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Dezember 2007
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Archive für 19.12.2007

Vorlesungsnotizen 18.12.

Couturier steht für die schnittstelle zwischen kunst und kirche in den 40ern und 50ern bis hinein in die 60er in frankreich. otto mauer für die 50er, 60er und frühen 70er in wien und mennekes laut selbstaussage für die 80er und 90er des 20.jhd.

couturier war selber künster und definierte sich auch als solcher. er hat kirchenbauten inspiriert und gefördert und selber auch mitgewirkt.

mauer hat den kulturellen aspekt der kunst bemerkt und gefördert. er konfrontierte sich mit jungen künstlern und hat einige gross gemacht. arnulf reiner, etc. er beeinflusste mit der galarie nächst st. stephan auch den markt

m: herkunft aus dem arbeiterschicht des ruhrpotts. nach dem zweiten bildungsweg früh zu den jesuiten. seine erfahrung der 60er und 70er jahre: die kirche ist nicht in der gegenwart. sie ist aber eine kirche im aufbruch.” erlebnis: kirchentag in berlin 1980. eine ausstellung dort: geist des glaubens und geist der avantgarde.

m hatte das pfarramt als persönliches ziel. er wollte schaffen und machen - tun. französische arbeiterpriester waren seine vorbilder. dieses machen und schaffen war höchstens mit studieren und nochmal studieren und dem resultat dann etwas zu werden und zu sein abdingbar.

arbeit ist nicht theologisch. distanz zur klassischen theologie. kein zugang zu transzendentalien.

er splittet in autonome teilbereiche. frühkultur, hochkultur und reflektierte kultur.

mittelalter ist wie eine geballte faust. die teilbereiche sind die finger. sie verweisen alle auf die mitte der faust. alles ist konzentriert und zentriert auf die mitte. alles dynamisiert sich zur mitte hin. (die ns zeit ist das letzte aufbäumen zu einer verlorenen mitte hin. alles sollte geordnet und zwangsweise strukturiert sein. ein geschlossenes weltbild war das ziel)

heute: die offene hand mit gespreizten fingern. jeder finger ist für sich - autonom. kunst gibt es nur um der kunst willen, naturwissenschaft nur für sich… die kunst beugt sich nicht für den auftrag, nicht für ein thema, für nichts.

die gespreizte hand hat pathos. der pathos ist die freiheit.

wenn die religion überhaupt noch vorkommt in dieser welt der autonomen teilbereiche, dann ist sie der abgewandte daumen. und alles was wir in der religion noch von uns geben, ist das gejammere um die verlorene mitte des mittelalters…

m. assi von lohfink.

Arbeiterpfarrei: “religion hat nur in der pfarrei einen sinn.” (politisch plural)

2. bildungsweg, ruhrpott, jesuiten. das ist doppelter ausschluss von kultur und dem fragen.

m. inszeniert die rockoper franz von assisi. er suchte ein plakat und kam über beziehungen (bibelwerk) zu roland peter litzenburger (?). dieser war ein gränzgänger. links. sein thema war die ausgehaltene heimatlosigkeit in der kirche.

m. kam mehr und mehr mit künstlern in kontakt. 1. ausstellung über clouns. volle kirche. 2. ausstellung über emaus (paare). wieder volle kirche. diese erfahrung fesselte ihn.

der pfarrer m. sah wie die kunst die menschen bewegte und wie sie berührt wurden. kunst bringt den menschen zu sich. 

3. ausstellung flopt. “farbenpinsler”. m. versuchte sich intensiver mit dem zu beschäftigen, was kunst ist. bis heute letztendlich offene frage. instikt und bezweifelndes intelektuelles fragen.

nächster schritt: wechselausstellungen in sakralen räumen.

missonarisches pathos eines pfarrers. jesuitischer masochismus: vorlesung mit drei ausstellungsorten und jeder woche einer neuen eröffnung ein ganzes semester lang. selbstquälerei. “menschenbild - christusbild” (josef albers, botrop)

wichtiger schritt: m. wollte dann keine bilder mehr zeigen, sondern wollte  i n  d e n   r a u m  gehen. kunst so platzieren, dass er den raum thematisiert.

st. georgen: “wir bilden pfarrer aus - wir sind keine pfarrer.” m habilitierte gerade und war pfarrer.

dann kunst am hauptbahnhof frankfurt gegenüber von gleis 4/5. nicht mehr pfarrer.

1. kunst im sakralen raum. 2. stichwort: vermittlung. das mit anderen machen, was er selbst in ausseinandersetzung mit kunst erlebt hat.

 verstzung durch den orden nach köln, st. peter.

künstler erzogen m. ein zweites mal zum priester und pfarrer.

kunst und künstler stellen religion in frage - bishin zur negation. wahre religion aber erlebt hier etwas österliches und findet zur selbstbehauptung.

“das die künstler (und viele andere) keinen zugang zur kirche mehr haben - dass die kirche ihnen nichts “gibt”, daran sind nicht die künstler schuld…”

graphitstift, der erste

erster tag akt

zeichnen kann richtig arbeit sein. “wir sind hier nicht an der volkshochschule. strengen sie sich an!!” nach einem ganzen tag zeichnen und in windeseile die posen des körpers festzuhalten ist man richtig k.o. hier meine ersten versuche.

logistik

heute morgen war wieder einmal kein brot mehr da. ich wusste, dass ich brot brauche. und ich wunderte mich letzte woche beim kühlschrank einräumen in ursberg: da ist ja noch satt da)o?  mit kaffee gings mir kürzlich ähnlich. ebenso mit kleidung… was nutzt mir die jeans in ursberg, wenn ich in frankfurt bin. und was der kaffee im süden, wenn ich hier durst leide?! ich werde jetzt buch führen was wann wo ist. …und ich weiss jetzt schon, dass es nix bringt. die leiden des jungen g. (o;

karte des körpers (der englische patient)

wir sterben und bergen in uns den reichtum von geliebten und stämmen, den geschmack von speisen, die wir gegessen haben, körper in die wir eingetaucht und die wir hochgeschwommen sind, als wären es flüsse von weisheit, charaktere, in die geklettert sind, als wären es bäume, ängste, in denen wir uns versteckt hielten, als wären es höhlen.

ich wünsche mir all dies auf meinem körper verzeichnet, wenn ich tot bin. ich glaube an eine solche kartographie - von der natur gezeichnet zu sein, nicht dass wir uns bloß auf einer karte eintragen, wie man die namen reicher männer und frauen an gebäuden verewigt.

wir sind gemeinsame historien, gemeinschaftliche bücher. wir sind niemandem zu eigen oder monogam in unserem geschmack oder unserer erfahrung. alles, was ich mir wünsche, war, auf solch einer erde zu gehen, die keine karten hatte.

michael ondaatje

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