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Archive für 29.12.2007

wieder natur

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verleiblichung der kunst III

Eine Nachspeise:

Man brauch Mascarpone (wahlweise Speisequark), Passionsfrüchte (pro Nase min. eine), Eier (pro Nase min. eines), Ananas (frisch!), Grand Marnier (notfalls Weinbrand) und Zucker.

Die Ananas wird klein geschnitten und in Grand Marnier eingelegt.

Mascarpone, Eier, Passionsfrüchte und Zucker werden gut vermengt.

Die getränkten Ananasstückchen werden in hitzebeständige Schälchen gegeben. Darauf kommt ein ein bis zwei Zentimeter dicke Schicht der Mascarpone-Masse.

Jetzt wird alles bei ca. 150°C – 200°C im Rohr gebacken. Nach dem Abkühlen vielleicht noch mit Staubzucker bestäuben. Guten Appetit!

summa

kässpätzle - noval fine white port - milchkaffee - roederer - french75 - heisse schokolade - die freie schweiz - orangenmarmelade mit weinbrand und vanillie - irland - klimt - schiele - frankreich - jakobsmuscheln - annemaries maultaschen - teuscher - äs küppli und äs kipfeli zum frühstück - lamb: gorecki - sting: shape of my heart - bruckner: te deum - stiftsbasilila waldsassen - meine maus! - den traum von heimat - weihrauch - fischbrötchen am hafen von cuxhaven - das grün des wassers um hornhead - das azur bei nice - krapplack rot - ultramarin blau - zugfahren! - unterrichten - denken - rotwein (m e b e c) - black bush - milch aus dem allgäu - honig! (sulzschneider z.b.) - …

liste unvollständig und unsortiert

der grösste lehrmeister: die natur

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Traurige Madonna

Süddeutsche Zeitung Nr. 227, 1./2. Dezember 2007. S. 49: Tränen lügen doch. Von Olaf Przybilla

Tränen lügen doch

 Das Wunder um Heroldsbacher Madonna gibt es nicht

Der Theologe Alfred Hierold hat in den vergangenen Monaten manches lesen müssen über sich. In einem der Briefe hieß es: Sollte er, Hierold, zum Ergebnis kommen, dass es das Tränenwunder von Heroldsbach nie gegeben hat, so würden bei ihm demnächst die „Ratten über das Grab laufen“. Seit er vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zum Chefermittler in der Verschlusssache Heroldsbach gemacht worden ist, weiß Hierold, zu was Wundergläubige in der Lage sind. Beeindruckt hat ihn das nicht. Am gestrigen Freitag hat der ehemalige Fakultätsdekan das Ergebnis präsentiert. Kein Wunder, lautet es.

25 Augenzeugen hat Hierold befragt, unter Eid. Sie alle wollen gesehen haben, wie am 12. Februar 2007 im Pilgerhaus zu Heroldbach einer Marienstatue Wassertropfen auf Stirn und Wangen standen. Die Statue, heißt es im Ermittlungsbericht, „befindet sich in der Nähe der Eingangstür, des Speisesaals und der Toiletten“. An der Statue – sie dient als Ersatzmadonna für die Figur im benachbarten Gotteshaus – sind den Ermittlern zufolge keinerlei Manipulationen festzustellen gewesen. Als Beweismaterial erreichten Hierold zwei angefeuchtete Taschentücher. Eines davon stammte von einem Pilger, ein anderes von Pater Dietrich von Stockhausen, dem Seelsorger der Gebetsstätte. Für beide Tücher ließ sich Hierold ein Untersuchungslabor empfehlen – von der Kriminalpolizei. Die Taschentücher wurden, so gab es das erzbischöfliche Ordinariat nun bekannt, „zusammen mit zwei Packungen Papiertaschentüchern, einer Flasche Wasser aus dem Brunnen auf dem Hügel vor der Glaskirche und einer Flasche Wasser aus der Wasserleitung des Pilgerheims als Vergleichsmaterial“ einem Labor übergeben. Ergebnis: Beide Tücher enthalten Natrium und Chlorit. Als auffallend bezeichnen die Ermittler, dass eines der Tücher nahezu den gleichen Natriumgehalt aufweise wie das Leitungswasser des Pilgerheims. Es sei mithin nicht auszuschließen, dass jemand Wasser an die Figur gespritzt habe, „zumal sich die Toiletten in unmittelbarer Nähe befinden“.

Der Heilige Stuhl, erklärte Erzbischof Ludwig Schick, werde sich mit der Sache Heroldsbach nun nicht mehr befassen müssen. Nachdem es in Heroldsbach zu schweren Spannungen unter dem Gläubigen gekommen war, machte der Erzbischof am Freitag deutlich, dass der Ort in Oberfrankenauch weiter eine katholisch geduldete Gebetsstätte bleibe. Auf eine Einstufung als offizieller Wallfahrtsort, wie vor allem fränkische Pilger fordern, darf Heroldsbach dagegen keineswegs hoffen. Vor sechzig Jahren wollen Kinder dort eine Gottesmutter gesehen haben. Bis zur Anerkennung als Gebetsstätte drohte Heroldsbach-Pilgern gar die Exkommunikation.  

 

Sehr aufgeregt rief mich damals jemand an. Noch vor den Zeitungen wusste ich von den Tränen der Madonna. Und man konnte mir auch den Grund für die himmlische Trauer sagen: sie weint wegen der Sünden der Priester.

Ja, die Sünden der Priester. Im 21. Jahrhundert Priester der katholischen Kirche zu sein ist nicht leicht. An die 40 Priester scheiden aus dem Dienst der Diözese pro Jahr aus, Maximal 10 Neupriester kommen nach. Pfarrer führen mit grossem Idealismus grosse Einheiten mit fünf bis acht Pfarreien oder mehr. Dass diese Pfarrer selten am Gartenzaun vorbeischlendern, das Brevier in der Hand, dürfte eigentlich klar sein…

Traurig ist aber vor allem, dass die, die eigentlich geschlossen und fest hinter ihrem Pfarrer vor Ort stehen sollten, oft am schonungslosesten über ihn herziehen – aufgehetzt von Unheilspropheten und Scharlatanen.

Der größte Feind priesterlichen Lebens ist nicht der moderne Atheismus, ist nicht das Management, etc.;  der größte Feind ist der moderne Fundamentalismus innerhalb der Kirche. Geschürt von Wundergläubigkeit und pseudoprophetischem Katholo-Okultismus. Da werden Orakel in Gebetskreisen befragt, die die delphische Sibylle blass aussehen lassen, da werden wildeste hinduistische Geistermythen mit alpinem Aberglauben und Bigotterie gut kompatibel vermengt und gewinnbringend verkauft.

Eine gefährliche „geistbeseelte“ Strömung wiegelt die frömmsten (und meist naivsten) Seelen mit endzeitlicher Stimmung auf und treibt einen Keil zwischen die Seelsorger der Diözesen und das Kirchenvolk. Die Pfarrer vor Ort versuchen den Pfarrbetrieb so gut als möglich aufrecht zu erhalten, während fahrender Klerus in munteren Kaffeerunden den Pfarrer vor Ort als unspirituellen und ahnungslosen Manager bloßstellt.

Da könnte einem als Madonna wirklich die Tränen kommen…

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