ein mystisches erlebnis, diese grosse verbundenheit mit der erde (o;
Geschrieben in g Leben und Gedanken | Drucken | Keine Kommentare »
heimat. es war einaml I
13.1.2008 by admin.
bald nach der säkularisation erwarb die familie meines grossvaters den oberhof am rücken der weissensberger halde. über sechs generationen der familie schmid lebten und arbeiteten hier bis das strassenbauamt mitte der 70er jahre den oberhofern zeigte was staatsmacht bedeutet. die a96 und die b308 sollten sich bald unweit der kleinen ortschaft kreuzen. drei von vier landwirtschaftlichen betrieben wurde damit der garaus gemacht – unser familienbetrieb gehörte dazu.
eine besondere frechheit stellt der verlauf der b308 dar: einhellig bestätigen alle bürger des ortes, dass die geplante trasse in ca 400m entfernung „über dem bach“ verlaufen sollte. tatsächlich sind es keine 10m am gartenzaun des anwesens der familie jäger. und die strasse wurde auf einem damm gebaut, so dass der erhebliche verkehr (die b308 – deutsche queralpenstrasse wird 5km weiter zur b31neu- meist befahrene bodenseetangente ) quasi durch den 1. Stock dieses hauses donnert. Hier wurde massiv betrogen – aber wer kümmert sich schon um eine handvoll familien, die aus einem paradies vertrieben worden sind… ich denke, dass diese traumatischen erlebnisse einer ortsgemeinschaft sich sehr tief eingeprägt haben und meine abneigung gegen politiker hier begründet liegt. Auf dem dorf lag damals das gefühl der absoluten machtlosigkeit, entrechtung, zukunftsangst und verzweiflung.
dass die a96 bis heute noch nicht fertig ist – nach 30 jahren bauzeit – stellt eine unbeschreibliche demütigung für die menschen dar, die so über den tisch gezogen wurden wie wir damals.
Geschrieben in g Leben und Gedanken | Drucken | Keine Kommentare »