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Archive für 27.12.2007
neue kategorie
27.12.2007 by admin.
eine neue kategorie mit kurzen beiträgen schoss mir durch den kopf: lieblings…
eines meiner lieblingsgerichte seit meiner londoner zeit 2000 und 2001 ist das indische chicken tikka masala. am besten schmeckt dieses gericht bei den take-away indern in london, aber auch in belfast habe ich ganz herrliches chicken tikka masala letzten sommer bekommen. ich bringe weder das hünerfleisch so genial rot hin, noch den reis so bunt.
in london - im 13. bezirk, wo wir gewohnt haben - gab es beim take away inder dann auch noch so eine gelbe joghurt sauce dazu. erst dann konnte man die scharfen hünerteile überhaupt als süddeutsche schwachwürtzhünerbrust ertragen.
also: erstes ”lieblings…” aud dieser seite: chicken tikka masala - london take away style!
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Hilflosigkeit
27.12.2007 by admin.
Ausdruck unserer Hilflosigkeit
Jeder Tempel und jede Kirche ist ein Denkmal und Ausdruck der Hilflosigkeit. Hilflosigkeit sich Gehör zu verschaffen vor dem Unfassbaren. Nenne man es Gott oder anders.
Der Mensch entdeckt sich selbst, erfasst seine Existenz mit seinem Verstand und deckt dabei vor allem eines auf: die riesige Distanz zwischen dem eigenen Sein und Vermögen gegenüber dem Großen und Ganzen – nenne man es Gott oder wie auch immer. Und je größer das menschliche Fassungsvermögen ist (oder wahlweise „Verstand“), je größer ist die Einsicht der eigenen Geringheit, Mangelhaftigkeit, Erbarmungswürdigkeit…
In zwei Menschentypen löst diese Erfahrung des Mangels etwas Bemerkenswertes aus. Künstler und religiöse Menschen sehen sich gedrängt, diese klaffende Lücke zum Absoluten das sie zumindest erahnen und denken können zu schließen. Beide spüren und erleben Transzendenz und schaffen Brücken vom kleinen Hier in die Unendlichkeit.
Manche bezeichnen darum alle Künstler als „religiös“, manche bezeichnen die Religion auch als höchste Form der Kunst (M. Stumpf).
Der Faktor „Leid“
Dabei ist jeder Kult und jede Kunst nur die Fleischwerdung des Leidens. Ein Leiden, das ausgelöst wird durch die Erfahrung des Mangels. Würde der Mensch sich nicht als kleines Teil des Universums begreifen (Staunen) und an seiner Endlichkeit letztendlich verzweifeln, würde er weder religiös noch kreativ sein. Das konkrete Leid im Leben, verursacht etwa durch Katastrophen, Hunger, Krankheit und Tod, ist nichts als die Eruption des Mangels an Absolutem. Dieses konkrete Leid macht uns nur in letzter Konsequenz diesen Mangel deutlich. Es ist wie das Pilzgeflecht im Erdboden, das nur gelegentlich als Gewächs und Gebilde durch die Oberfläche schießt.
Durch Kult und Kunst – letztlich kaum voneinander zu Trennen – versucht der Mensch das Leid zu überwinden. Oder: das Leid ist die Triebfeder, der Drang zum transzendieren des Menschen. Künstler berichten vom „müssen“ beim kreativen Akt. Propheten geht es dabei ähnlich: Jeremias. Wollte er schweigen, war es ihm, als würde er verbrennen…
So schaffen Gläubige und Künstler Transzendierendes. Gotteshäuser werden errichtet zur „Ehre Gottes“. Dabei braucht Gott weder uns noch unsere Kirchen. Jeder Tempel, jede Kirche ist Ausdruck unserer Hilflosigkeit gegenüber seiner unfassbaren Existenz.
Wir erweisen dieser unbegreiflichen Größe unsere Devotion, unsere Verehrung in einer Art, wie sie unser Menschsein schon übersteigt. Aber das alles bleibt unbeholfenes Tapsen auf den unsichtbaren Brücken über dem Abgrund des Mangels. Unsere Gebäude (auch die unsichtbaren Konstrukte) versuchen Gott greifbar zu machen – erlebbar zu machen. Nicht Gott bauen wir Sakralbauten, sondern uns. Ich meine nicht die Gebäude die aus Eitelkeit und Protz gebaut werden und worden sind, sondern durchaus die Gebäude, die aus tiefer Demut und Devotion vor Gott und für Gott gebaut wurden. WIR brauchen Kirchen. Gott braucht sie nicht. So wenig, wie er uns braucht.
WIR brauchen Kult, uns tut er gut, nicht Gott.
(katholischer Zusatz:
Die Kirche hütet aber noch einen größeren Schatz als transzendente Kunst und Gebäude, die dem Mensch seine Fähigkeiten auf Gott hin bewußt machen. Es sind nicht nur die unsichtbaren Brücken hinüber zum Ewigen.
( …) Im Sakrament der Eucharistie schenkt uns dieser unbedürftige Gott nicht nur etwas, was wir greifen können, er schenkt uns etwas mit dem wir uns mit Gott vereinigen können. Denn Gott geht auf unsere Bedürfnisse ein. Als unser Schöpfer weiss er, was wir brauchen. Er, der vollkommene, gibt uns in Brot und Wein Anteil an der Ewigkeit schon jetzt in Raum und Zeit. Unendlichkeit bereits vor dem Tod. Nicht wir errichten hier die Brücken vom Bruchstückhaften hin zum Vollkommenen, sondern das Absolute greift herein in das Unvollkommene und stillt unseren Appetit (Verlangen, Eros) nach Gott.)
Der Ansatz dieser Gedanken wurde im Sommer 2005 in einer bretonischen Kathedrale notiert.
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